Überraschung: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (r.) überreicht den Brauerei-Inhabern Mathias und Marion Neuner eine Ausgabe der „Grenzpost“ vom 8. März 1919, in der über die Wiedereröffnung des Postkellers berichtet wird. foto: Hornsteiner

Hier schlägt das bayerische Herz höher: der neue, alte Postkeller

Mittenwald - Ein Jahr kostenintensiver Umbau sind vorüber: Nun feiert der Mittenwalder Postkeller Auferstehung.

Hermann Salmingers Augen leuchten, als er den neugestalteten Saal betritt. Für den Mittenwalder Altbürgermeister, der am Sonntag seinen 76. Geburtstag feiert, hat hier im Postkeller anno 1967 seine gastronomische Karriere Fahrt aufgenommen. Er und seine Frau Brigitte führten das Lokal bis 1977 und legten damit den Grundstein für das heute so erfolgreiche Wirtshaus. „Uns gefällt es sehr gut“, urteilt Salminger beim Blick durch die ansprechenden Räume. Es hat sich alles verändert, und doch ist die unverkennbare „Gemütlichkeit und Tradition des Postkellers“ erhalten geblieben, wie Bürgermeister Adolf Hornsteiner resümiert.

Dieser war baff, als er das Wirtshaus das erste Mal betrat: „Mir standen Mund und Augen offen“, erklärt er. Über die Einladung der Brauerei-Inhaber Marion und Mathias Neuner zur Eröffnungsfeier am Mittwoch hat er sich „narrisch gefreut“. Wie schon „die Bürgermeister zuvor liebt der Adi das süffige und gesunde Bier“, weiß auch Moderator Wolfi Hostmann, bekannt als Ansager beim Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen. Dem konnte Hornsteiner nicht widersprechen: „Ich erinnere mich noch an die 200 Jahr-Feier der Brauerei Mittenwald. Ich muss ehrlich sagen: So einen Rausch hat I no nie“, gesteht der für sein Sitzfleisch bekannte Rathauschef. Allzu ernst sollte es bei dieser Feier mit vielen geladenen Gästen sowieso nicht zugehen. „Denn wir wollen, dass es für Euch ein unvergesslicher Abend wird“, betonte Marion Neuner. Bei so amüsanten Erinnerungen war für den Rathauschef klar, dass ein besonderes Geschenk zur Wiedereröffnung her musste. „Hanna Veit (Anm. d. Red.: Sekretärin des Bürgermeisters) und ich gruben deshalb lange in unserem Gemeindearchiv, bis wir schließlich dank unseres Archivars Helmut Klinner das passende fanden.“ Daraufhin schenkte er Marion und Mathias Neuner eine Ausgabe der „Grenzpost“ vom 8. März 1919. „Damals war eine ähnliche Situation wie heute, denn der Postkeller eröffnete zu der Zeit ebenfalls wieder nach einer Umbauphase. Zwar waren es keine drei Seiten wie im Garmisch-Partenkirchner Tagblatt, sondern ein etwas kleinerer Text, der aber wie die Faust aufs Auge auch jetzt passen würde.“

Ganz abgeschlossen ist das Großprojekt Postkeller allerdings noch nicht: „Jetzt müssen nur mehr Kleinigkeiten erledigt werden“, erzählt Marion Neuner. „Der Bierkeller ist noch nicht fertig, aber das wird sich in Kürze ändern.“ Dort plant die neue PächterFamilie Jungkunz „zwischen 17 und 1 Uhr eine gemütliche Stube mit kleinen Schmankerln“, wie Marile Jungkunz berichtet. joho

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Zahnärztin nennt Praxis „Fotzn‘spanglerei“: Patienten empört - jetzt redet ganz Deutschland darüber
Darf man das? Petra Volz hat in Garmisch-Partenkirchen eine Zahnarzt-Praxis übernommen und bayerisch ausgerichtet: „Fotzn’spanglerei“ nennt sie ihr Gewerbe.
Neue Zahnärztin nennt Praxis „Fotzn‘spanglerei“: Patienten empört - jetzt redet ganz Deutschland darüber
Wie es 1633 zum Passions-Gelübde kam
Es war eine verhängnisvolle Heimkehr des Kaspar Schisler - er brachte Pest und Tod. Daraus sind dann aber die Oberammergauer Passionsspiele entstanden. 
Wie es 1633 zum Passions-Gelübde kam
Am Kesselberg: Motorradfahrer tritt Rennradler absichtlich vom Rad und lässt Verletzten liegen
Selbst für die Polizei ist dieser Fall einmalig: Am Kesselberg hat ein Motorradfahrer einen Rennradler vom Rad getreten. Offenbar mit voller Absicht.
Am Kesselberg: Motorradfahrer tritt Rennradler absichtlich vom Rad und lässt Verletzten liegen
James-Loeb-Areal: Gegen Wohnbau-Projekt formiert sich Widerstand
Anwohner machen mobil gegen die geplante Wohnbebauung auf dem Murnauer James-Loeb-Areal. Ihnen ist die Dimension zu wuchtig. In kurzer Zeit wurden über 300 …
James-Loeb-Areal: Gegen Wohnbau-Projekt formiert sich Widerstand

Kommentare