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Fliegende Hoffnung: Der Tiroler Hubschrauber RK2 startet am Mittenwalder Kaffeefeld zur Rettungsaktion auf dem Karwendel.

Glanzleistung bei Sturmböen

Hubschrauber-Rettung auf dem Karwendel

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Eine Meisterleistung hat ein Hubschrauber-Pilot aus Tirol vollbracht. Bei Sturmböen steuerte er seine Maschine auf dem Karwendel durch den starken Wind - und rettete so zwei Menschen.

Mittenwald – Dieser Job ist nichts für Zartbesaitete. Das, was Pilot Jörg Straub am Sonntag in Mittenwald mit seinem Rettungshubschrauber leistete, ist aller Ehren wert. Bei stürmischen Herbstwinden rettete der Luftakrobat mit seinem RK2 aus dem Tiroler Reutte einen Fotografen und eine Bergsteigerin auf dem Karwendel. „Das war eine unglaubliche, fliegerische Leistung“, schwärmt Heinz Pfeffer, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Mittenwald, über die Fertigkeiten des Piloten. Gleich zwei Menschen konnten so vor einer Zwangsübernachtung in den kalten Berggipfeln des Karwendels gerettet werden. Doch was war passiert?

Am Samstag fuhr ein 49-jähriger Mann aus Gilching bei München mit der Seilbahn hinauf aufs Karwendel. Mit dabei hatte er unzählige Stative, Kameras und Beleuchtungs-Ausrüstung. Sein Ziel: die Stimmung im Gebirge auf über 2000 Metern Höhe mit dem Fotoapparat einzufangen. Des Weiteren führte er ein Zelt mit sich. Denn er wollte dort oben biwakieren, um nicht nur den Sonnenuntergang, sondern auch die Nacht festzuhalten.

Am nächsten Morgen dann der Schock. Die Bergbahn konnte aufgrund des heftigen Windes am Sonntag nicht fahren. Der Mann stand somit vor verschlossenen Türen an der Bergstation. „Um 10 Uhr bekamen wir einen Anruf“, berichtet Martin Müller, der Einsatzleiter der Bergwacht Mittenwald. Da der Gilchinger nach eigenen Angaben Knieprobleme hatte, forderte Müller den Rettungshubschrauber RK2 aus Tirol an. „Die Bedingungen waren überhaupt nicht gut zum Fliegen.“ Doch Pilot Straub hatte die Lage im Griff.

Gerade als er startete, bekamen die Bergretter einen zweiten Anruf. „Eine Frau aus München (Jahrgang 1972) ist zu Fuß auf den Karwendel gestiegen, um dann hinunter zu fahren.“ Auch sie stand ratlos an der Bergstation. Sie teilte den Rettungskräften mit, dass sie vor einem halben Jahr eine Kreuzband-Operation gehabt habe. Deshalb könne sie ebenfalls nicht mehr absteigen.

Oben an der Bergstation angekommen, kämpfte der Rettungshubschrauber enorm mit dem Wind. „Es hat den ganzen Tag über schwere Sturmböen bis zu Windstärke 8 gegeben“, erklärt Guido-Peter Wolz, Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst in München. Das entspricht Windstärken zwischen 62 und 74 Kilometern pro Stunde. „Genug, um Äste abzureißen“, beschreibt der Experte vom Wetterdienst.

Dank der Leistung von Piloten Jörg Straub konnten die beiden Bergsteiger sicher ins Tal gebracht werden. Müller ergänzt: „Für die Fotoausrüstung brauchten wir aber einen eigenen Bergesack.“

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