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Musiker durch und durch: Stefan Habisch.

„Höherer Eingebung“ gefolgt 

Mittenwalder komponiert „Stephanus-Messe“

Für Stefan Habisch geht zur Weihnachtszeit ein Traum in Erfüllung. An Stephani (26. Dezember), dem Tag seines Namenspatrons, soll seine erste selbst komponierte Messe in der Sebastianskirche in Partenkirchen uraufgeführt werden.

MittenwaldEs ist ein Moment in seinem Leben, den er nie vergessen wird. Als Stefan Habisch seinen Bleistift zur Seite legt, hat er für einen 28-jährigen Großes vollbracht. Der Mittenwalder hat seine erste Messe komponiert. Seine Melodien sind darin nun verewigt. Ein Werk, das ihn unzählige Arbeitsstunden und zahllose Nerven kostete. Eine Mammut-Aufgabe für den studierten Opernsänger der alten Schule, von der er keine Minute missen mag. Am Namenstag des Heiligen Stephanus, seinem Schutzpatron (26. Dezember), soll sein Werk in der Partenkirchner Sebastianskirche erklingen.

Immer dann, wenn seine gleichaltrigen Freunde feierten oder ihre Freizeit genossen, saß Habisch bis in die frühen Morgenstunden am Schreibtisch seiner kleinen Wohnung in Partenkirchen und schrieb akribisch Seite um Seite. Ihm schwebte mehr vor als eine reine Messvertonung. „Meine Messe vom heiligen Stephan ist keine Weiterführung, sondern eine komplette Neuentwicklung nach altem Stil.“ Soll heißen: Er hat die komplette Messe maßgeschneidert in Latein komponiert. „Neu aufgelegt mit altem Handwerk“, nennt er seine Methode.

Doch was trieb den musikalischen Isartaler dazu, eine neue, alte Messe über Monate hinweg niederzuschreiben? Inspiriert wurde er von den traditionellen Messen in der Sebastianskirche, die außer Mittwoch und Samstag immer nach dem selben Ritus wie schon vor 1500 Jahren gehalten werden. Habisch besucht fast jede von ihnen. „Ich liebe es, in der Kirchenbank zu sitzen und den lateinischen Worten und den sakralen Orgeltönen zu lauschen.“ Nun soll seine Komposition künftig für Aufmerksamkeit sorgen.

Doch das allein war nicht der Auslöser, etwas eigenes zu komponieren. Hier war „höhere Eingebung“ im Spiel, da ist sich Habisch sicher. „Irgendwas ist da passiert mit mir.“ Direkt in Worte fassen kann er es nicht. Fest stand für ihn nur eines: „Ich habe die Aufgabe bekommen, eine Messe zu schreiben.“

Über zwei Monate hinweg arbeitete er an den sechs Teilen, die katholische Messen ausmachen. Manchmal saß der Mittenwalder 15 Stunden am Schreibtisch. Auch wenn seine handwerkliche Raffinesse die der Komponisten vor hunderten Jahren gleicht, sind seine Arbeitsgeräte dennoch moderner. „Da hab’ ich meinen Computer daheim“, gesteht er lachend. Dennoch schrieb er alle Einzelstimmen per Hand, was in Summe hundert Mal acht abgeschriebene Chor- und Orchesterstimmen ausmachte. Nicht leicht, zumal Habisch gleichzeitig eine eigene Oper namens „Die geheilte Welt“ verfasst hat.

Sein Ziel hatte er stets vor Augen: Mit der Wirkung der Dramaturgie will er einen „Spiegel der Seele“ für die Zuhörer schaffen. Die Messe soll „nicht der Unterhaltung dienen“, sondern die Menschen zur inneren Ruhe und Einkehr bringen. Leicht hat er es allerdings nicht in dieser musikalischen Sparte, die seit jeher auf Altbewährtes setzt. Nur schwer bringt er sein Werk in die Gotteshäuser. „Viele schenken den neuen Arbeiten eines jungen Komponisten nur wenig Beachtung“, weiß Habisch aus leidvoller Erfahrung. Nächstes Jahr könnte sie allerdings mit etwas Glück auch in der Grainauer Kirche Johannes der Täufer erklingen. Eine Ausnahme. „Grundsätzlich würde ich mir mehr Unterstützung wünschen.“ Denn für Habisch ist klar: „Ich mache ja heute nichts anderes als die alten Meister früher.“ Schließlich hätten auch sie damals als junge Komponisten mit „neuer Musik die Herzen in den Kirchen bewegt“.

Josef Hornsteiner

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