Stolz auf die neuen Exponate für ihre Ausstellung von Prölß sind Rainer Leonhardt (l.) und Anton Sprenger. 
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Stolz auf die neuen Exponate für ihre Ausstellung von Prölß sind Rainer Leonhardt (l.) und Anton Sprenger. 

Postkarte und Gemälde von Fritz Prölß aufgetaucht

Historische Einladung zum feucht-fröhlichen Trinkgelage

Das Mittenwalder Geigenbaumuseum hat ein weiteres Ölgemälde von Fritz Prölß in seiner Ausstellung. Das Werk des 1930 zum Ehrenbürger Mittenwalds ernannten Künstler zeigt einen Geigenbauer bei der Arbeit. Zudem wurde eine sehr amüsante Postkarte bei einer Versteigerung erworben.

Mittenwald – Die Mittenwalder Museumsgesellschaft hat ein weiteres Ölgemälde von Fritz Prölß erworben. Das Werk des 1930 zum Ehrenbürger Mittenwalds ernannten Künstler ist ab sofort im Geigenbaumuseum an der Ballenhausgasse ausgestellt. Die Gesellschaft konnte somit die Bildersammlung erfolgreich ausbauen.

Auf dem um 1900 entstandenen Bild „Beim Essen mit der Familie“ ist der Mittenwalder Geigenbauer Joseph Pfeffer in seinem Haus Nummer 247 an der Stainergasse – heute Nummer 29 – zu sehen. „Das Haus hat einmal Sebastian Klotz, dem Sohn des berühmten Geigenbauers Matthias Klotz gehört“, erzählt Vorsitzender Anton Sprenger (50). „Um die Jahrhundertwende war dieses Bild eines der beliebtesten Postkarten-Motive.“ Auf dem neuen Prölß-Gemälde „Beim Geigenhals-Schnitzen“, dass bei einer Versteigerung erworben wurde, ist wieder Pfeffer porträtiert – diesmal in seiner Werkstatt. 

Pfeffers Larven sind heute gesuchte Klassiker

Pfeffer, sein Hausname Odla oder Odler ist mittlerweile ausgestorben, war nicht nur Geigenbauer, sondern auch ein namhafter Larvenschnitzer. Seine archetypischen Larven wurden vielfach nachgeahmt und prägen bis heute den Mittenwalder Maskenbrauch. Die meist mit „i Pf“ signierten Unikate wurden zu gesuchten Klassikern der Geigenbauerlarve. „Derzeit können wir neben den 27 Prölß-Gemälden noch fünf originale Pfeffer-Larven präsentieren“, sagt Rainer Leonhardt, zweiter Vorsitzender. 

Zudem hat die Museumsgesellschaft bei der Versteigerung noch eine Postkarte erworben, die den Kunstmaler Prölß, der der Münchner Schule angehörte Maler wie Wilhelm Leibl und Lovis Corinth zu seinen Freunden zählte, selbst geschrieben und gezeichnet hat. „Bekanntlich wurde Prölß nachgesagt, dass er dem Wein nicht ganz abgeneigt war“, erzählt Leonhardt augenzwinkernd. Mit der Postkarte hat er einen Freund aus Bad Reichenhall auf „einen Sauf mit einem guten Scheppen Tiroler“ nach Leutasch eingeladen. 

Museumsgesellschaft erwarb 27 Gemälde in den vergangenen 20 Jahren

Er beschreibt zudem noch, wie es denn so rund um sein Münchner Atelier ausschaut. „Hier ist alles voller Fremden, die das Sahnewetter im Gebirg‘ sehen wollen.“ Auf die letzten zwei Neuerwerbungen ist Vorsitzender Sprenger zu Recht stolz. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre hat die Gesellschaft 27 Gemälde erworben. „Wahrscheinlich besitzen wir damit weltweit eine der größten Prölß-Sammlungen.“  

Wolfgang Kunz

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