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Bald Ortsgeschichte: Das stillgelegte Karwendelbad steht kurz vor dem Abriss.

Ein Stück Mittenwalder Geschichte endet

Karwendelbad: Abriss im November 

Das Karwendelbad, vor knapp elf Monaten geschlossen, wird voraussichtlich nach Allerheiligen dem Erdboden gleich gemacht. Das zumindest ist der „Wunschtermin“ der Gemeinde.

Mittenwald – In den kommenden zwei Wochen soll der Auftrag vergeben werden. Danach könnte es ratzfatz gehen. Die Rede ist vom Abriss des Mittenwalder Karwendelbads, das Anfang November 2016 geschlossen wurde. „Es sollte heuer schon beginnen“, teilt der zuständige Gemeindewerkschef Matthias Pöll mit. Sein „Wunschtermin“ wäre kurz nach Allerheiligen. Dann endet ein Stück Ortsgeschichte. Für die Demontage der 45 Jahre alten Anlage hat die Marktgemeinde Mittel in Höhe von rund einer halben Million Euro im Haushalt bereitgestellt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung im Katholischen Pfarrsaal war das Karwendelbad noch einmal kurz Gegenstand der Debatte – bei Pölls Lagebericht für 2016. In diesem letzten Betriebsjahr zählte man 42.131 Besucher. Ein letztes Mal musste die Kommune für diesen chronisch defizitären Betrieb einen Jahresverlust von 147.383 Euro ausgleichen. Rechnet man das Minus des Kranzberg-Sessellifts (102 276 Euro) hinzu, so sind’s insgesamt 249.660 Euro, die die Marktgemeinde in ihre touristischen Einrichtungen zuschießen musste. Nicht zu vergessen die vertraglich geregelte jährliche Finanzspritze fürs privatisierte Eisstadion in Höhe von 62.000 Euro.

Aus aktuellem Anlass empfiehlt sich noch einmal ein Blick auf die Kranzbergbahn, die seit 1950 Gäste hinauf auf Mittenwalds Sonnenberg bringt. 2016 verzeichneten die Gemeindewerke 74.173 Fahrgäste – 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr (81.022). Den Einbruch führt Pöll auf den „sehr schlechten Winter“ zurück. „Wir hatten fast keinen Rodelbetrieb. Das tut uns sehr weh.“ Geld ist mit der Nostalgie-Anlage schon lange nicht mehr verdient.

Wohl auch deshalb wollen die Gemeindeväter in puncto Attraktivitäts-Offensive Gas geben, was der für viele überraschende Grundsatzbeschluss am Dienstag deutlich zu Tage förderte. Womöglich läutet bereits bald das Totenglöckchen für ein weiteres Stück Ortsgeschichte.

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