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In Signalfarbe: Die rote Mitfahrbank steht an der Dorfstraße in Aidling. 

Informations-Veranstaltung geplant

Mehr Mobilität durch Mitfahrbänke: Jetzt ist das Isartal an der Reihe

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Die Idee ist nicht neu: In einigen Orten gibt es bereit Mitfahrbänke. Jetzt sollen sie auch in den Isartaler Gemeinden aufgestellt werden. 

Oberes Isartal – Manchmal ist spicken erlaubt. Sogar sinnvoll. So wie bei den Mitfahrbänken. Monika Thalmayer kennt diese aus dem nördlichen Landkreis. Dort hat Papierkünstler Johannes Volkmann das Projekt für die Verbindung zwischen Murnau, Aidling und Riegsee initiiert. „Ich war damals schon begeistert“, sagt die Krünerin. Am Nachhaltigkeitsstammtisch wurde die Idee, solche Bänke im Isartal zu installieren, geboren. Thalmayer nahm sich der Sache an und stieß bei den Bürgermeistern der drei Orte auf offene Ohren. Die Theorie soll in die Praxis umgesetzt werden.

„Wir haben uns sozusagen interkommunal zusammengesetzt“, sagte Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) am Dienstagabend im Gemeinderat. Krün und Wallgau gaben bereits grünes Licht. Nun zog die Marktgemeinde nach. Alle Mandatsträger stimmten für das Vorhaben.

Der Plan sieht vor, an den jeweiligen Ortseingängen eine Mitfahrbank aufzustellen und eine entsprechende Beschilderung anzubringen. In Mittenwald einigte man sich auf den Standort im Bereich der Trafostation (ehemalige Milchbank) an der Partenkirchner Straße. Ob das der geeignete Platz ist, stellte Florian Lipp (Freie Wähler) allerdings in Frage. Generell bewertet er die Mitfahrbänke als „super Sache“. Nur sei am anvisierten Standort die Parknische meistens belegt. „Das ist dort nur sinnvoll, wenn der Stellplatz frei ist“, betonte er. Der Rathauschef wies daraufhin, dass es sich dort erstens um eine verkehrsberuhigte Zone handle und zweitens noch Gespräche über die Beschilderung ausstehen. Die Wahl auf das Areal an der Trafostation fiel ihm zufolge vor allem aufgrund der zentralen Lage.

Erst einmal Erfahrungen sammeln

Mit den Mitfahrbänken wollen die Gemeinden einen Versuch starten. „Wir vergeben uns nix“, sagte Hornsteiner. Der Aufwand – minimal. Aber man steigt nicht gleich mit einem Großaufgebot ein. „Wir müssen Erfahrungen sammeln“, meinte Hornsteiner. Kommt das Angebot gut an, kann es jederzeit erweitert werden. Klaus Zwerger (Bürgervereinigung) gefällt an dem Projekt vor allem, „dass man was für die Umwelt tut und Doppelfahrten vermeiden kann“.

Diese Meinung vertritt auch Thalmayer. Oft geht sie mit ihrem Hund spazieren. Schaut sie in die vorbeifahrenden Autos rein, sieht sie, dass meistens nur eine Person drinsitzt. Die Krünerin hofft auf Fahrgemeinschaften, um den Verkehr zu reduzieren. Gleichzeitig glaubt sie, dass das soziale Miteinander gestärkt wird. Allein nur dadurch, dass „man sich im Auto nett austauscht“. Der Vorteil: Wer nicht mit einem Fremden fahren möchte, der wartet einfach, bis ein bekanntes Gesicht anhält.

Gerade für Senioren erachtet sie das Angebot von Vorteil. In Krün beispielsweise liegen die Ortsteile weit auseinander. Ob jemand Einkaufen oder Kaffeetrinken gehen will – er muss nur warten, einsteigen und los geht’s.

Wie die Bänke aussehen sollen, steht noch nicht fest. Das wird beim nächsten Stammtisch am 30. Januar im Krüner Kurhaus diskutiert. Thalmayer könnte sich gut vorstellen, sich an den roten Exemplaren im Murnauer Raum zu orientieren. Die Finanzierung ist noch nicht abschließend geklärt, ebenfalls nicht, wann genau die Bänke aufgestellt werden. „Sobald der Schnee weg ist“, sagt Thalmayer. Spätestens bis Sommer. Konkreteres, zum Beispiel die Versicherungs- und Sicherheitsfrage, stellt die Initiatorin am 20. März bei einer Informationsveranstaltung im Krüner Rathaus vor.

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