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Wird nur mit Hubschrauber und zu Fuß versorgt: die Hochlandhütte.

Saisonbilanz der Berghütten

Kein Grund zur Klage

Oberes Isartal – An mehreren Hütten im Isartal sind zwar schon ein paar Zentimeter Schnee gelegen. Doch die Wirte haben durchaus noch einige Wochen geöffnet. Deren vorläufiges Resümee für die Saison fällt positiv aus.

Beliebtes Wanderziel: die Mittenwalder Hütte, wo heuer auch wieder musiziert wurde.

„Es war wirklich ein schöner Sommer“, bilanziert Bernhard Kriner von der Mittenwalder Hütte (1518 Meter), die am 15. Oktober mit einer Musikveranstaltung schließt. Mit diesem Fazit ist er sich im Großen und Ganzen mit seinen Kollegen einig. Eines freute die Wirte besonders: Der Juni, der gern mal verregnet ist, glänzte mit schönem Wetter, das die Wanderer anlockte. „Auch der Juli und der August waren gut“, sagt Kriner. Doch die Leute reagieren seiner Erfahrung nach empfindlich auf den Wetterbericht. „Die glauben alles, was im Internet steht. Das merkt man.“

Stefan Müller von der Hochlandhütte (1630 Meter) kann diese Entwicklung bestätigen. Die Besucher sitzen auf der Terrasse, schauen auf ihre Wetter-App, die ihnen sagt, dass es in 15 Minuten regne und schon sind sie weg. Oft passiert dann aber gar nichts, und es bleibt trocken. Stefan und Birgit Müller machen sich Notizen über die Witterung. „Das hat sich oft nicht gedeckt mit dem Wetterbericht“, sagt Stefan Müller. Alles in allem sind er und seine Frau zufrieden. „Es ist ganz gut gelaufen.“ Bei den Übernachtungen seien die Zahlen annähernd so gut wie 2016, bei den Tagesgästen sei es etwas schlechter. Denn: „Die Wochenenden waren des Öfteren verregnet“, berichtet Müller. Auch für die Wanderer ist es nach seinen Worten ein guter Sommer gewesen. „Bei uns heroben war es nicht so heiß.“ Schließen will Müller am 15. Oktober. Falls noch Vorräte da sind, könnte die Saison eventuell aber noch länger dauern. Da die Hütte nur mit dem Hubschrauber und zu Fuß, mit der Last auf dem Rücken, versorgt wird, ist sie im Karwendelgebirge etwas ganz besonderes. Weder eine Materialbahn noch eine Zufahrtsstraße führen zum Gebäude.

Nicht nur der Mensch hält es an der Brunnsteinhütte gut aus, sondern auch Esel Frederico.

Ebenfalls bis Mitte Oktober können Wanderer die Brunnsteinhütte (1560 Meter) ansteuern. Danach eventuell zudem noch an den Wochenenden, wenn das Wetter passen sollte. „Das lassen wir auf uns zukommen“, sagt Wirt Hans-Peter Gallenberger. Bis jetzt sei der Bergsommer „super“ gewesen. Mehr als 800 Übernachtungen hatte Gallenberger im August. Doch die Saison dauert noch etwas. „Das kann also auch noch ein mittelmäßiger Sommer werden.“

Hat noch rund vier Wochen geöffnet: das Soiernhaus auf 1616 Meter Höhe.

Ebenfalls zufrieden zeigen sich die Wirtsleute vom Soiernhaus (1616 Meter). „Es war kein Rekordjahr, es hat aber gepasst“, sagt Susanne Härtl, die die Hütte zusammen mit Klaus Heufelder betreut. Nachmittags habe es jedoch oft Gewitter gegeben. Auch Härtl hat die Beobachtung gemacht, dass die Wanderer verstärkt auf Wetter-Apps achten. „Die Leute lassen sich da leicht abschrecken. Daran muss man sich gewöhnen.“ Die Wirtsleute sperren das Soiernhaus am 8. Oktober zu.

Hat lediglich zehn Übernachtungsplätze: die Dammkar-Hütte im Karwendelgebirge.

Und wie ist es auf der Dammkarhütte(1650 Meter) den Sommer über gelaufen? „Gut“, teilt Andrea Reindl mit. „Heuer kann man sich nicht beschweren.“ Sie und ihr Mann Leo machen ihre Unterkunft bereits am 1. Oktober zu. Denn dann erreichen die Sonnenstrahlen die Hütte nicht mehr.

Roland Lory

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