Wieder unterm Karwendel: Hubert Hohenleitner freut sich auf den Chefposten in Mittenwald.
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Wieder unterm Karwendel: Hubert Hohenleitner freut sich auf den Chefposten in Mittenwald.

Ein alter Bekannter kehrt zurück

Nachfolger von Thomas Holzer gefunden: Neuer Polizeichef tritt Dienst in Mittenwald an

  • vonChristof Schnürer
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Zum vierten Mal in Mittenwald: Hubert Hohenleitner ist der neue Dienststellenleiter der Inspektion unterm Karwendel. Damit erfüllt er sich einen Herzenswunsch.

Mittenwald – Es wird nicht viele geben, die ihren Arbeitsplatz dreimal verlassen – und immer wieder dorthin zurückkehren. Bei Hubert Hohenleitner (54) ist dies der Fall. Diesmal allerdings nimmt der Hauptkommissar auf dem Chefsessel der Polizei-Inspektion Mittenwald Platz. „Eine neue Herausforderung, die ich gerne annehme“, betont der Garmisch-Partenkirchner.

In der Presse-Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd steht hierzu folgendes: „Mit dem 1. November erfüllte sich für Hubert Hohenleitner ein Herzenswunsch.“ Er tritt damit die Nachfolge von Thomas Holzer (61) an, der sich vor wenigen Tagen in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat.

Was willst denn viel reden, ich kenne ja alle.

Hubert Hohenleitner

Der erste Arbeitstag an bekannter Stelle verlief am Montag für Hubert Hohenleitner unspektakulär. Schränke einräumen und schauen, dass der Computer läuft. Auch bei der Ansprache fasste er sich kurz. „Was willst denn viel reden, ich kenne ja alle.“ Fast alle, um genau zu sein. Drei junge Kollegen mischten sich am Montag unter die 23-köpfige Belegschaft. „Sonst ist alles beim Alten geblieben.“

Hohenleitner spielt damit auf die vielen Berufsjahre an, die er in unterschiedlicher Funktion im Oberen Isartal verbringen durfte: Erst als junger Grenzpolizist (1991 bis 1992), dann als Dienstgruppenleiter (1998 bis 2005) und zuletzt als Leiter der Kontaktstelle Grenze (2009 bis 2013). Nun also hat Hohenleitner die höchste Stufe in Mittenwald erreicht. „Ich bin sehr zufrieden – sowohl privat als auch beruflich“, verrät der Vater eines Sohnes (24) und einer Tochter (20).

Polizeipräsidium spielt die regionale Karte

Wie schon bei seinem Vorgänger Holzer, einem Krüner, zog man im übergeordneten Polizeipräsidium bei der Nachbesetzung die regionale Karte. Wie begehrt dieser Dienstposten im Vorfeld war, möchten die Verantwortlichen in Rosenheim nicht verraten. Dem Vernehmen nach soll es sich um Interessenten im hohen einstelligen Bereich handeln. Letztlich spielt der Werdenfelser Hohenleitner, der 30 Jahre bei der Musikkapelle Partenkirchen die Posaune blies, in Mittenwald die erste Geige.

Eigentlich sollte der Führungswechsel am Dienstag im Rathaus-Sitzungssaal gebührend vonstatten gehen. Doch in Corona-Zeiten verzichtet man aus gutem Grund auf einen publikumsträchtigen Rahmen. „Wir haben ja auch eine gewisse Vorbildfunktion“, verdeutlicht Hohenleitner. Immerhin bekommt er nächste Woche Besuch von Polizeipräsident Robert Kopp. In einem Vieraugen-Gespräch sollen wichtige Fragen erörtert werden – sozusagen von Chef zu Chef. Möglicherweise geht es dann auch um die künftige Anzahl an Beamten in der Mittenwalder Dienststelle. Die nächste Personalzuteilung soll im März 2021 erfolgen. Doch in dieser spannenden Frage bittet Hohenleitner um etwas Geduld. „Ich bin noch nicht so tief in der Materie drin.“

G7-Gipfel in Schloss Elmau - eine nachhaltige Erinnerung

Den Polizeidienst versteht er aus dem Effeff. Seinen Dienst hat Hohenleitner am 1. Oktober 1984 in Garmisch-Partenkirchen angetreten. Nach Stationen bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn (1985 bis 1990) und Pfronten (1990 bis 1991) versah er seine Arbeit ausschließlich im heimischen Landkreis – in Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Grainau (1997 bis 1998). Daneben qualifizierte sich der Werdenfelser nach seinem Studium an der Beamtenfachhochschule Fürstenfeldbruck (1995 bis 1997) für den höheren Dienst.

Viel hat der Vollblut-Polizist in all der Zeit erlebt. Zwei Ereignisse bleiben ihm nachhaltig in Erinnerung: der G7-Gipfel 2015 in Schloss Elmau und der Fall des Eisernen Vorhangs Ende 1989. Damals stand er in Bayerisch Eisenstein an der Grenze zur Tschechoslowakei, als Kollegen „von drüben“ die weißblauen Beamten zu sich zum Essen einluden. In Uniform sind Hohenleitner und Co. in die damalige CSSR. „Ein Schritt in eine andere Welt.“

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