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Geröllwüste: Wo das Karwendelbad stand, beseitigen Bagger die Überreste.

Entscheidung in Mittenwald 

Hallenbad-Neubau: Am Dienstag wird Geheimnis gelüftet

Eine wegweisende Entscheidung wird in Sachen Hallenbad-Neubau getroffen. Der Mittenwalder Marktgemeinderat legt sowohl Größe und Ausstattung der künftigen Anlage als auch den Standort fest. Und möglicherweise gibt es imZuge der Debatte auch eine Überraschung.

Mittenwald – Kein Thema hat in der zurückliegenden Dekade den Ort mehr entzweit wie die Diskussion über ein neues Hallenbad. Am Dienstag, 6. März, wird im Mittenwalder Marktgemeinderat ein weiteres Kapitel bei diesem Politikum aufgeschlagen. Das Kommunalparlament legt Ausstattung und Größe sowie den Standort der künftigen Anlage fest.

Vieles deutet dabei auf das sogenannte Nemayer-Areal auf der gegenüberliegenden Seite des inzwischen plattgemachten Karwendelbads hin. Dem Vernehmen nach soll sich der vorberatende Arbeitskreis auf dieses Gelände ohne Gegenstimmen geeinigt haben. Details über die internen Gespräche dieses Gremiums mit Gemeindewerkschef Matthias Pöll, Armin Görlich (Bürgerinitiative Pro Hallenbad), den Fraktionsvertretern Dieter Schermak (CSU), Florian Lipp (Freie Wähler), Klaus Zwerger (Bürgervereinigung) und Enrico Corongiu (SPD) sowie Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) lässt sich letztgenannter nicht entlocken. „Das entscheidet heute der Gemeinderat“, gibt sich der Rathauschef – vor dem Bürgerentscheid im Februar 2017 ein klarer Gegner des Hallenbad-Neubaus – eher zurückhaltend.

In der Sitzung wird Hornsteiner vermutlich den Neubau der künftigen Freizeitanlage auf dem ohnehin seit jeher vorgesehenen gemeinde-eigenen Gelände – im Volksmund Nemayer-Areal – empfehlen. Die Alternativstandorte am Eisstadion beziehungsweise im Ried sind offenbar durchgefallen. Wie schon zu Zeiten eines an der Dammkarstraße geplanten Vier-Sterne-Hotels soll das neue Schwimmbad klein und kompakt sein und den Finanzrahmen von maximal zehn Millionen Euro nicht überschreiten. „Nicht mehr und nicht weniger“, verdeutlicht Initiativen-Sprecher Görlich. Selbstverständlich wird er heute Abend die Aussprache im Rathaus mitverfolgen.

Für die Planungen soll die Marktgemeinde im Haushalt 2018 rund 680 000 Euro bereitgestellt haben. So viel zu den Fakten. Es spricht also einiges dafür, dass die Debatte trotz dieses Reizthemas verhältnismäßig ruhig ablaufen wird. Möglicherweise könnte es aber trotzdem hitziger werden. Und zwar dann wenn Gemeinderat Michael Altmann (CSU) seine Ankündigung von November 2017 bekräftigt. Der Christsoziale regte vor gut drei Monaten ein Ratbegehren an, falls Kosten und Standort für dieses umstrittene Projekt geklärt seien. „Das ist meine ganz persönliche Meinung“, beteuerte er tags darauf gegenüber dem Tagblatt.

Heute Abend werden im Gemeinderat all diese Geheimnisse gelüftet. Der ideale Zeitpunkt für Altmann, seine damalige Forderung als Antrag zu formulieren. Doch das wäre für die Vertreter der Bürgerinitiative, die vor 13 Monaten einen hauchdünnen Sieg (50,2 zu 40,8 Prozent) eingefahren hatte, ein geradezu unerträglicher Gedanke. Von einem solchen Vorstoß weiß Görlich bislang nichts. „wir werden es sehen“, sein trockener Kommentar dazu.

Christof Schnürer

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