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Das Team mit (h.v.l.) Adolf Hornsteiner, Thomas Schwarzenberger, Hansjörg Zahler sowie (v.v.l.) Sabrina Blandau und Jürgen Wiesneth. 

Eine Stelle kommt dazu

Fünf Jahre Alpenwelt Karwendel: So fällt die Bilanz aus

Der Tourismusverbund hat ein Ziel: Er will sich stets weiterentwickeln. Bei diesem Prozess wird Sabrina Blandau weiterhin an der Spitze stehen. Der Vertrag der Geschäftsführerin wurde verlängert. 

Oberes Isartal– Aller Anfang ist schwer, heißt es. Oft trifft das auch zu. Wie bei der Alpenwelt Karwendel. Sie hatte einen eher holprigen Start vor fünf Jahren. Unter anderem fehlte es an Akzeptanz. Das gehört der Vergangenheit an. Der Isartaler Tourismusverbund zieht deshalb eine positive Bilanz. Gleichzeitig setzt er auf Kontinuität und hat den Vertrag mit Geschäftsführerin Sabrina Blandau um weitere fünf Jahre verlängert.

Beim Pressetermin im Wallgauer Rathaus zählte Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) als Aufsichtsratsvorsitzender – die Rathauschefs aus Mittenwald, Krün und Wallgau wechseln sich jährlich ab – unter dem Motto „Wo kommen wir her und wo stehen wir“ die Meilensteine der guten Weiterentwicklung auf. „Die nötigen Lernprozesse waren notwendig und sind eng mit unserer Geschäftsführerin verbunden, die mit ihrem Team so manche elegante Lösung gefunden hat.“ Als zweiten dicken Pflock nannte Zahler die Personalie von Blandaus Stellvertreter Jürgen Wiesneth, der für Marketing, Online und Veranstaltungen verantwortlich zeichnet. „Seine Funktion im Gäste- und Leistungsanbieterwesen hat wesentlich dazu geführt, dass sich die Alpenwelt professionalisiert, marktgerecht aufgestellt und umfangreiche Verbesserungen auf den Weg gebracht hat.“ Aus den Erfahrungen heraus wird sein Posten als „Stellvertreter und Bereichsleiter nach Innen“ mit einer weiteren Arbeitsstelle ergänzt. Ausgeschrieben wird für Januar 2019 die Stelle eines „Leiters nach Außen“, der Marketing und Online-Veranstaltungen abdecken soll. „Geplant sind hier“, sagte Zahler, „Weiterentwicklungen und Anpassungen im Kommunikationskonzept sowie der Ausbau der Kooperation mit der Deutschen Bahn und dem Deutschen Alpenverein.“

In ihrem Rückblick fasste Blandau die Eckpfeiler der vergangenen fünf Jahre zusammen: 2014 wurde das operative Geschäft mit eigener Buchhaltung und Gästebetreuung aufgenommen, 2015 die Geschäftsabläufe optimiert sowie ein G7-Marketing-Konzept erarbeitet und neben der Wanderveranstaltung „24 Stunden von Bayern“ auch umgesetzt. Es folgte ein weiterer wichtiger Schritt – die Einführung des elektronischen Meldewesens und der elektronischen Gästekarte im Jahr 2017. Nichts, was die Alpenwelt dazu veranlassen würde, einen Gang zurückzuschalten. Heuer wurde der Auftrag für eine neue Website ausgeschrieben und das Konzept des Musikfestes „Saitenstraßen“ erarbeitet.

Die touristischen Zahlen sprechen für sich. Der Trend – positiv. Die Gästeankünfte sind Blandau zufolge um 8,8 Prozent (von 212 584 auf 231 418) und die Übernachtungen um 2,4 Prozent (von 1 140 816 auf 1 167 867) gestiegen. Der Wermutstropfen: Bei der Bettenbelegung war ein Rückgang um 4,4 Prozent zu verzeichnen (von 7787 auf 7446).

Die Isartaler haben sich ob der Entwicklungen mit der Alpenwelt Karwendel angefreundet. Das stellte auch Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) fest. „Durch vertrauensvolle Zusammenarbeit haben wir unsere drei Kirchtürme nicht platt, sondern nur niedriger gemacht.“

Das Stichwort für seinen Krüner Amtskollegen Thomas Schwarzenberger, an die Anfänge zu erinnern. „Vor 100 Jahren haben wir teilweise gegeneinander gearbeitet. Dann kamen Werbefahrten und (ab 2002) auch die gemeinsame Nutzung des Skibusses dazu.“ Dass diese gemeinsame Basis so funktioniert, hänge auch mit der menschlichen und fachlichen Kompetenz von Blandau, ihrem Team und den Gastgebern zusammen.

Die drei Bürgermeister waren sich einig, dass die Vertragsverlängerung mit der Geschäftsführerin und die Erweiterung der Organisationsstruktur eine gute Lösung für alle ist. Schwarzenberger lieferte den Grund: „Weil viele Destinationen die Entwicklung ins digitale Zeitalter nicht überstanden haben“. Bei der Alpenwelt ist dieser Fall nicht eingetreten – und das soll auch künftig nicht geschehen.

Wolfgang Kunz

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