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Hier am Südportal wird gefeiert.

Tiroler Nachbargemeinde von Mittenwald

Bald rollt der Verkehr auf der Umfahrung: Tunnel-Party in Scharnitz

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Im Tiroler Nachbarort Scharnitz knallen am Samstag die Sektkorken. Dann wird die Umfahrung für den Verkehr freigegeben. Die überglückliche Bürgermeisterin spricht von einem „großen Tag“.

Scharnitz – Die ersten zaghaften Proteste regten sich vor gut 40 Jahren. Schon damals ächzte der Tiroler Nachbarort Scharnitz unter einer nicht enden wollenden Blechlawine. An Spitzentagen zählte man im Grenzdorf bis zu 18 000 Fahrzeuge. „Künftig sollte nur noch ein Viertel des Verkehrs durch das Ortszentrum rollen“, hofft Christa Entstrasser-Müller. Die Mitarbeiterin der Tiroler Landesregierung spielt damit auf die neue Umgehungsstraße an, die am kommenden Samstag eingeweiht wird.

„Ein großer Tag, ein Highlight in der Geschichte von Scharnitz“, hebt Bürgermeisterin Isabella Blaha (67) die historische Dimension dieses Projekts hervor, das den österreichischen Steuerzahler summa summarum 34,5 Millionen Euro gekostet hat. Für die Rathauschefin und ihre geplagten Mitbürger geht in drei Tagen ein Traum in Erfüllung. „Wir können’s irgendwie noch gar nicht fassen.“ Spätestens wenn am Samstagnachmittag der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und sein Stellvertreter Josef Geisler auf dem Gelände am Süd-Portal eintreffen, wird es Blaha endgültig verstanden haben.

Scharnitzer Umfahrung: „größte Straßenbauprojekt des Landes in den vergangenen Jahren“

Laut Auskunft von Sprecherin Entstrasser-Müller handelt es sich bei der Scharnitzer Umfahrung „um das größte Straßenbauprojekt des Landes in den vergangenen Jahren“. Das Herzstück bildet – in beide Richtungen einspurig – der Porta-Claudia-Tunnel. Ein ebenso imposantes Konstrukt ist die 100 Meter lange Isarbrücke am Nordportal. 104 Tage vor der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft im benachbarten Seefeld ist das Mammutprojekt in gerade einmal drei Jahren fertiggestellt worden.

Doch mit der Verkehrsfreigabe ist die Arbeit in Scharnitz noch lange nicht erledigt. So bereitet einigen im Gemeinderat die Ortsdurchfahrt, die nach der Tunneleröffnung Gemeindestraße wird, Kopfzerbrechen. Geht es nach Mandatsträger Peter Reinpold, soll die Trasse laut Plateauzeitung in einwandfreiem Zustand vom Land an die Kommune übergeben werden. „Wir müssen darauf pochen.“

Doch da macht die Bürgermeisterin ihren Mitbürgern wenig Hoffnung. „Um die Straße müssen wir uns selber kümmern“, sagt Blaha. Denn ihr zufolge seien bereits deutlich mehr öffentliche Gelder bei der Verlegung des Sportplatzes geflossen.

Programm der Eröffnungsfeier

Die Eröffnungsfeier findet am Samstag, 10. November, am Scharnitzer Porta-Claudia-Tunnel (Portal Süd) statt. Die Besucher kommen dort um 14.15 Uhr zusammen. Um 14.30 Uhr beginnt der offizielle Teil mit Ansprachen von Bürgermeisterin Isabella Blaha, Günter Guglberger (Brücken- und Tunnelbau), Landeshauptmann Günther Platter und dessen Vize Josef Geisler. Das Bauwerk wird anschließend von Abt German Erd gesegnet. Gäste werden gebeten, ihr Fahrzeug am Hotel Risserhof abzustellen und zum Festgelände zu gehen.

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