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CSU-Ortsverband Mittenwald löscht Kommentare

Bekommen Hallenbad-Befürworter Maulkorb im Internet?

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Die Hallenbad-Diskussion geht weiter – zum Beispiel auf Facebook. Nun ist der Mittenwalder CSU-Ortsverband auf seiner Seite eingeschritten und hat Kommentare von Befürwortern gelöscht. Ein Vorgehen, das für Zündstoff sorgt.

Mittenwald – Er wollte einen Post kommentieren. Einen, den der CSU-Ortsverband Mittenwald auf seiner Facebook-Seite zum Thema Hallenbad veröffentlicht hatte. Doch Josef Zunterer junior scheiterte mit seinem Vorhaben. Keine Zeile konnte er schreiben. Der bekennende Bad-Befürworter wurde gesperrt, seine alten Beiträge gelöscht. „Das finde ich eine ganz große Frechheit“, betont er. Mit der Meinung steht der Mittenwalder nicht alleine.

Zunterer junior ist nicht der einzig Betroffene. Auch Steffi Schimkus, wie er Mitglied der Initiative „Karwendelbad 2020“, kann ihre Meinung auf der CSU-Seite nicht mehr äußern. Auf ihrem eigenen Profil lässt sie deshalb Luft ab – und erhält Zuspruch. Für die Aktion der Christsozialen haben die beiden überhaupt kein Verständnis. Zumal es sich um „sachliche Kommentare“ ihrerseits handelte, wie die zwei untermauern. „Wenn die CSU Artikel über die Initiative verlinkt, bei der ich dabei bin“, sagt Zunterer junior, „darf ich wohl was ins rechte Licht rücken.“ Beide sind sich einig: So ein Vorgehen ziemt sich nicht für eine demokratische Partei. „Da verbiete ich als Partei jemanden den Mund“, betont der Sohn des Freien-Wähler-Gemeinderats Sepp Zunterer.

Wer betreut die Facebook-Seite?

Dass die alte Debatte ums Hallenbad immer wieder aufflammt, dafür machen die zwei Verärgerten ebenfalls den CSU-Ortsverband verantwortlich. Schließlich poste dieser oft Artikel zu dem Streitthema, das bereits im Februar dieses Jahres beim Bürgerentscheid seinen Höhepunkt erreichte. „Es wird immer Öl ins Feuer gegossen“, sagt Schimkus. Deshalb würde sie wie auch Zunterer Junior gerne wissen, wer die Seite in dem Sozialen Netzwerk betreut. Eine Antwort erhielten sie bislang nicht.

Das werden sie auch künftig nicht, macht Rudi Haller deutlich. „Ich kann mir vorstellen, was die Personen dann erwartet.“ Der Ortsverbands-Vorsitzende hält die Namen zum Schutz der Verantwortlichen geheim. Dafür verrät er, warum die CSU so kompromisslos im Internet agiert. „Wir haben drei Herrschaften gesperrt“, gibt Haller zu. Der Grund: Sie hätten Kommentare verfasst, die unter die Gürtellinie gingen. „Wir sind viel gewohnt, müssen uns aber nicht alles bieten lassen.“ Wenn Beiträge zu persönlich werden, greift der Seiten-Administrator ein. „Wir wollen eine Informations- und keine Rechtfertigungsplattform sein“, sagt der Ortsverbands-Chef zu den immer wiederkehrenden Diskussionen in puncto Hallenbad. Irgendwann müsse man einen Schlusspunkt setzen.

Weiteres Vorgehen wird in Sitzung beraten

Die Argumentation Hallers besänftigt Schimkus und Zunterer junior auf keine Weise. „Lustig, dass das von der CSU kommt, die mich persönlich durch den Dreck gezogen hat“, sagt der Isartaler erzürnt. Wenn diese solche Debatten verhindern möchte, sollte sie diesbezüglich nichts mehr posten und selbst den Schlussstrich ziehen. Das kommt aber für den Ortsverband nicht in Frage. Er sieht es als sein gutes Recht an, Artikel unkommentiert zu posten.

Wie es mit den drei Gesperrten weitergeht, das steht noch nicht fest. Ob sie wieder kommentieren dürfen oder ob man ein Gespräch mit ihnen sucht, darüber wird am Donnerstag in der Vorstandssitzung beraten.

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