Kampf gegen den Blauzungen-Virus: Mittenwalder Ziegen "durchgeimpft"

Mittenwald - Durchatmen bei den Mittenwalder Ziegenhaltern: Nach den Schafen wurden nun auch an die 180 Goaßn gegen die grassierende und gefährliche Blauzungenkrankheit geimpft.

Der Freistaat Bayern bezahlt übrigens dieses lebenswichtige Serum, nicht allerdings die Kosten für den Veterinär. Für die Impfaktion hat der "harte Kern" der Mitglieder des Mittenwalder Ziegenzüchtervereins zusammen mit Erstem Vorstand Christian Neuner bereits frühmorgens unterhalb der Weidefläche am Hirzeneck einen Pferch aufgebaut, in dem dann der Tierdoktor einer Goaß nach der anderen die Spritze verpasste.

Den Piekser in die Schulter nahmen die meisten der Viecherl ganz gelassen hin und wurden anschließend sofort wieder ins Almgelände entlassen. "Nebenwirkungen sind dabei nicht zu erwarten", betont Tierazrt Martin Simon.

Die vom Veterinäramt Garmisch-Partenkirchen veranlasste Pflicht-Impfung aller heimischen Ziegen und Schafe ab drei Monaten ist in Mittenwald somit erfüllt, und die Weidetiere samt ihren Besitzern können einem Almsommer ohne Ansteckungsgefahr entgegen sehen. Auch die Stalltiere sind inzwischen mit dem notwendigen Serum versorgt.

Wie dringend der Wirkstoff ist, zeigen allein die Zahlen vom vergangenen Jahr: 20 500 Tiere erkrankten deutschlandweit an der Seuche. Eine Infektion, die 40 Prozent der Ziegen, Schafe und Rinder nicht überleben. 2007 gab es allein in Bayern 281 Fälle des "Blauzungen-Virus", heuer wurden bereits 15 neue gemeldet. Die Ansteckung der Vierbeiner erfolgt durch einen Mückenstich. Die schwerwiegenden Folgen: eine blau gefärbte Zunge, Fieber, Kopfschwellungen und Maulschmerzen.

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