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Wegweisende Entscheidungen werden heute Abend im Gemeinderat getroffen. 

Marktgemeinderat Mittenwald

Hallenbad: Eine Sitzung mit viel Zündstoff

Die Verabschiedung des Haushalts 2018 scheint vergleichsweise harmlos. Weitaus strittiger wird am Dienstag im Mittenwalder Marktgemeinderat über die brisanten Punkte Ratsbegehren zum Hallenbad und den Finanzplan diskutiert.

Mittenwald – Hallenbad – da ist es wieder dieses Reizwort, das den einst so harmonischen Mittenwalder Marktgemeinderat zuletzt so entzweit hat. In der Dienstag-Sitzung lässt die Bürgermeister-Partei CSU ihren Worten Taten folgen. Auf ihren Antrag hin soll’s im Ägidius-Jais-Saal zum Schwur beziehungsweise zum Ratsbegehren über den Bau oder Nicht-Bau dieser Freizeitanlage kommen.

Eine Entscheidung, die bei den Hallenbad-Befürwortern, die sich nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid schon als Sieger wähnten, die Zornesröte ins Gesicht treiben lässt. „Sie haben es tatsächlich getan!!!! Die CSU-Fraktion aus Mittenwald tritt den Bürgerwillen mit Füßen“, poltern beispielsweise die Freien Wähler auf ihrer Internetseite. Deren Fraktionssprecher Georg Seitz geht mit gemischten Gefühlen in die Aussprache. „Es gibt ja eigentlich keine neuen Erkenntnisse.“ Deshalb kann der 49-Jährige nicht nachvollziehen, warum man „noch mal 10 000 Euro rauswerfen“ sollte. So viel kostet offenbar der Bürgerentscheid, der dem Vernehmen nach Mitte Juni per Briefwahl vonstatten gehen soll. Seitz will in puncto Hallenbad im Ort eine eindeutige Anti-CSU-Stimmung ausgemacht haben. „Die spürt auch die CSU.“

Eine Wahrnehmung, die Zweiter Bürgermeister Gerhard Schöner (CSU) so nicht registriert hat. „Ich bin wegen unseres Antrags noch von keinem Bürger geschimpft worden.“ Von der Debatte erhofft er sich eines: „Dass sie sachlich bleibt.“ Auch wenn es um einige Eckpunkte im Finanzplan geht – wie etwa die Dreifach-Sporthalle oder die Kranzberg-Modernisierung. Diese Themen sorgen bei den Freien Wählern ebenfalls für Zündstoff. „Anstatt irgendwann mal ein Fass zuzumachen, machen wir 100 andere auf“, verdeutlicht Seitz.

Beim Reizwort Kranzberg hat auch Hallen-Vorreiter und Bad-Gegner Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) eine klare Meinung. „Mit solchen Aktionen vergisst man die Bürger vor Ort mit ihren essentiellen Problemen.“ Stichwort: sozialer Wohnungsbau. Beim Hallenbad-Ratsbegehren will sich Schmitz überraschen lassen. Grundsätzlich findet er, „dass alle Gruppierungen ein bisserl scheinheilig“ seien. Der BV-Mann spielt damit vermutlich auf die CSU an, die einen missliebigen Beschluss im Nachhinein revidieren möchte oder die Freien Wähler, die in der Hallenbad-Arbeitsgruppe alle Entscheidungen mitgetragen haben und sich plötzlich an einige Vorgaben nicht mehr erinnern. So oder so: „Ein sehr emotionales Thema.“

Da vergisst man glatt, dass in der Sitzung am Dienstag der Haushalt 2018 auf den Weg gebracht werden soll. Doch wie aus Rathaus-Kreisen zu vernehmen ist, wird das Millionen-Euro-Budget vergleichsweise locker-flockig im Polit-Theater Mittenwald über die Bühne gehen.

Christof Schnürer

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