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Rückwärts an Ziel: Der Tieflader bewegt sich langsam die Laintalstraße hinauf.

Hochwasserschutz in Mittenwald

91-Tonnen-Koloss arbeitet sich zum Ziel

Das Runde muss ins Eckige, besagt eine Fußball-Weisheit. Beim Hochwasserschutz in Mittenwald galt am Montag die Devise: Das Lange muss ins Laintal. Die Rede ist von einem Tieflader, der einen Bagger mit Bohrgerät anlieferte. Buchstäblich Zentimeter-Arbeit.

Mittenwald – Mit seinen Tätowierungen und dem Rauschebart sieht er eher wie ein Seebär aus. Dabei ist Karl Praml Brummifahrer – ein guter noch dazu. Punktgenau hat der 53-Jährige am Montagnachmittag seinen 91-Tonnen-Koloss ans Ziel gebracht: zur Hochwasserschutz-Baustelle am Tor zum Laintal.

„Da kannst ein Kreuzzeichen machen, wenn alles gut gegangen ist“, meint der Mann mit der Mütze, als er erleichtert aus dem Führerhaus steigt. Abgesehen von der Mittagspause in der Autobahn-Raststätte Höhenrain saß

Praml gut acht Stunden am Steuer seines Neun-Achsers. Die größte Herausforderung wartete in Mittenwald auf ihn. Dort musste er sein 18-Meter-Vehikel die etwa 500 Meter lange Laintalstraße rückwärts hinauf bewegen.

„Halt!“, schallt es ihm von seinem Kollegen Manfred Rödel entgegen, als er mit seinem Lkw bedrohlich nahe an einen Holzzaun gerät. Eine kleine Korrektur später hat Praml sein Gefährt wieder in Position gebracht – und weiter geht’s.

Für Hochwasserschutz: 91-Tonner liefert Baugerät - Fotos

Nach gut 20 Minuten Zentimeter-Arbeit durch den verwinkelten Ortsteil Gries ist es geschafft. Praml lässt den Motor weiter brummen. „Da stinkt die ganze Kupplung, da lass’ ich ihn lieber laufen.“

Nun ist das Geschick von Günter Veigl (47) gefragt. Der Bohrmeister nimmt in dem Spezialbagger Platz, der von der Simbacher Firma Mayerhofer von Nieder- nach Oberbayern angeliefert wurde. Ebenso zielsicher wie Praml seinen Lkw manövriert der Bohrmeister sein Raupengerät von der Ladefläche. Wieder sind exakte Kommandos gefragt – diesmal kommen sie von Vlad Mester und dem Ukrainer Sergej Lusch, der zuvor den zweiten Lkw mit dem Bohrgerät gesteuert hat.

Für alle fünf Beteiligten begann die Mission Mittenwald um 6.30 Uhr. „Zwei Tassen Kaffee und ein Frühstück“ – das musste für Praml reichen. Seit knapp drei Wochen arbeitet der Brummifahrer mit 30 Jahren Berufserfahrung für das Hoch- und Tiefbau-Unternehmen Mayerhofer. Die Tour in den Karwendelort war sozusagen seine Feuertaufe.

Veigls Bagger arbeitet sich derweil die neu angelegte Baustraße hinauf, dort wo bisher der Lainbach floss und der Nachbar seinen Garten hatte. Dann steht der Bagger da, wo ihn Veigl haben will. Nun lässt er den Bohrturm nach oben fahren, bis dieser senkrecht gen grauen Himmel zeigt. Kurz nach 16 Uhr ist bei Regen und vorwinterlicher Kälte die monströse Maschine in Position gebracht.

Heute soll’s an der Baustelle im Laintal losgehen. Um die Straße zur künftigen Geschiebesperre und dem Rückhalte-Becken zu befestigen, bohrt Veigl mit der LB16 200 bis zu sieben Meter tiefe Löcher in den Fels und versenkt darin Betonpfähle zur Hangsicherung. Gut drei Wochen hat der Niederbayer damit zu tun.

Christof Schnürer

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