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Die Besten auf der Bühne: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (l.) gratuliert den Preisträgern.

8. internationaler Geigenbau-Wettbewerb 

Die Welt zu Gast in Mittenwald

Den Zusatz international hat die achte Auflage des Geigenbauwettbewerbs mehr als verdient. Das allein beweist die Liste der Preisträger, die am Samstag bei der Abschlussfeier in der TSV-Halle unter viel Applaus ihre Auszeichnungen erhielten.

Mittenwald – Die Worte der Jury-Vorsitzenden Kerstin Feltz klingen beinahe schon überschwänglich. „Unter den Streichinstrumentenbauern der Gegenwart gibt es qualitativ eine große Bandbreite“, konstatierte die Expertin am Samstag in der TSV-Halle. „Darunter sind sehr viele gute Baumeister, von denen man mit einiger Hoffnung davon ausgehen kann, dass ihre hinterlassenen Werke in 200 Jahren ähnlich phänomenal klingen wie heute die alten italienischen Geigen.“

Nun, um dies zu überprüfen, müsste das Abschlusskonzert des 8. internationalen Mittenwalder Geigenbauwettbewerbs ins Jahr 2218 verschoben werden. Zwar reizvoll, aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht zu bewerkstelligen. Doch Scherz beiseite: Auch ohne Alters-Patina haben die Zuhörer im vollbesetzten Veranstaltungssaal ein brillantes Konzert auf betörenden Instrumenten mit einer würdevollen Preisverleihung erlebt.

Zum Auftakt würdigte Bürgermeister Adolf Hornsteiner das Engagement von Preisrichtern, Organisationskomitee und Teilnehmern. Gleichzeitig hob er die gelungene, erstmalige Kooperation mit Schloss Elmau und das überregionale Medieninteresse hervor. Viel Lob gab es auch von Landrat Anton Speer. „Die Geigenbauschule liegt uns besonders am Herzen“, betonte der Unterammergauer. „Die vergangenen Jahre hat der Landkreis über sechs Millionen Euro investiert. Ich glaube, dieses Geld ist gut angelegt.“ Der Landkreis, schloss Speer, „wird auch weiterhin diese Schule und den Geigenbau in Mittenwald unterstützen“.

Doch damit genug der Worte und zur universellen Sprache der Musik. Jeder Künstler weiß, wie problematisch es sein kann, auf einem ihm nicht so vertrauten Instrument zu konzertieren. Daher größter Respekt vor den Leistungen der Juroren, die aus den preisgekrönten Arbeiten das Optimum rauszuholen verstanden. Klangliche Dreieinigkeit par excellence in Dohnanyis Streicherserenade op.10. Tim Vogler (Violine), Peter Barsony (Viola) und Kerstin Feltz (Violoncello) – alle Professoren an Musikhochschulen und Universitäten – entlockten den neugebauten Instrumenten eine breite Palette an Farben. Imposant wiedergegeben die kompositorischen Kunstgriffe im ersten Satz, wunderschön der lyrische Ton der Bratsche über synkopischer Begleitung in der Romanze. Die „Zwei Chassidischen Tänze“ von Zikmund Schul bewegten sich als ausdrucksvolle, stilisiert tänzerische Musik auf Viola und Cello zwischen Leidenschaft und Spielfreude. Ein Gipfel nicht nur der Geigenliteratur, sondern der Musik und Kulturgeschichte überhaupt sind Bachs Sonaten und Partiten mit ihren stellenweise ungeheuren technischen Anforderungen.

Die Töne die Tim Vogler aus der von Yuji Kaneko (1. Preis) gebauten Geige in der Solosonate a-moll strömen ließ, waren warm, voll und konnten die tief empfundene, sinnliche Schönheit und Klarheit der Strukturen ausgewogen darstellen.

Viele großartige Werke auf ebensolchen Instrumenten gab es noch zu genießen, bevor die Preisverleihung durch Bürgermeister und Jury-Vorsitzendem Hieronymus Köstler folgte. Mit einem spritzig, energisch und klar artikuliert vorgetragenem Schubertschen Streichtrio (alle 1. Preis) sowie bewegenden Abschieds- und Dankesworten des Bürgermeisters endete der wahrlich internationale 8. Geigenbauwettbewerb 2018.

Die Preisträger:

Violine: 1. Yuij Kaneko (Italien), 2. Charles Coquet (Frankreich), 3. Viateur Roy (Frankreich). Viola: 1. Piotr Pielaszek (Polen), 2. Ji Hwan Park (Italien), 3. Arwed Harms (Italien). Violoncello: 1. Nagaishi Hayato (Italien), 2.: Sung-Yeol Lee (Südkorea), 3. Im Dong-Pil (Italien).

Die Jurymitglieder: 

Roland Baumgartner, Serge Stam, Christoph Graff, Hieronymus Köstler, Klaus Grünke, Stephane Thomachot, Peter Barsony, Kerstin Feltz und Tim Vogler.

Klaus-Bernd Heer

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