Jeder Handgriff muss sitzen: Mit voller Konzentration meistert Stefan Reich den Probedurchgang auf der von ihm initiierten Eispassage unterhalb der Karwendelbahn-Bergstation auf über 2200 Metern Höhe. Foto: Hansi Heckmair (fkn)

Gewaltige Eissäule lockt Kletterer ins Karwendel

Mittenwald - Seit Jahresbeginn ist Mittenwald um eine Attraktion reicher. Ein künstlicher Eis-Wasserfall lockt tollkühne Alpinisten ins Karwendel.

Zu viel Wind und zu große Kälte haben einen früheren Start verhindert. Doch mit dem neuen Jahr lockt ein 90 Meter hoher künstlicher Eiswasserfall so manchen Bergfex ins Karwendel. Rund 15 000 Liter Regenwasser sorgten seit Mitte Dezember für eine stetige Berieselung und das Wachsen der spektakulären Eissäule unterhalb der Karwendelbahn-Bergstation. Mittlerweile ist die Eiskletterlinie, wie sie in Fachkreisen geannt wird, fertig. Eingerichtet wurde sie mit einem letzten Probedurchgang kurz vor Silvester von derem geistigen Vater Stefan Reich (34) und seinen Bergführer-Kameraden Florian Mössmer (Leutasch) und Ulrich Steiner (Garmisch-Partenkirchen). „Diese Passage sollten aber nur wirklich gute Eiskletterer nutzen“, betont Reich. „Denn sie hat die fünfte von sechs so genannten WI- (Wasser-Eis) Stufen.“

An der Bergstation liegen drei Fixseile mit 90 Metern Länge für die Kletterer bereit. Sie können sich daran abseilen und dann in der Eissäule wieder hinauf steigen. „Im Zwischenteil befindet sich eine rund sechs Meter hohe Felspassage der Schwierigkeitsstufe fünf“, sagt Reich. „Ein guter Kletterer benötigt für diese Tour zirka drei Stunden.“ An Ausrüstung werden neben sachgemäßer Bekleidung zwei Eisgeräte (Pickel) und Steigeisen benötigt. Die Nutzung der neuen Attraktion ist für Kletterer übrigens kostenlos. „Wir bieten aber auch geführte Eistouren an“, teilt Reich mit.

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