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Wird unter die Lupe genommen: die sanierte Geigenbauschule Mittenwald, hier eine Archivaufnahme.

Landratsamt lässt Proben von Fußboden entnehmen

Geigenbauschule Mittenwald: Warten auf Untersuchungs-Ergebnisse

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Die Mittenwalder Geigenbauschule beschäftigt nach wie vor das Landratsamt. Mittlerweile wurden weitere Schritte eingeleitet. Die Kreisbehörde hat weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben. 

Mittenwald – Es ist schon fast so etwas wie ein Fall für einen Meister-Detektiv oder eine Spürnase. Nach wie vor ist ungeklärt, woher damals der Gestank in der sanierten Geigenbauschule Mittenwald kam. Auch was dazu führte, dass RektorDr. Frederik Habel und eine Angestellte kurz nach dem Einzug in die renovierten Verwaltungsräume im September 2013 erkrankten, bleibt ein Rätsel.

Sie leiden an einer „Mehrfachen Chemikalien- Sensivität“ (MCS), die sich unter anderem durch Augenbrennen, Atemnot und Übelkeit äußert. Ausgelöst durch Substanzen, die sich „ungünstig verbunden haben“, erklärte der Leiter im März 2016 gegenüber dem Tagblatt. Das Landratsamt als Sachaufwandsträger wusch seine Hände stets in Unschuld, verwies auf Gutachten, bei denen die Werte nicht alarmierend ausfielen. Das Thema ist auch heute noch nicht vom Tisch. Bis es ad acta gelegt werden kann, dauert es noch. Der Landkreis hat weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben. Noch fehlen die vollständigen Ergebnisse.

Dieses Vorgehen hatte Kreisbaumeister Alkmar Zenger bereits im November vergangenen Jahres in der Sitzung des Schulausschusses angekündigt. Bei der jüngsten Zusammenkunft der Mitglieder ging es zwar eigentlich nur um die Restabwicklungskosten in Höhe von 100 000 Euro, mit denen unter anderem ausstehende Handwerker-Rechnungen sowie Honorare für Planer beglichen werden sollen, doch Robert Allmann (SPD) erkundigte sich nach dem aktuellen Sachstand. Zenger lieferte eine Antwort. Es gebe einen „Entwicklungsprozess“, der noch nicht abgeschlossen ist.

Was sich hinter diesem allgemeinen Begriff verbirgt, darauf ging er nicht näher ein. Doch er meinte die neuen Untersuchungen. „Um letzte Zweifel über die Ursache der Gerüche im Gebäude auszuräumen, hat der Landkreis in zwei Referenzräumen vorsorglich auch Proben des gesamten Fußbodenaufbaus mit seiner über 100 Jahre alten Unterkonstruktion entnehmen lassen“, teilt Behörden-Sprecher Stephan Scharf auf Tagblatt-Nachfrage mit. Diese seien bei dem Umbau gar nicht angetastet worden.

Zum besseren Vergleich wurden die Probenentnahmen auch auf die Räume im Erdgeschoss – Sekretariat und Direktorat – erstreckt. „Auch wenn alle Messungen bestätigt haben, dass hier die Raumluft nicht relevant belastet ist“, bringt er klar zum Ausdruck. Deshalb stellte man bei der ausführenden Firma seinerzeit auch keine Mängel-Anzeige, wie es in der Baubranche aus Regressgründen üblich ist. „Während und nach der Sanierungsphase waren keine konkreten Mängel feststellbar.“

Erste Resultate der neuesten Proben gibt es schon, können aber, wie Zenger in der Sitzung betonte, noch nicht veröffentlicht werden. „Da ist eine eingehende Diskussion notwendig.“ Erst sobald die Ergebnisse vollständig vorliegen und ausgewertet sind, wird über das weitere Vorgehen mit dem Landesamt für Denkmalpflege entschieden, ergänzt Scharf.

Solange ist auch nicht mit der Umsetzung des geplanten Raumnutzungskonzepts zu rechnen, das die Kreisbehörde und die Schulleitung Mitte des vergangenen Jahres erarbeitet haben. Im Laufe des Juli wollte der Rektor, der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, den Entwurf schulintern diskutieren.

Nun, einige Monate später, müssen sich die betroffenen Mitarbeiter der Einrichtung weiter in Geduld üben. „Erst nach Abschluss der Untersuchungen der Bodenproben kann eine vernünftige Entscheidung getroffen werden“, teilt Scharf mit. Etwa dreieinhalb Jahre, nachdem die Krankheitssymptome auftraten.

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