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Mann im Mittelpunkt: Hans Klotz (Mitte) darf beim Fingerhakeln nicht fehlen.

In 24 Vereinen aktiv gewesen 

Bom-„Basch“-tisch: Hans Klotz feiert

Hans Klotz liebt das Mittenwalder Vereinswesen. In sage und schreibe 24 Vereinen übernahm er wichtige Ämter. An diesem Samstag feiert der Nimmermüde seinen 60. Geburtstag.

MittenwaldSein Motto lautet bis heute: „Bis ma do lang redet, macht ma’s halt einfach.“ Hans Klotz, vielen in Mittenwald besser bekannt als Basch’n-Hans, feiert an diesem Samstag seinen 60. Geburtstag. Zeit für ihn zurückzublicken auf ein Leben, das er vor allem den Vereinen widmete. Denn zeitlich zusammengezählt, kommt er auf sage und schreibe 62 Jahre, in denen er eine Vorstandstätigkeit inne hatte.

Immer dann, wenn Hans Klotz den Mittenwalder Maibaum sieht, muss er ein wenig schmunzeln. Heuer wird der weiß-blaue Stamm wieder am 1. Mai am Dekan-Karl-Platz aufgestellt – nicht zuletzt dank Klotz. „Das war damals eine Arbeit“, erinnert sich der Allianz-Versicherungsfachmann. 1976 übernahm er mit nur 18 Jahren die Führung beim hiesigen Fingerhaklerverein. Zwei Jahre später hatte Mittenwald nach mehr als 30 Jahren Abstinenz wieder einen Maibaum.

Bis heute bleiben Klotz die vielen Gespräche im Gedächtnis. Beim damaligen Bürgermeister Josef Brandner (1960 bis 1984) stand er oft auf der Matte. „Er wollte, dass ich das mit dem Trachtenverein kläre, da dieser laut Brandner das Vorrecht hätte.“ Nach einem erfolgreichen Gespräch mit dem damaligen Vorstand „hatten wir grünes Licht zur Aufstellung des Baumes“. Damals war es ein heißes Eisen, da viele noch das Maibaum-Aufstellen mit Bräuchen der Nazi-Zeit verbanden.

Doch Klotz forschte nach und machte am Mathias-Klotz-Denkmal eine erstaunliche Entdeckung: „Da ist ein Abbild der alten Kirche zusehen, wo vorne ein Maibaum steht.“ Und dieses Relief dürfte bereits Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt worden sein. „Somit ist es auch in Mittenwald eine uralte Tradition.“ Trotz aller Skepsis und Kritik zog der damalige Jungspund die Aktion durch – und siehe da: „Sie waren alle begeistert.“ Seine Spuren sind bis heute sichtbar: Alle vier Jahre wird nun in Mittenwald der Maibaum aufgestellt, auch der von Klotz wiedereingeführte Schafball wird immer noch zu Kirchweih veranstaltet.

Das waren nur zwei der vielen Stationen in Klotz’ Leben, auf die er ganz besonders stolz ist. Von 1977 bis 1989 war er Gauvorstand der Werdenfelser Fingerhakler, bis 1990 Chef der Mittenwalder Fingerhakler. Am sechsten Juni 1998 wurde er für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt, am siebten Juli 2013 bekam er das Ehrenzeichen des Landesverbandes der Bayerischen Fingerhakler verliehen.

Im Jahr 2000 wurde schließlich unter seiner Leitung der Mittenwalder Johanniverein gegründet. 19 Johannis waren es bei der Gründungsversammlung vor 17 Jahren in der Römerschanz. „Heute haben wir weit über 100 Mitglieder“, berichtet Klotz erfreut.

Nun feiert er also seinen 60. Geburtstag und will künftig nicht nur beruflich, sondern auch in seinem regen Vereinsleben kürzer treten. „Einzig das Böllerschießen behalt ich mir bei“, versichert er lachend. Zu Spitzenzeiten war er in 24 Vereinen aktiv, darunter Feuerwehr, Trachtler und der Veteranenverein, die ihn 2009 zum Ehrenmitglied beförderten.

Politisch engagierte sich Klotz seit 1978. Damals trat er das erste Mal als Kandidat bei den Freien Wählern für den Gemeinderat an. Nach der Kommunalwahl 1984 saß er bereits ein Jahr später als Nachrücker im Rathaus. Während seiner Zeit als Gremiumsmitglied wurde die alte Schule abgerissen, die Kläranlage gebaut, die Ortskernsanierung vorangetrieben und die Alpenwelt Karwendel GmbH gegründet. Parteilos war er seit September 2013, im April 2014 überwarf er sich mit seiner Gruppierung endgültig und trat bei den Freien Wählern aus. Der Kontakt ist bis heute unterkühlt. „Wir haben nichts mehr miteinander zu tun, und daran wird sich auch nichts mehr ändern.“

Da denkt er lieber an die netten Anekdoten seines Lebens zurück. So war er einmal sogar Hochzeitslader, und kurz vor seinem 60. Geburtstag gab es noch ein kleines Jubiläum für ihn: „Ich war heuer bei meiner 125. Blutspende.“ Groß feiern wird er seinen Runden nicht, Klotz ist mit seiner Frau gemütlich für ein paar Tage in den Urlaub gefahren. „Meine Kinder Martin und Christian werden am Jubiläumstag dazu kommen“ – und gemeinsam in kleiner Runde mit dem Papa auf den 60er anstoßen.

Josef Hornsteiner

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