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Die Frau mit der Bratsche: Instrumentenbau-Meisterin Wiebke van der Wall gibt in Mittenwald ihr Instrument ab.

Rund 100 Instrumente erreichen Mittenwald 

Geigenbau-Wettbewerb: Erstmals Kooperation mit Schloss Elmau

Zum achten Mal bereits findet in Mittenwald der Internationale Geigenbau-Wettbewerb statt. Fachkundige Juroren werden von 18. bis 23. Mai rund 100 eingereichte Instrumente aus aller Welt prüfen und die besten auszeichnen.

Mittenwald – „Natürlich will ich Gold holen.“ Als Wiebke van der Wall das sagt, muss sie unwillkürlich lachen. Denn sie weiß sehr wohl, dass Neueinsteiger beim Internationalen Geigenbau-Wettbewerb in Mittenwald wohl eher Außenseiterchancen haben. Daher revidiert die frischgebackene Instrumentenbau-Meisterin aus Hohenschäftlarn ihr zunächst forsch formuliertes Ziel: „Die Erwartungen sind nicht ganz so hoch.“ Aber reine Zählkandidatin will die 30-Jährige, die blockweise ihre Berufsschule zwischen 2008 und 2011 in Mittenwald absolvierte, nicht sein. Vor kurzem kehrte sie in die Karwendelgemeinde zurück, um in der Spedition Neuner (erste Sammelstelle) ihr Bratsche einzureichen. „Es ist mein Meisterstück und zugleich mein Wettbewerbsstück.“

Es ist eines von rund 100 Celli, Violas und Geigen, die aus allen Kontinenten zur achten Auflage des Mittenwalder Wettbewerbs eingesandt wurden. „Diesmal sind’s nicht ganz so viele als sonst“, teilt Mitorganisator Georg Neuner, der stellvertretende Rektor der Geigenbauschule, mit. Denn parallel dazu findet im italienischen Geigenbau-Mekka Cremona ebenfalls ein Contest statt. „Zudem hängen einige Instrumente noch beim Zoll.“ Spätestens am 18. Mai sollten sie alle in Mittenwald eingetroffen sein. Dann beginnt über fünf Tage hinweg die Prüfung der einzelnen Stücke durch ein fachkundiges Gremium aus fünf Juroren.

Parallel dazu gibt es wieder ein hochkarätiges Programm mit Fachvorträgen, Konzerten, offenen Meisterklassen und Werkstattbesuchen – erstmals kooperieren die Mittenwalder dabei mit den Kultur-Profis von Schloss Elmau.

Alles in allem eine runde Sache. Seit 1989 gibt es im Geburtsort des legendären Geigenbau-Begründers Matthias Klotz (1653 bis 1743) diesen inzwischen in der Fachwelt renommierten Wettbewerb. „Der Name der Alpenwelt Karwendel wird in die ganze Welt hinausgetragen“, gerät Bürgermeister Adolf Hornsteiner regelrecht ins Schwärmen. Ein besonderes Erlebnis für ihn, den leidenschaftlichen Zitherspieler, sind die unzähligen Hörproben. „Da erkennt man dann, wieviel Potenzial nach oben noch möglich ist.“

Christof Schnürer

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