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Immer ein offenes Ohr hat Klaus Ronge (r.) in puncto Flüchtlingsarbeit. 

Flüchtlingsarbeit  in Mittenwald

Zahl der Willigen schmilzt

Von den 50 Freiwilligen, die sich ursprünglich in der Flüchtlingsarbeit in Mittenwald engagiert haben, ist man mittlerweile ein gutes Stück entfernt. Diese inzwischen chronische Personalflaute wird am Montag auch Thema eines weiteren Informationsabends sein.

Mittenwald – Die Mittenwalder Zahlen sind im Grunde gar nicht so schlecht: Laut Ausländeramt registrierte man seit August 2015 97 anerkannte Flüchtlinge in den Gemeinschaftsunterkünften am Gerber und Weidenweg. 40 von ihnen haben nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes ehrenamtlicher Helfer eine Wohnung auf dem freien Markt gefunden.

„Das ist einerseits recht positiv“, findet Klaus Ronge, „andererseits geht das Engagement zurück“. Von den ursprünglich rund 50 Mittenwaldern, die sich seit zwei Jahren wie Ronge in der Flüchtlingsarbeit bewähren, ist „eine gute Handvoll“ übrig geblieben. Dies ist laut Günther Sponar, dem Ehrenamts-Beauftragten der Caritas, nur die halbe Wahrheit. „Es helfen sicher noch welche im Verborgenen.“ Sei es als Familienpate oder ähnlichem.

Grundsätzlich aber brauchen Ronge und Co. Blutauffrischung. Denn aktuell reißt die Zahl an Asylbewerbern am Weidenweg (61, darunter 40 sogenannte Fehlbeleger) und im Haus am Gerber (19, darunter 17 Fehlbeleger) nicht ab. Als „unendlichen Fluss“ bezeichnet das Experte Sponar. Diesen Fakt zu ignorieren, ist ihm zufolge der falsche Weg. Wenn sich um die Menschen aus Afghanistan, Syrien oder Eritrea niemand mehr kümmert, dann entstehen „Parallelgesellschaften“ mit weitreichenden gesellschaftspolitischen Folgen. „Und dann haben wir irgendwann Probleme.“ Das gilt es zu verhindern.

Wie es in Sachen Flüchtlingsarbeit tatäschlich bestellt ist unterm Karwendel, erfahren Interessierte am kommenden Montag, wenn die Kolpingsfamilie und der Frauen- und Mütterverein zu einem Erfahrungsaustausch einladen. Diese beiden Organisationen haben im Gegensatz zu manch anderem Verein in der Marktgemeinde bereits wertvolle Arbeit geleistet. So engagierte sich Kolping bei einer Nikolausfeier und einer Osteraktion, während der Mütterverein „Kulinarische Begegnungen der Kulturen“ organisierte. Mit dem Erlös dieser Veranstaltungen konnte zum einen die Tafel unterstützt, zum anderen Schwimmkurse für Flüchtlinge angeboten werden.

Christof Schnürer

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