Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht
+
So könnte sie mal aussehen: Die geplante Mehrfach-Turnhalle auf dem Kasernen-Gelände soll mit einem Flachdach ausgestattet und mit vergrautem Holz verkleidet werden.

Geschmäcker sind verschieden

Geplante Mehrfach-Turnhalle der Bundeswehr: Kontrapunkt zur Nazi-Architektur

Der Entwurf für die geplante Mehrfach-Turnhalle der Bundeswehr in der Edelweiß-Kaserne in Mittenwald wird von Lokalpolitikern rege diskutiert – und zum Teil kritisiert.

Mittenwald – Groß, mächtig und brachial: Der Betrachter sollte schon beim Erblicken eingeschüchtert werden mit der klaren Botschaft: Das Volk ist alles, Du als einzelner Mensch bist nichts. Nach diesem Bestreben entstanden während der Zeit des Nationalsozialismus vorrangig in den 1930er Jahren teils kolossale Bauten. Auch die Mittenwalder Edelweiß-Kaserne wurde im Jahr 1937 mit gleicher Wirkung errichtet. Nun hat Alexander Pfletscher vom Architektur-Büro PSA ein Ziel: Mit der geplanten Mehrfach-Turnhalle sowie einem neuen Gebäude für die Kleiderkammer der Standortverwaltung (StoV) soll die schwere und dominante NS-Architektur mit einem modernen Eingriff aufgebrochen werden. „Ein Gegenpart zu den großen und mächtigen Gebäuden der Kaserne.“

Marktgemeinde hat keinen rechtlichen Anspruch auf Berücksichtigung ihrer Meinung

Der Mittenwalder Bau- und Umweltausschuss erfuhr diese Woche als eine der ersten von der geplanten Zweifach-Sporthalle, die auf dem Sportplatz der Edelweiß-Kaserne entstehen soll. Zwar hat die Marktgemeinde keinen rechtlichen Anspruch auf die Berücksichtigung ihrer Meinung. Dank des Kenntnisgabe-Verfahrens allerdings dürfen das Marktbauamt und der Gemeinderat „Anregungen und Anmerkungen zur Planung abgeben“, erklärte Marktbaumeister Ralf Bues. „Diese werden dann vom Staatlichen Bauamt gewertet und eventuell auch berücksichtigt.“ 

Architekt Pfletscher und der Leiter des Staatlichen Hochbauamtes Weilheim, Peter Aumann, warfen deshalb schon vor der offiziellen Präsentation der neuen Sporthalle verschiedene ähnliche Beispiele auf die Leinwand im Ägidius-Jais-Sitzungssaal. „An diesen Projekten haben wir uns orientiert“, sagte der Architekt. Gezeigt wurde unter anderem das neue Finanzamt in Garmisch-Partenkirchen sowie ein Unterkunftsgebäude in Herrsching. Beide Gebäude wurden mit Flachdach und Holzummantelung errichtet. Für einige Gemeinderäte war spätestens jetzt klar, wohin die architektonische Reise geht.

Flachdach oder nicht?

Es folgte die Vorstellung der neuen Mehrfach-Sporthalle. „Ein zeitgemäßer Holzbau in traditionellem Kontext“, erläuterte Pfletscher seinen Entwurf. Entstehen soll eine große Halle, die in zwei kleinere aufgeteilt werden kann. Umkleiden und Duschen hat man in der Planung so konzipiert, dass sie wie der Sportbereich selbst erdgeschossig und barrierefrei zu erreichen sind. Durchbrochen wird das in grau-gehaltene Holzgebäude mit einer Fensterfassade, „dass viel Tageslicht zulässt“. Vis à vis entsteht mit der neuen Kleiderkammer der Bundeswehr in gleicher Optik der größere Bruder der Sporthalle.

Auch für Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) ist nun klar, dass die Edelweiß-Kaserne künftig gänzlich „ein neues Gesicht“ bekommt. „Spielt ein Satteldach heute keine Rolle mehr?“, hakte er nach und kam damit dem Gemeinderat Florian Lipp (Freie Wähler) zuvor. Dieser hält von der neuen Architektur gar nichts. „Ist es denn nicht möglich, die Halle ein wenig in den Boden zu versenken und dann ein nettes Satteldach darauf zu machen?“, fragte der Baureferent. Denn auch wenn die neue Sporthalle aufgrund „einer Dachneigung von drei bis sieben Prozent rein technisch gesehen kein Flachdach ist“, wie Pfletscher erklärte, sei die Wirkung für Lipp eindeutig: „Es ist und bleibt trotzdem ein Flachdach.“

Kosten von derzeit rund 2,35 Millionen Euro

Die Erklärung von Hochbauamts-Chef Aumann blieb pragmatisch: Gebaut werden heutzutage bevorzugt Flachdächer, weil die Sattel-Variante „unnötige Platzverschwendung“ bedeutet. Auch die Entwässerung würde sich durch die Sieben-Grad-Neigung unproblematischer gestalten. Tiefer gelegt soll die Halle nicht werden, weil sie sonst „nicht mehr barrierefrei“ wäre und die Kosten durch einen Lift in die Höhe schießen würden. Diese beziffert Hochbauamts-Chef Aumann derzeit auf etwa 2,35 Millionen Euro.

„Aber warum muss der Bau dann auch noch in Grau gehalten werden“, kritisierte Lipp. „Wir wollen damit der unregelmäßigen Vergrauung der Holzoberfläche entgegenwirken“, entgegnete Pfletscher. Denn es sei dem heutigen Klima geschuldet, dass Holzgebäude nicht mehr so gleichmäßig ergrauten wie früher.

Das Votum fiel dann deutlich aus: Mit 7:1 stimmten die Lokalpolitiker dem Beschlussvorschlag des Bauamtes zu, der die „Errichtung einer Sporthalle begrüßt“ und das „Einvernehmen grundsätzlich erteilt“. Allerdings regte der Ausschuss an, „aufgrund der prominenten Lage des Vorhabens und der umgehenden Bebauung“ ein mögliches Satteldach für das Gebäude prüfen zu lassen. Einzig Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) kann der Anregung nichts abgewinnen: „Ich finde das Gebäude schön so.“

Josef Hornsteiner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jim-Knopf-Film entflammt Interesse an Michael Endes Erbe neu
Michael Ende zählt zu den weltberühmten Söhnen von Garmisch-Partenkirchen. Die Frage, wie sein Erbe in seinem Geburtsort gepflegt werden kann, ist seit Langem Thema. …
Jim-Knopf-Film entflammt Interesse an Michael Endes Erbe neu
Unbekannter entzündet fahrlässig Feuer an einer Lagerhütte
Das hätte schlimmer ausgehen können. Ein bislang Unbekannter hat einen kleinen Brand in Seehausen verursacht. Ein Passant hat diesen glücklicherweise entdeckt. 
Unbekannter entzündet fahrlässig Feuer an einer Lagerhütte
Tour auf die Zugspitze: Derzeit ist höchste Vorsicht gefragt
Obacht geben - das ist dieser Tage beim Aufstieg über das Höllental auf die Zugspitze ganz besonders wichtig. Die Schneebrücke wird dünner. Ein Experte sagt, worauf …
Tour auf die Zugspitze: Derzeit ist höchste Vorsicht gefragt
Festzug zum Gaujugendfest - eine Augenweide
Brauchtum von seiner schönsten Seite erlebten am Sonntag hunderte Zuschauer beim großen Festzug durch den Ortsteil Partenkirchen. 2000 Mädchen und Buben aus den 31 …
Festzug zum Gaujugendfest - eine Augenweide

Kommentare