Gestern waren’s weniger: Doch der umfunktionierte Parkplatz im Schwarzenfeld erfreut sich bei Campern immer noch sehr großer Beliebtheit.
+
Gestern waren’s weniger: Doch der umfunktionierte Parkplatz im Schwarzenfeld erfreut sich bei Campern immer noch sehr großer Beliebtheit.

Bald vorbei mit der Wohnmobil-Armada?

Illegaler Campingplatz im Schwarzenfeld: „Ich höre nicht auf, bevor etwas passiert ist!“

  • VonChristof Schnürer
    schließen

Der illegale Campingplatz im Schwarzenfeld könnte schon bald Geschichte sein. Das Landratsamt kündigt eine förmliche Nutzungsuntersagung an.

Mittenwald – Es ist nur ein Satz, doch der macht den leidgeprüften Anwohnern im Schwarzenfeld wenigstens ein klein wenig Hoffnung. „Im Ergebnis spricht gegenwärtig sehr viel dafür, dass das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen in Kürze eine förmliche Nutzungsuntersagung im Hinblick auf das Campieren anordnen wird.“ Dann könnte es vielleicht bald vorbei sein mit der Wohnmobil-Armada, die zwischen Kreisbehörde, Markt Mittenwald und der Karwendelbahn AG, der die fragliche Fläche gehört, zu einem regen Briefwechsel geführt hat.

Illigaler Campingplatz im Schwarzenfeld: Anwohner beklagen sich über Zustand

Doch geändert hat sich bislang nichts. Sehr zum Leidwesen von Anwohnerin Petra Schandl. „Ich höre nicht auf, bevor etwas passiert ist!“ Inzwischen hat sie auch Landrat Anton Speer (Freie Wähler) eine geharnischte E-Mail geschrieben. „Denn seit fast fünf Jahren wird im Landratsamt geprüft.“ Nicht mehr nachvollziehbar für Otto Normalbürger, aber auch für Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD). Im Falle Schwarzenfeld spricht er von einem „Zustand, der baurechtlich nicht genehmigt“ sei.

Was die Grundstückseigentümer von der Karwendelbahn bisher nicht weiter gestört hat. Die Hauptaktionäre um den umstrittenen Vorstand Wolfgang W. Reich, der seit Jahren einen Privatkrieg mit der Marktgemeinde ausficht, sollen laut Landratsamt in einer Stellungnahme „im Wesentlichen“ darauf hingewiesen haben, dass sie „dieselben Nutzungen“ anbieten würden wie der Markt Mittenwald zu seiner Zeit als Pächter der Flächen. Was im Rathaus natürlich völlig anders gesehen wird und in einem Schreiben ans Landratsamt Ende Juli auch in aller Klarheit formuliert worden sein soll. Doch es muss eine Lösung her, bevor die Lage im Schwarzenfeld eskaliert.

Dorthin zieht es spätestens seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 scharenweise Camper und Wohnmobil-Liebhaber. Zu Spitzenzeiten wurden einmal 86 Vehikel gezählt. Ein herkömmlicher Parkplatz mutierte peu à peu zu einer illegalen Freizeitanlage. „Türe auf, Türe zu, du hast keine Ruhe mehr“, schimpft Nachbarin Schandl, die vor einem Jahr sogar vor laufenden Fernsehkameras ihrem Frust Luft machen durfte. Nichts ist besser geworden. „Täglich Müll in den Glascontainern, Gelächter bis nach Mitternacht.“ Mit Unrat vollgestopfte Dixieklos, unappetitliche Rückstände des Toilettengangs in freier Natur – Petra Schandl hat alles dokumentiert.

Grundstückseigentümer Reich kündigt Presseerklärung an

Nach der im Raum stehenden Nutzungsuntersagung hegt sie leise Hoffnung auf Besserung. Die große Unbekannte bleibt aber die Karwendelbahn. Deren oberster Chef hat nämlich seine eigene Sichtweise auf behördliche Anordnungen, wie die Beispiele Schnapsbrennerei oder Mobile Home eindeutig belegen. Auf Tagblatt-Anfrage kündigt Vorstand Reich in der Causa Schwarzenfeld für Montag wenigstens eine Presseerklärung an.

Unser GAP-Newsletter informiert Sie rund um die anstehende Bundestagswahl über alle Entwicklungen und Ergebnisse aus Ihrer Region – und natürlich auch über alle anderen wichtigen Geschichten aus der Region GAP. 

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare