Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Traumhafter Ausblick: Manuela Pinggèra am McAfee Knob in Virginia. Die Felsformation ist eines der beliebtesten Fotomotive auf dem „Appalachian Trail“.

Zwei Mammuttouren bereits geschafft

Großes Abenteuer! Mittenwalderin vor einer Mega-Wanderung

4500 Kilometer hat sie vor sich: Manuela Pinggèra will von Mexiko nach Kanada wandern. Fünf Monate lang wird sie unterwegs sein. 

Wandern als Passion: Manuela Pinggèra hat ihre Erlebnisse in Büchern festgehalten.

Mittenwald – Fünf Millionen Schritte durch 14 Bundesstaaten – und in fünf Monaten 10 bis 20 Kilo Gewichtsverlust: Der 3400 Kilometer lange Weitwanderweg „Appalachian Trail“ an der Ostküste der USA zwischen den Bundesstaaten Georgia und Maine ist für Tourengeher eine extreme Herausforderung. Manuela Pinggèra aus Mittenwald hat diese Strapazen schon zweimal geschafft. Jetzt wagt sich die 48-Jährige erneut alleine an den mit 4500 Kilometern noch längeren „Pacific-Crest-Trail“. Dieser verläuft von Mexiko entlang der Westküste der USA bis nach Kanada.

    Seit August 2000 wohnt die gebürtige Münchnerin und Grafik-Designerin unter dem Karwendel. „Mein Opa väterlicherseits stammt aus Partenkirchen. Deshalb bin ich mit meinen Eltern oft hier Ski gefahren und gewandert“, berichtet sie. Als sie in einer Zeitungsanzeige eine Wohnung in Mittenwald entdeckte, kam sie in den Karwendelort und lernte ihren Mann Detlef Ziesche kennen. In der Arbeit brachte ihr 2006 ein Kollege ein Buch über den „Appalachian Trail“ mit – ein Schlüsselerlebnis. „Das hat mir so gefallen, dass ich am liebsten sofort losgefahren wäre.“ Die wanderlustige Frau bewältigte die Mammuttour zuerst 2007 von April bis Oktober – und dann 2008 in umgekehrter Richtung. Eine erstaunliche Leistung: Pinggèra ist die erste Deutsche, die den Trail in beiden Richtungen komplett alleine gelaufen ist. Ihrem Mann war das Ganze zu anstrengend. Bestätigt wurde ihr der Erfolg von der „Appalachian Trail Conservancy“ in West Virginia, bei der sich alle Wanderer anmelden müssen.

    „Wenn man zwölf Kilometer pro Tag in vorher gut eingelaufenen Schuhen veranschlagt, kann man das auch untrainiert schaffen, denn der Weg selber macht fit“, sagt Pinggèra. „Da ich 25 Jahre klassisches Ballett gemacht habe, waren meine Füße Belastung gewöhnt.“ Es habe trotzdem 1000 Kilometer gedauert, bis sie richtig im Tritt gewesen sei. Dabei musste sie alles selbst schleppen: Rucksack mit Verpflegung, Einmannzelt, Schlafsack, aufblasbare Schlafmatte, Topf, Plastiklöffel und Esbitkocher. „Auf der Tour schickte ich mir selbst Päckchen mit der in den nächsten Tagen nicht benötigten Ausrüstung und Verpflegung voraus“, berichtete sie. Planung ist alles – und so hatte sie von den 37 Landkarten auch nur die für die nächsten Strecken benötigten dabei. Auf den Etappen über die Höhenkämme der Appalachen gab es auch nur wenige Waschgelegenheiten. „Vielleicht hat das geholfen, dass die wilden Tiere schon vorher geflüchtet sind“, lacht Pinggèra.

    Die Mittenwalderin, die mit ihren Bildern auch zwei Bücher über den „Appalachian Trail“ illustriert hat, bekam trotzdem genug wilde Tiere wie etwa Schwarzbären vor die Linse. „Das Leben und Wandern in freier Natur ist ein Schwerpunkt in meinem Leben“, sagt Pinggèra. „Auf den Tagesmärschen habe ich oft ans Essen gedacht und mir bei Hitze vorgestellt, wie schön jetzt eine Cola oder ein Eis wären.“ Abends im Zelt gab es oft nur Eintopf – und zur Abwechslung ein bisschen Musik vom MP3-Player. „Zum Lesen ist man zu müde – und nach ein paar Tagen hat man sich auch an die vielen seltsamen Geräusche aus der Natur gewöhnt.“

    Und weil jeder Trail anders ist, hat Pinggèra jetzt Lust auf die fünf Monate lange Tour entlang der Westküste der USA. Nächsten Mittwoch geht’s los: Pinggèra fliegt nach San Diego. „Nach einigen Besorgungen marschiere ich von Campo an der mexikanischen Grenze langsam in Richtung Kanada“, erzählt sie.

Wolfgang Kunz

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