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Winter-Wunderland: Dieser Gast aus Belgien greift beim Wandern am Kranzberg auf ihre Stöcke zurück.

Tourismuschefin bittet um Verständnis

Winterparadies Mittenwald? Von wegen! Gäste müssen Straße eigenhändig streuen

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Der bitterkalte Winter bereitet den Gästen in Mittenwald nicht nur Freude. Einige melden sich jetzt sogar massiv zu Wort. Die Tourismuschefin bittet um Verständnis.

Mittenwald – Schnee in Hülle und Fülle, knackige Temperaturen, Glühwein-Stimmung – ein Bilderbuchwinter, der momentan alle in Mittenwald erfreut. Wirklich alle? Einige Naherholer aus München stimmen derzeit nicht in den allgemeinen Jubelchor ein. Bei ihnen herrscht sogar eisige Stimmung, wenn sie an ihre Wanderung hinauf zum Lauter- und Ferchensee denken. Die Wege dorthin seien „teilweise stark vereist und fast nicht gestreut“ gewesen, teilen Marita und David Whitfield in einem Brief der Geschäftsführerin der Isartaler Tourismus-GmbH, Sabrina Blandau, mit.

Tourismuschefin wirbt um Verständnis

„Es ist halt in diesem Winter eine besondere Herausforderung.“ Damit zielt sie auf die momentan zeitintensive Arbeit des Gemeinde-Bauhofs in Sachen Räum- und Streudienst ab. „Dieser kann nicht überall gleichzeitig sein, das geht nicht.“

Doch das ist für Gerlinde und Günther Adam aus München, die sich ebenfalls an die Tourist-Info gewandt haben, nur ein schwacher Trost. „Wir würden uns wünschen, dass wir bei unserem nächsten Besuch in dieser wunderschönen Gegend angenehmere Erinnerungen mitnehmen und dass Mittenwald seine Gäste und Hoteliers bei Eis und Schnee nicht wieder zur Eigenintiative zwingt.“ Die beiden berichten in diesem Zusammenhang von ihrem jüngsten Erlebnis am Lautersee. 

„Stöcke helfen nicht immer“

„„Damit die Abreise gegen Mittag erfolgen konnte, mussten Hotelgäste und Hotelangestellte ohne geeignete Ausrüstung (keine Schaufel im Splittkasten!) die Straße eigenhändig streuen.“ Die Whitfields, dort ebenfalls untergebracht, sprechen bei der An- und Abreise sogar von einem „Abenteuer“. „Die Begeisterung mancher Taxifahrer, Gäste zum Lautersee zu bringen, hält sich in Grenzen.“ Die Münchner erzählen zudem von einigen älteren Urlaubern, „die sich zum Lautersee zu Fuß hochkämpften“, die auf eisigem Geläuf gestürzt seien. „Wir selber sind inzwischen mit Gleitschutz und Stöcken ausgestattet, aber auch das hilft nicht immer.“

Die konkrete Forderung der Whitfields: „Da Mittenwald außer Natur leider nicht mehr viel zu bieten hat und wohl in einen seltsamen Dornröschenschlaf versunken ist, bitten wir Sie, uns Touristen wenigstens noch die Möglichkeit zu geben, die Wanderwege und Straßen risikolos zu nutzen.“

Diese Kritik nimmt Alpenwelt-Karwendel-Chefin Blandau gerne zur Kenntnis. Doch Abhilfe schaffen, sei schwierig. „Es ist halt eine Winterlandschaft.“

Christof Schnürer

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