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Historischer Moment: Erste Freiwillige bei Mittenwalder Gebirgsjägern

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Willkommen in Mittenwald: Zugführer Maik Junker (l.) empfängt die ersten freiwilligen Rekruten (ab 2. v. l.) Sebastian Heerlein, Felix Krüger, Kristine Kimbel und Viktoria Karafiat in Mittenwald. foto: kunz
Willkommen in Mittenwald: Zugführer Maik Junker (l.) empfängt die ersten freiwilligen Rekruten (ab 2. v. l.) Sebastian Heerlein, Felix Krüger, Kristine Kimbel und Viktoria Karafiat in Mittenwald. foto: kunz

Mittenwald - Zeitenwende bei den Mittenwalder Gebirgsjägern: Nach dem Aussetzen der Wehrpflicht haben die ersten Freiwilligen in der Geschichte des Bataillons 233 das Kasernentor passiert.

Ihre Motive könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine möchte der Arbeitslosigkeit entfliehen, die andere will von der Bäckerei-Fachverkäuferin auf Bürokauffrau umschulen. Jeder der insgesamt 48 Rekruten hat einen ureigenen Grund, warum er sich in Mittenwald zum Dienst an der Waffe verpflichtet hat. Alle von ihnen haben jetzt schon Geschichte geschrieben: Diese Männer und Frauen sind die ersten, die die Bundeswehr-Uniform aus freien Stücken gemacht haben.

Eine ungewohnte Situation - auch für die Verantwortlichen im Gebirgsjäger-Bataillon 233, genauer gesagt: der 6. Ausbildungskompanie in der Karwendelkaserne. Dort rückten vor wenigen Tagen die „Neuen“ ein. Früher waren es in der Regel 120 Rekruten. Jetzt nach Ende der Wehrpflicht sind’s noch etwas mehr als ein Drittel davon. Doch es hätte schlimmer kommen können, meint der derzeitige Kompaniechef Andreas Eiben. „Wir sind sogar von nur 28 Mann ausgegangen.“ Doch dann, so der Oberleutnant, „waren es am Abend plötzlich 20 mehr“.

Die Bundeswehr-Einheiten in Füssen hatten den 233ern ihre wenigen Rekruten kurzerhand nach Mittenwald weitergeleitet. „Hier können wir alle gezielt ausbilden“, betont Eiben. Hierzu benötigt er zwei Zugführer und sechs Unteroffiziere. Das nicht mehr gebrachte Personal - immerhin ein Zug- und neun Gruppen- und Truppführer - wurde in seine Stammkompanien im Bataillon 233 zur Weiterbildung zurückversetzt. „Durch diese Lösung haben wir das Personalproblem intern abfedern und Versetzungen aus dem Standort Mittenwald vermeiden können“, erklärt Presseoffizier Thomas Kuwan. „Damit bleiben wir auch flexibel und können so auch auf die Anzahl der Rekruten im nächsten Quartal reagieren.“

Die Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall wird diese Schwankungen als übergeordnete Dienststelle jedenfalls im Auge behalten. Sollte die Quote der Freiwilligen weiter fallen, sind Stilllegungen von Ausbildungsverbänden und damit Personalverschiebungen nicht ausgeschlossen.

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