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Von der Baustelle machen sich (v.l.): Aziz Acar (Polier), Heiko Striemke (Baggerführer), Ralph Kunze (Bauleiter), Christian Baumann (beratender Ingenieur), Bürgermeister Adolf Hornsteiner und Marktbaumeister Ralf Bues ein Bild.

Schwimmbad in Trümmern

Karwendelbad: Abriss schreitet voran

Es darf das erste Mal durchgeatmet werden auf dem ehemaligen Hallenbad-Gelände. Der Abriss der 1972 errichteten Anlage liegt nicht nur gut im Zeitplan – auch das leidige Thema Schadstoff und dessen teure Entsorgung ist vom Tisch.

Mittenwald– „Das Material kann wieder verwendet werden.“ Langsam dreht Ingenieur Christian Baumann einen Brocken Gestein in seinen Händen. Auch Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) greift sich die letzten Überreste der ehemaligen Außenfassade des Mittenwalder Hallenbads und begutachtet sie. „Kürzlich wurde eine Probe verschickt“, erklärt Baumann dem Rathauschef. Und sie erwiesen sich als unbedenklich. Das sind gute Nachrichten, die er und Marktbaumeister Ralf Bues gestern Früh auf den Schuttbergen des ehemaligen Karwendelbades erhalten. Denn das bedeutet, dass das Material „nicht belastet“ ist, wie es im Fachjargon heißt.

Von alten Zeiten ist im Karwendelbad nichts mehr zu erkennen.

Lediglich der verwendete Fliesenkleber war voller Asbest. Von der mineralischen Naturfaser wussten die Fachleute der Firma Sauerbau GmbH aber schon vorab und haben entsprechende Entsorgungskosten bereits einberechnet. Diese betragen mit der Abriss-Summe rund 500 000 Euro.

Dass es nun voraussichtlich keine weiteren bösen Überraschungen mehr geben wird, lässt Gemeinde und Abriss-Firma aufatmen. „Es hätte wesentlich mehr gekostet, wären hier weitere Schadstoffe gefunden worden“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Entsorgung. „Nicht, dass es sich um giftiges Material gehandelt hätte“, ergänzt Baumann und gibt Entwarnung. „Sondern um ganz natürliche Schadstoffe, die einen erhöhten pH-Wert aufweisen.“ Diese würden so manche Baustellen-Kosten explodieren lassen. Aufgrund der guten Vorarbeit wird allerdings keine Kostensteigerung für den Abriss des Hallenbads zu befürchten sein. „Der Beton wird wieder verwendet zum Auffüllen der Baugrube“, schildert Baumann, für den es der insgesamt achte Abriss eines Hallenbads ist. „Immer bissel gleich, aber auch immer bissel anders“, sagt er schmunzelnd.

Weihnachts-Pause bis Anfang Januar

Das Wetter hat bisher – trotz beachtlichen Schneemassen – der zuständigen Demontage-Firma ebenfalls in die Hände gespielt. Bis Freitag können sie noch werkeln. Nur mehr kleinere Abriss-Arbeiten stehen noch an. Dann geht es in die Weihnachts-Pause und da soll „kein riesiger Schutthaufen“ im Herzen von Mittenwald die Urlaubsgäste von Heiligabend bis Heilig-Drei-König erschrecken, wie Baumann betont. Denn erst ab dem 8. Januar 2018 werden die Arbeiten fortgesetzt. „Sofern es nicht noch mehr schneit“, gibt der Fachmann zu bedenken. Das hätte Folgen: Das abgerissene Material, das momentan auf der ehemaligen Liegewiese zwischengelagert wird, wäre „unterm Schnee nicht mehr zu finden“ – und somit eine Aussortierung unmöglich. Bürgermeister Hornsteiner hat dafür vollstes Verständnis: „Wenn der Winter kommt, dann ist halt Pause im Hochgebirge.“

Dennoch sind die Verantwortlichen zuversichtlich, die Abriss-Arbeiten bis Ende Januar über die Bühne zu bringen. „In der vorletzten Januar-Woche kommt der Brecher“, erklärt Bauleiter Heiko Striemke. Gemeint ist damit eine Betonbrech-Maschine samt Magnetabscheider, welche das Material in kleine Brocken zermahlt.

Josef Hornsteiner

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