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Zwei junge Kletterer stürzen auf der Tiefkarspitze in den Tod - der Hüttenwirt hörte ihre Schreie

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Von: Peter Reinbold

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Ein Polizeihubschrauber nähert sich dem Unglücksort auf der Tierkarspitze
Im Anflug: Ein Polizeihubschrauber nähert sich dem Unglücksort auf der Tierkarspitze. © Bergwacht Mittenwald

Bei einem Bergunfall auf der Tiefkarspitze in der Nähe von Mittenwald sind eine junge Frau (19) und ein 20-Jähriger ums Leben gekommen. Der Wirt der Hochlandhütte hörte noch ihre Schreie.

Mittenwald - Von der Hochlandhütte, die oberhalb von Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) liegt, bietet sich eine markante Sicht auf die Tiefkarspitze. Jeden Tag, wenn Wirt Stefan Müller seiner Arbeit nachgeht, fällt sein Blick häufiger auf den 2430 Meter hohen Berg im Karwendel zwischen Bayern und Tirol.

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Seit Samstagnachmittag betrachtet er die Tiefkarspitze mit ganz anderen Augen und gemischten Gefühlen. Müller ist Ohrenzeuge des Absturzes einer jungen Frau (19) und ihres 20-jährigen Begleiters geworden. Er hörte die Schreie der beiden, die aus dem Landkreis Dachau stammen, und Felsen brechen,als sie in die Tiefe fielen. Zwischen Absturzstelle und Hütte sind es Müller zufolge „800 Meter Luftlinie“. Dass etwas Schlimmes passiert sein musste, war dem Hüttenwirt sofort klar, der umgehend die Bergwacht und die Polizei informierte.

Karwendel: Kletterer stürzen in den Tod

Die Einsatzkräfte, die Wache Mittenwald ist wegen des laufenden G7-Gipfels in Schloss Elmau untertags durchgängig besetzt, warfen sofort die Maschinerie an. Der Polizeihubschrauber Edelweiß 6, der zuerst an der Unfallstelle eintraf, konnte zunächst den Notarzt sowie einen Bergretter an der unteren Unglücksstelle mit der Winde absetzen. Ein weiterer Bergwachtmann wurde zusammen mit der Notärztin des Rettungshubschraubers Christoph 17 aus Kempten zur zweiten Person, etwa 50 Meter oberhalb, geflogen. „Für den Mann und die Frau kam jede Hilfe zu spät, sie starben an der Unfallstelle“, sagt Roland Ampenberger, Pressesprecher der Bergwacht Mittenwald. Die Besatzung des Polizeihelikopters Edelweiß 6 barg die beiden Toten und flog sie ins Tal.

Bei dem Ort, an dem die Verunglückten entdeckt wurden, handelt es sich laut Ampenberger „um steiles, felsdurchsetztes Schrofengelände auf der nordöstlichen Seite der Tiefkarspitze auf circa 1930 Meter Höhe“. Ampenberger lässt keinen Zweifel daran, dass die Tiefkarspitze alpinistisches Können verlangt: „Das ist anspruchsvolles und schwieriges Gelände.“

Kletterer stürzen im Karwendel ab - Bergretter suchen weitere Personen

Die Frage, ob die beiden jungen Leute das Können besaßen und richtig ausgerüstet waren, lässt Ampenberger unbeantwortet. „Dazu kann ich nichts sagen.“ Unklar war lange Zeit, ob noch andere Personen an dem Unglück beteiligt waren, weil neben Müller auch andere Personen Hilfeschreie gehört haben wollten. Deshalb suchten sieben Bergretter die Wandersteige im Bereich der Einsatzstelle ab. Unterstützt wurde die Aktion in den frühen Abendstunden des Samstag zusätzlich durch den Einsatz einer Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers. „Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für weitere beteiligte Personen“, teilt Ampenberger mit.

Die Ursache, die zu dem schrecklichen Unfall geführt hat, ist noch völlig offen. Ein Bergführer der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Auch Ampenberger kann nur spekulieren: „Ein Fehltritt, ein Steinausbruch – vieles ist möglich.“

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