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Monate wie im Märchen: Die Isartaler Hütten hatten heuer aufgrund des schönen Sommers einen Besucheransturm zu verzeichnen. Hier die Mittenwalder Hütte vor dem gewaltigen Karwendelmassiv.

Eine traumhafte Saison lässt Isartaler Wirte strahlen

Hüttenbilanz 2018: Ein Sommermärchen, wie es im Buche steht

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Diese Saison wird den meisten Isartaler Hüttenwirten noch lange in Erinnerung bleiben. Er strotzt nur so von Superlativen. Rekordumsätze und tausende Wanderer bestimmten den heurigen Sommer.

Isartal – Es ist wieder Ruhe eingekehrt auf den Almen und Hütten des Isartals. Hans-Peter Gallenberger hat seinen Großputz beendet. Er darf auf eine außergewöhnliche Saison zurückblicken. Auf der Terrasse, wo in den vergangenen Monaten über tausende Bergsteiger bei unzähligen Sonnenstunden Kaiserschmarrn aßen und Bier tranken, sind jetzt die Stühle und Bänke hochgeklappt. „Dieser Sommer hat alle Rekorde gesprengt“, sagt der Mittenwalder. So etwas habe er in den 37 Jahren, in denen er die Brunnsteinhütte vom deutschen Alpenverein gepachtet hat, noch nicht erlebt. „Einfach perfekt.“ Besser kann er es nicht beschreiben.

Familien gingen im Hochsommer lieber baden

So ein traumhaftes Bergwetter „war noch nie da“. Fast schon zu schön. „Im Hochsommer gab es Tage, wo es etwas ruhiger war.“ Da haben sich viele Familien für einen Badetag, statt für den Marsch hoch ins Gebirge entschieden. Dafür waren die Monate vor und nach dem August bombastisch. Aber auch der stetig wachsende Trend zum E-Bike (elektronisches Fahrrad) würde sich bemerkbar machen. „Da waren viele auf Almen unterwegs, die mit dem Fahrrad zu erreichen sind“, sagt Gallenberger.

Davon profitierte beispielsweise die Binsalm in der Hinterriss. „Der September war der beste Monat“, sagt Wirtin Michaela Larcher erfreut. Auch sie schwärmt von dem heurigen Wetter. Wanderer und Radlfahrer – vor allem jene mit elektrischem Antrieb – suchten ihre Hütte auf. Wobei die Binsalm nicht einmal zu den Hochburgen der elektrischen Zweiräder zählt. „Zu uns hoch ist es doch recht steinig“, meint sie. Ihre Ladestation an der Alm wurde trotzdem rege genutzt.

Manche Hüttenwirte machen Urlaub, andere arbeiten im Winter

Begeistert ist auch Bernhard Kriner von der Mittenwalder Hütte. Mit dem Duo Hornsteiner/Kriner beschloss er musikalisch mit Gitarre, Zither und Gesang den diesjährigen Sommer. Er schwärmt wie seine Kollegen von dem sonnendurchfluteten September. Dadurch konnte er die teils ruhigeren Tage während des Hochsommers ausgleichen. Er ist bereits zurück im Tal. Doch Urlaub geht sich für Kriner noch nicht aus. „Jetzt muss erst einmal Holz gemacht werden.“ Doch danach weiß er schon, was er macht. „Einfach Mal nieder hocken und Ruhe geben.“

Hubschrauber musste gleich öfters fliegen

Arbeit hatte auch Hochlandhütten-Wirt Stefan Müller zu genüge. Er musste seine Sommersaison um eine Woche früher beenden, da ihm wegen des großen Ansturms die Vorräte ausgingen. In einer „normalen“ Saison fliegt der Versorgungshubschrauber drei Mal im Jahr zu der Hütte, die nicht auf eine Materialbahn zurückgreifen kann. „Er flog heuer gleich viermal“, sagt er verblüfft. Und eigentlich sollte er vor dem Kirchweih-Wochenende ein fünftes Mal fliegen. „Leider hatten wir an diesen Tagen Föhnwind“, bedauert Müller. Ein Start war somit nicht möglich. Er musste die Gäste vertrösten und konnte nur mehr das anbieten, was noch vorrätig war. Jetzt nutzt der Pächter die letzten Tage auf der Hütte, um seine neue Küche einzubauen. „Gegen Ende der Woche geht es dann hinab ins Tal, nachdem alles winterfest gemacht wurde.“

Die Hütte verriegeln braucht Gallenberger nicht. Er hat im Spätherbst und Winter sporadisch geöffnet. „Immer, wenn das Wetter am Wochenende passt.“ Über das Tagblatt informiert er rechtzeitig über seine Öffnungszeiten. Larcher hat ihre Binsalm noch bis zum 31. Oktober geöffnet, sofern das Wetter mitspielt. Zwischen April und Mai 2019 beginnt dann wieder die neue Saison für die Isartaler Wirte.

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