Tatort Krausegarten: Auch dort sind die Hundekot-Fahnder fündig geworden.
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Tatort Krausegarten: Auch dort sind die Hundekot-Fahnder fündig geworden.

Vorerst keine Verbotszone

Hunde dürfen drinnen bleiben im Mittenwalder Krausegarten

  • vonChristof Schnürer
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Vorerst keine Verbotszone für Vierbeiner im Mittenwalder Krausegarten und in der Puit.

Mittenwald – Der pensionierte Polizeibeamte Dieter Schermak kann’s nicht lassen. Mehrfach hat sich der 62-Jährige im Krausegarten und in der Puit auf die Lauer gelegt und Beweise der unappetitlichen Art gesammelt. Sein Fazit: „So kann’s nicht weitergehen.“ Worauf er anspielt? Auf Mittenwalder Gassigeher, die die Hinterlassenschaft ihrer Hunde unsachgemäß entsorgen. Der CSU-Gemeinderat hat deshalb im Namen seiner Fraktion einen brisanten Antrag eingereicht: ein generelles Hundeverbot in den beiden innerörtlichen Ruhezonen.

Soweit ist es nicht gekommen. Der Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderats hat am Montagabend diese drakonische Forderung abgemildert. Vierbeiner dürfen vorerst drinnen bleiben in Puit und Krausegarten. Doch sie stehen unter Beobachtung. Zudem sollen mehr Hundebeutel angeboten werden und entsprechende Hinweisschilder angebracht werden. Diesem Kompromiss konnte sich die CSU anschließen. Sollte das Hunde-Problem aber bestehen bleiben, werden die Schwarzen nochmals nachfassen, kündigte Schermak an.

Zuvor hatte er den Antrag seiner Partei vorgetragen. Darin ist unter anderem von Schäden in den Blumenbeeten und von Verunreinigung im Winter die Rede. Zudem würden Hundekot-Beutel unsachgemäß entsorgt, sprich: in die Natur geworfen. Vom verbissenen und versabberten Würfel beim Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel und der generellen Belästigung von Parkbesuchern gar nicht zu reden. Deshalb sollte sich Mittenwald ein Beispiel etwa an Bad Reichenhall nehmen, das Hunde aus seinen innerörtlichen Ruheoasen verbannt hat.

Ein Vorschlag, der in der Marktverwaltung auf wenig Gegenliebe stößt. Der zuständige Marktbaumeister Ralf Bues spricht bei einem generellen Hundeverbot von „unangemessener Härte“. Auch Florian Lipp (Freie Wähler) kann dem CSU-Vorstoß nichts abgewinnen. „Das ist typisch deutsch: „Wegen 20 Prozent will man wieder 80 Prozent abstrafen.“ Soll heißen: Die „Schwarzen Schafe unter den Hundebesitzern“, wie SPD-Gemeinderat Ralf Obst die Verursacher nannte, sind eindeutig in der Minderheit. „Wir können die Einheimischen mit Hund nicht einfach aus dem Kurpark werfen“, verdeutlichte Obst. Er schlug dem Beispiel Sylt folgend eine Kurtaxe für Hunde vor. „Dann ist vielleicht die eine oder andere Hundetüte bezahlt.“ Zuvor nämlich hatte Antragsteller Schermak vorgerechnet, dass die Kommune pro Jahr rund 2300 Euro für die roten Hundebeutel ausgibt. Sind die erst mal gefüllt, darf die Gemeinde 25 000 Kilo tierischen Kot entsorgen.

Insgesamt sind 300 Hunde in Mittenwald laut Rathaus-Information offiziell registriert. Wohl deshalb kommt Christel Veit (CSU), die sich als Zuhörerin im Bauausschuss zu Wort meldete, zu folgendem Schluss: „Das Hauptproblem sind die Einheimischen, das beobachte ich tagtäglich.“ Die langjährige Sternwirtin legt noch einmal nach. Für sie ist nicht der beste Freund des Menschen an der Misere schuld, sondern „der dumme Besitzer“.

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