Drei Personen stehen im Mittenwalder Geigenbaumuseum
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Präsentieren Mittenwald aus der Sicht von Malern und Fotografen: (v.l.) Hugo Weineisen, Dr. Constanze Werner und Wolfgang Schwind. 

Gemälde trifft Foto

Geigenbaumuseum: Neue Ausstellung am Freitag eröffnet

  • vonWolfgang Kunz
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Nach monatelanger Vorbereitung war es am Freitag soweit: Im Mittenwalder Geigenbaumuseum eröffnete die Ausstellung „Gleicher Blickwinkel – Mittenwald gemalt und fotografiert“.

Mittenwald – Gute Nachricht für Kulturfreunde: Im Mittenwalder Geigenbaumuseum an der Ballenhausgasse eröffnete am Freitag die Ausstellung „Gleicher Blickwinkel – Mittenwald gemalt und fotografiert“. Zu sehen sind idyllische Dorfansichten, Marterl- und Kirchenmotive, aber auch imposante Berglandschaften.

Die Idee zu dieser bildlichen Gegenüberstellung nach dem Motto „Gemälde trifft Foto“ hatte Wolfgang Schwind. Der Vorsitzende des Kulturkreises Mittenwald-Krün-Wallgau, der diese Präsentation unterstützt, sammelt mit Ehefrau Anneliese alte Ölbilder diverser Maler. Viele zeigen Mittenwald und seine damalige Umgebung.

„Die künstlerische Freiheit, dem Motiv eines farbigen Gemäldes ein altes Schwarz-Weiß-Foto gegenüberzustellen, hat mich seit 2013 fasziniert“, verrät Schwind. Damals hatte der Bildersammler im Geigenbaumuseum mit seinen Privatgemälden schon die Gemäldeschau „Vor großer Kulisse – Malen in Mittenwald“ arrangiert. Heuer hat Schwind zusammen mit Hugo Weineisen, der als Fotograf, Restaurator und Archivar von alten Mittenwald-Fotografien bekannt ist, und Museumsdirektorin Dr. Constanze Werner, aus seinem Fundus 30 Ölbilder ausgewählt.

Es war monatelange Arbeit

Hugo Weineisen

„Es war monatelange Arbeit“, sagt Weineisen in Bezug auf seine Suche nach der jeweils zum Gemälde passenden Fotografie. „Ich musste in meinem Archiv unter mehreren tausend Bildern den richtigen Blickwinkel finden.“

Für Museumsleiterin Werner ist die Ausstellung eine Reise in die Vergangenheit. „Alle bei uns ausgestellten Maler sind weitgehend unbekannt und zum Großteil der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuzuordnen.“ Sie gehörten ihr zufolge zur akademisch gut ausgebildeten Mittelschicht. Die Maler nahmen teilweise auch an internationalen Kunstausstellungen teil.

Feierliche Eröffnung für Juli geplant

Es gab sogar welche, die wie Will Howard nach Mittenwald zogen und dort ihre Bilder direkt aus den Ateliers an Feriengäste verkauften. Anian Ihrl (1860 bis 1936) hat sogar davon gelebt, weiß Werner. „Er hat sich als erster Berufsfotograf hier niedergelassen und einen Ansichtskartenverlag gegründet.“ Zusammen mit seinem gleichnamigen Sohn, der von 1889 bis 1962 lebte, und anderen Fotografen prägte Ihrl so das Bild von Mittenwald entscheidend mit. Er dokumentierte, wie es unter dem Karwendel bis in die 1950er Jahre ausgesehen hat.

Die „Bildvergleiche“, die im Erdgeschoß und in der ersten Etage zu bestaunen sind, werden dem Betrachter durch passende Beschreibungen auf direkt daneben angebrachten Fotokarten erläutert.

„Unser gemeinsamer Wunsch ist es“, verrät Museumsleiterin Werner, „dass wir bei Rückgang der Corona-Zahlen vielleicht schon im Juli die Ausstellung mit einem kleinen Festakt und einer Lesung offiziell eröffnen können.“

Hinweis

Die Präsentation ist diesen Freitag und Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An diesem Sonntag ist sie ebenfalls zugänglich, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 liegt. Es empfiehlt sich, vor einem etwaigen Besuch beim Geigenbaumuseum unter der Telefonnummer 0 88 23/25 11 anzurufen und sich anzumelden. An diesem Freitag ist die Schauwerkstatt ab 14 Uhr geöffnet.

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