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Ein Schmuckstück in Premiumlage: das Kranzberg-Gipfelhaus.

Berghütten-Charakter darf nicht verloren gehen

Große Pläne für Kranzberg-Gipfelhaus

Was soll aus dem Kranzberg-Gipfelhaus werden? Jetzt wurden im Bau- und Umweltausschuss des Marktes Mittenwald die Pläne des neuen Eigentümers vorgestellt, der sich einen lukrativen Beherbergungsbetrieb vorstellt.

Mittenwald – In der Mittenwalder Bau- und Umweltausschusssitzung behandelten die Ortspolitiker ein Objekt in Schmankerl-Lage, um das es in den vergangenen Jahren ruhiger geworden ist: das Kranzberg-Gipfelhaus. Der Besitzer aus München will das Berggasthaus nicht nur in neuem Glanz erstrahlen lassen, sondern auch zu einem lukrativen Beherbergungsbetrieb erweitern.

Im Februar dieses Jahres wurde den Gerüchten ein Ende bereitet: Der damalige Besitzer Rainer Weideneder verkündete öffentlich, dass der Verkauf des Kranzberg-Gipfelhauses besiegelte Sache sei. Eigentümer ist seither ein Münchner, der allerdings noch nicht in der Öffentlichkeit präsent war. In der besagten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses offenbarten sich nun die Pläne für den künftigen Gast- und Beherbergungsbetrieb.

So sollen die Personalräume und die Betreiberwohnung in Beherbergungsräume umgewandelt werden. Das Ziel: eine schöne, kleine Unterkunft. Auch das Lager im Untergeschoss soll künftig als Gastraum genutzt und das Gebäude um Garagen und einen Löschwassertank erweitert werden. „Grundsätzlich stimmen wir dem Antrag zu“, erklärte Marktbaumeister Ralf Bues. So sah es auch der Ausschuss, der die Weiterbehandlung des Antrags einhellig absegnete.

Zugestimmt wird nur unter gewissen Auflagen: „Es muss eine geänderte Planung vorgelegt werden, in welcher der Löschwasserbehälter vollständig bedeckt ist.“ Nicht nur Gemeinderat Florian Lipp (Freie Wähler) rügte bei den aktuellen Plänen, dass der Wassertank mitten in der so gut wie unberührten Berglandschaft „voll sichtbar“ wäre. Und es kam die Frage auf, wie die Übernachtungsgäste künftig zum Kranzberg-Gipfelhaus gelangen. Denn die Straße hoch zum Gipfel teilen sich drei Parteien: die Gemeinde Mittenwald, der Privatbesitzer und die Bayerischen Staatsforsten. „Es muss eine privatrechtliche Vereinbarung mit dem Markt Mittenwald und der Forstverwaltung abgeschlossen werden“, hieß es. Mit dieser soll sichergestellt werden, dass der Privatweg zum Kranzberg „ausschließlich durch den Betreiber des Gastronomie- und Beherbergungsbetriebes genutzt werden darf“, stellte Bues klar. „Ferner ist hier die Beteiligung an den notwendigen Unterhaltsmaßnahmen festzuschreiben.“ Diese notarielle Vereinbarung sei im Grundbuch abzusichern.

Verhindert werden soll ein öffentlicher Verkehr auf dem schmalen Weg hinauf zum Gipfelhaus. Wenn die Auflagen der Gemeinde erfüllt werden, ist es für Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) ein „großer und wichtiger Schritt in die richtige Richtung im Kranzberg-Gebiet“. Bei den Umbauarbeiten dürfe zudem „der Berghütten-Charakter nicht verloren gehen“. Dem Beschluss waren zahlreiche Diskussionen vorausgegangen, ehe er nun öffentlich behandelt wurde.

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