Die drei Gesellschafter Mark Ostermayr, Heide-Marie von Widekind und Karin Meier haben die Bildagentur mauritius images in Mittenwald übernommen.
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Dieses Trio will‘s wissen: (v. l.) Mark Ostermayr, Heide-Marie von Widekind und Karin Meier haben die Bildagentur übernommen.

Aus einem werden drei Gesellschafter

Führungswechsel beim Mittenwalder Bilder-Riesen mauritius images

  • VonChristof Schnürer
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Aus einem mach‘ drei: Der bisherige Eigentümer Stefan Ploghaus hat seine Anteile an der Mittenwalder Bildagentur mauritius images an drei führende Mitarbeiter veräußert.

Mittenwald – Seit Jahrzehnten hält die Bildagentur mauritius images in einer hart umkämpften Branche Kurs. Mittlerweile besitzt das Mittenwalder Unternehmen die Vertriebsrechte an 170 Millionen Motiven. 1000 Fotografen und rund 250 Partneragenturen weltweit versorgen es mit Material. Mit anderen Worten: mauritius images spielt im Konzert der ganz Großen mit.

Das soll auch künftig so bleiben mit dem neuen Führungstrio Heide-Marie von Widekind, Karin Meier und Mark Ostermayr. Diese drei Mitarbeiter haben die Bildagentur über ein sogenanntes Management-Buyout (MBO) dem bisherigen Inhaber und Geschäftsführer Stefan Ploghaus abgekauft. Über die Konditionen vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

„Ich freue mich sehr über das MBO, es sichert den Fortbestand unseres Hauptsitzes unter Wahrung unseres einzigartigen Geschäftscharakters als 100-jähriger Traditions- und Familienbetrieb“, betont Ploghaus (58), der sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen hat und weiter als externer Berater zur Verfügung stehen möchte. Laut Mitgesellschafterin Karin Meier (Marketing und Vertrieb) hinterlässt der bisherige Eigentümer ein „sehr solventes Unternehmen“.

Wir werden den Weg weitergehen, den Stefan Ploghaus eingeschlagen hat. 

Geschäftsführerin Heide-Marie von Widekind

Heide-Marie von Widekind sieht nach wie vor in der Bildagentur „viel Potenzial“. Die 42-jährige gebürtige Münchnerin, die am Schweizer Zürichsee zu Hause ist, steht künftig als Geschäftsführerin auf der Kommandobrücke. „Wir werden den Weg weitergehen, den Stefan Ploghaus eingeschlagen hat und unser Unternehmen zusätzlich auf weitere Standbeine stellen“, verspricht von Widekind. Damit zielt die Erste unter drei gleichberechtigten Partnern beispielsweise auf Dienstleistungen am Bild ab. So ist es bereits gängige Praxis bei mauritius für Firmen den Bildeinkauf zu übernehmen. Aktuell feilt man an dem Konzept, fertige Layouts etwa für Kalender zu erstellen. Neue Ideen entwickeln und umsetzen, genau das ist das Kerngebiet der Geschäftsführerin von Widekind, die demnächst ein mauritius-Büro in Lindau eröffnen möchte – sozusagen eine Dependance zwischen ihrem Heimatort am Zürichsee und dem Hauptsitz Mittenwald und seinen 37 Angestellten.

Daneben gibt es noch Zweigstellen in Hamburg, Wiesbaden und Jena. Nicht nur deshalb glaubt sich die Geschäftsführung gut aufgestellt. „In der zurückliegenden Wirtschaftskrise haben wir erheblich in Hard- und Software investiert, sodass wir nun ein IT-getriebener, leistungsfähiger Partner bei allen denkbaren Kunden- und Partnerprojekten sind“, verdeutlicht von Widekind.

Karin Meier fügt hinzu: „Unser persönlicher Kontakt und unser Servicegedanke helfen uns dabei, unsere Position in dieser hart umkämpften Branche zu stärken.“ Das alles funktioniert nur dann, wenn das Binnenklima stimmt. „Wir sehen uns als vertrauensvoller Partner sowohl unseren Mitarbeitern als auch unseren Contributoren verpflichtet, für eine fortwährende finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sorgen“, erwähnt in diesem Zusammenhang der Dritte im Bunde, Mark Ostermayr, zuständig für Personal und Finanzen.

Der Staffelstab ist nun also weitergeben worden bei der 1920 in Berlin gegründeten mauritius-images-GmbH. 1947 verlagerte die Familie Zwez ihr Unternehmen nach Mittenwald. Zu Spitzenzeiten verdienten dort über 100 Mitarbeiter ihr Geld. 1993 erwarb die Bildagentur von der Deutschen Bahn ein Grundstück am Mühlenweg und errichtete darauf die Zentrale, wie man sie heute kennt.

Am 1. Februar 2015 erfolgte eine Zäsur. Hansjörg Zwez, dessen Vater Helmut in den 1930ern die Firma gekauft hatte, übertrug die Verantwortung an Ploghaus. Dieser hatte sich unter anderem als Marketing- und Vertriebsleiter der Bilderdienste der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in der Medienwelt einen Namen gemacht. „Es wird für uns eine sehr anstrengende, aber hoffentlich lohnende Zeit werden“, sagte seinerzeit Ploghaus. Nun ist auch er von Bord des Foto-Dampfers mauritius gegangen.

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