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Die Fahnen wehen wieder am Ehrenmal auf dem Hohen Brendten.

Kameradenkreis lädt nach Mittenwald 

Feier am geschundenen Gebirgsjäger-Ehrenmal

Die Schmierereien auf dem Gebirgsjäger-Monument sind noch nicht zur Gänze verschwunden. Unbeirrt davon lädt der Kameradenkreis der Gebirgstruppe für kommenden Donnerstag zu seiner traditionellen Gedenkfeier auf dem Hohen Brendten ein. Alle Beteiligten hoffen, dass weitere Störmanöver in Mittenwald ausbleiben.

Mittenwald Die Mitglieder der Ortskameradschaft Mittenwald stecken zwei Tage vor der alljährlichen Brendtenfeier im Vorbereitungsstress. Es soll wie immer eine würdige Veranstaltung zu Ehren der vielen Kriegsopfer am Monument der Gebirgsjäger werden – ohne lästige Nebengeräusche. Die können OK-Vorsitzender Klaus Esper und seine Freunde gar nicht gebrauchen. Erst gestern sah der ehemalige Soldat am Ehrenmal auf dem Hohen Brendten nach dem Rechten.

Kontrolle ist wichtig. Denn niemand hatte heuer im Januar damit gerechnet, dass Unbekannte die mächtigen Granittürme bei einer Nacht- und Nebelaktion erneut attackieren würden. Parolen wie „Kein Vergeben“, „Kein Vergessen“ oder „Mittenwald = Nazikaff“ prangten seitdem an den mächtigen Stelen – und das tun sie teilweise bis heute. „Wir konnten die Schmierereien zwar größtenteils wegmachen, aber ganz lassen sie sich bis zu unserer Brendtenfeier nicht entfernen“, bedauert Esper.

Wie man künftig solche Anschläge vornehmlich aus dem linksradikalen Lager verhindern will – beispielsweise mit Hilfe von Videoüberwachung –, lässt der OK-Chef offen. Vielmehr appelliert Esper an die Vernunft derer, die mit Gedenkfeiern der Gebirgsjäger offenbar ein massives Problem haben. „Wir können nur hoffen, dass solche Schmierereien zukünftig ausbleiben.“

Zumal die Kosten für die Säuberung des Ehrenmals mehrere tausend Euro betragen. „Die werden von uns selbst getragen“, betont Oberst a. D. Hans Sahm, Präsident des ausrichtenden Kameradenkreises der Gebirgstruppe. Ihm zufolge würde sich eine entsprechende Versicherung nicht rechnen.

Bei der Brendtenfeier, zu der mehrere hundert Besucher – früher waren es einige tausend – erwartet werden, sind auch andere Uniformträger im Einsatz. „Wir werden mit entsprechenden Kräften vor Ort sein“, teilt Mittenwalds Polizeichef Thomas Holzer mit. Ihm sind aktuell keine Störaktionen in puncto Brendtenfeier bekannt.

Diese ist bereits zum dritten Mal eingebettet in einen Tag der Gebirgssoldaten, der mit einem öffentlichen Appell in der Puit beginnt. Grußworte am Ehrenmal spricht nachmittags mit Generalmajor a.D. Walter Spindler kein Unbekannter. Der ehemalige Chef-Ausbilder der Bundeswehr war bis April 2017 im Amt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) entband ihn schließlich von seinem Posten. Ihm wurde im Zuge von Fehlverhalten ihm unterstellter Ausbilder vorgeworfen, nicht energisch genug durchgegriffen zu haben.

Programm:

Der Tag der Gebirgssoldaten am Donnerstag, 17. Mai, wird um 10 Uhr mit einem öffentlichen Appell der Gebirgsjäger-Brigade 23 in der Mittenwalder Kuranlage Puit eröffnet. Die traditionelle Gedenkfeier des Kameradenkreises der Gebirgstruppe beginnt um 14 Uhr am Ehrenmal auf dem Hohen Brendten. Es spricht Generalmajor a. D. Walter Spindler. Um 17 Uhr steht ein Kameradschaftsabend in der Edelweißkaserne auf dem Programm. Ein Ehemaligen-Treffen findet bereits am morgigen Mittwoch um 19 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) im Gasthof Gries statt.

Tobias Skinner

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