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Leitet die Wahl: Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier.

Mittenwald hat die Wahl

Hallenbad-Ratsbegehren: Jetzt wird aufmunitioniert

24 Tage vor dem Ratsbegehren am 10. Juni geht es vergleichsweise moderat zu. Die Ruhe vor dem Sturm? Den Kampf um die besseren Argumente haben in Mittenwald nun die Hallenbad-Gegner CSU und Bürgervereinigung mit einer Postwurf-Sendung eröffnet.

Mittenwald – Die Marktverwaltung verschickt dieser Tage wieder fleißig Wahlunterlagen. „Bis Anfang kommender Woche sollte sie ein jeder haben“, sagt Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier. Bis zum Stichtag (Sonntag, 10. Juni) können rund 6300 Stimmberechtigte in Mittenwald beim Ratsbegehren – je nach Sichtweise – ihr Kreuzerl an der richtigen Stelle machen. Entscheidend ist Wahlleiter Stieglmeier vor allem eines: „Die Leute sollen abstimmen, das ist uns wichtig.“ Je höher die Wahlbeteiligung, desto aussagekräftiger ist das Votum. Immerhin geht es um ein touristisches Schlüsselprojekt, das Berechnungen zufolge ein finanzieller Drahtseilakt werden könnte. Das behaupten zumindest die Skeptiker des Zehn-Millionen-Euro-Vorhabens. Im Vorfeld des von ihr angestoßenen Ratsbegehrens will die CSU nichts dem Zufall überlassen, das ungeliebte Hallenbad auf dem Nemayer-Areal doch noch zu verhindern.

Nun hat sich die Bürgermeister-Partei die Bürgervereinigung mit ins Boot geholt. In einer Postwurf-Sendung begründen die Fraktionen noch einmal, warum sie nach dem Bürgerentscheid am 5. Februar 2017 (50,2 zu 49,8 Prozent pro Hallenbad) noch einmal die Mittenwalder fragen wollen. In gewohnter Manier wird dabei die Finanzkeule geschwungen. „Trotz aller Vorhersagen, ,dass es auch billiger geht‘“, werde das Schwimmbad dennoch „mindestens zehn Millionen Euro“ kosten, heißt es in der Mitteilung. Geld, das die Marktgemeinde hinten und vorne nicht hat, zumal die nächsten 25 Jahre der Steuerzahler für Tilgung, Unterhalt und Defizit-Ausgleich rund 800 000 Euro berappen müsse, wiederholen CSU und BV bekannte Rechenbeispiele.

Ebenso führen sie ins Feld, dass durch die Schließung des alten Karwendelbads (November 2016) die Übernachtungszahlen „trotzdem angestiegen“ seien. Zudem tauge die geplante Version mit lediglich zwei Schwimmbahnen und einer Wassertiefe von 1,35 Meter weder Vereinen noch Lebensrettern zum Training. Mit anderen Worten: rausgeworfenes Geld.

Argumente, die Armin Görlich so nicht stehen lassen will. Der Sprecher der ehemaligen Bürgerinitiative „Pro Hallenbad“, der zuletzt an der Konzeption dieser von der CSU so gebrandmarkten Mager-Variante in dem interfraktionellen Arbeitskreis mitgewirkt hatte, kündigt gegenüber dem Tagblatt ebenfalls eine Stellungnahme an.

Es wird also wieder fleißig aufmunitioniert. Wahlleiter Stieglmeier hofft auf ein Votum ohne Kollateralschaden. Auf eines weist der Verwaltungsexperte nochmals mit Nachdruck hin: Die Briefwahl ist nur dann gültig, wenn der entsprechende Begleitzettel unterschrieben ist.

Christof Schnürer

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