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Kostbare Schätze: (v.l.) Andreas Witting, Josef Kriner, Vorstand Andreas Kriner und Thomas Frank mit Kreuz, Fahne und Zunftstange.

Kreuz, Tuch und Zunftstange erstrahlen nach Restaurierung in neuem Glanz

Mittenwalder Junggesellen sind stolz auf alte Fahne

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Alt und wunderschön – die Müllerfahne der Junggesellenbruderschaft ist eine prächtige alte Dame in den Händen strammer lediger Mannsbilder. Nun musste ihr Antlitz erneuert werden, damit sie zur Fronleichnam-Prozession in Mittenwald wieder mit Glanz und Gloria getragen werden kann.

Mittenwald – Die Jahre gingen nicht spurlos an der alten Dame vorbei. Unzählige Male wurde sie in den letzten Jahrzehnten aus der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Mittenwald geholt. Immer zu Fronleichnam und Erntedank wird sie von jungen Männern mühsam hochgestemmt und schweißtreibend während der Prozession durch den Ort getragen. Jetzt hatte die Müllerfahne eine Schönheitskur nötig. Restauriert hat sie Andreas Witting (Zode) aus Mittenwald, mit Vergoldungsarbeiten am filigran gestickten Tuch. Aufbereitet wurde auch das Kreuz auf der Fahnenstange. Jetzt ist sie wieder top in Schuss, eine der großen Banner der ältesten Mittenwalder Bruderschaft.

Oft schon kam es vor, dass die Fahnen saniert werden mussten. So auch 1936, drei Jahre nach Hitlers Machtübernahme und drei Jahre vor dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, ist die Müllerfahne schon einmal restauriert worden. Was damals gemacht wurde und wie viel Reichsmark die Erneuerung gekostet hat, wird nicht erwähnt: Es steht nur ein Verweis dabei, dass Details „der Beilage“ zu entnehmen sind. Und die gibt es nicht mehr. Warum, wird drei Seiten weiter im Protokollbuch klar. Der vorerst letzte Eintrag beschreibt das Vereinsjahr 1943, mitten im Krieg. Einen Kassenstand von 60 Mark hat ein gewissenhafter Vorsitzender da niedergeschrieben. Dann war vorerst Schluss mit den Aufzeichnungen. Erst vier Jahre später ist der nächste Eintrag vermerkt: 1947 schreibt ein Junggeselle die Erklärung für die Lücke nieder: Das Buch wurde während der Kriegswirren versteckt aus Schutz vor äußeren Einflüssen. „Von Mitgliedern ist es im Pfarrhof gefunden worden“. Dabei steht, dass auch „die Statuten und weitere Zeitzeugnisse fehlen“. Und wahrscheinlich auch die Beilage über die Restaurierung der Müllerfahne. Verloren in den Wirren der letzten Jahre im Zweiten Weltkrieg.

Mittlerweile können sich die Junggesellen wieder freuen: Sie halten ihre blaue Müllerfahne mit der Mutter Gottes, dem Christus-Kind sowie dem Heiligen Josef nach der Sanierung wieder in Händen. Finanziert haben sie das Herrichten durch die Feste, die sie im vergangenen Jahr ausgerichtet haben. „Wir organisierten ein Tauziehen in der Puit und einen Fasnachtsball im TSV-Saal“, sagt Junggesellen-Chef Andreas Kriner. Zudem spült auch das Törggelen am Schafstadl im Herbst Geld in die Vereinskasse.

Auch die Zunftstange der Schäffler wurde restauriert. Diese befindet sich ganzjährig in der Pfarrkirche St. Peter und Paul und wird zu den Prozessionen ebenfalls von den Junggesellen durch den Ort getragen. Sie wurde komplett hergerichtet und neu vergoldet. Diese Arbeiten führten Thomas Frank und Andreas Witting aus.

Rechtzeitig zu den Oster-Feiertagen erstrahlen nun die Fahne sowie die Zunftstange wieder im neuem Glanz. Zweimal im Jahr werden sie herausgeputzt. Das bedeutet, es werden Blumenbuschen dran gebunden, ehe die Burschen die riesigen Fahnen und die Zunftstangen während der Prozessionen durch die Straßen Mittenwalds tragen.

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