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Fehde zwischen Unternehmen und Gemeinde geht weiter

Karwendelbahn: Hausverbot für Bürgermeister Hornsteiner

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Mittenwald - Die unendliche Geschichte Markt Mittenwald gegen die Karwendelbahn AG ist um ein weiteres Kapitel reicher. In einer Ad-hoc-Meldung überzieht das Unternehmen Bürgermeister Hornsteiner mit Vorwürfen und bezichtigt ihn der Lügen. Der Rathaus-Chef bleibt gelassen.

Der Konflikt zwischen der Karwendelbahn AG und Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. In ihrer neuesten Ad-hoc-Meldung, die vom Montagabend dieser Woche datiert, ballert das Bergbahn-Unternehmen mit schwerstem Geschütz gegen den Rathaus-Chef und versucht, ihn sturmreif zu schießen. Ein Unterfangen, das Hornsteiner kalt lässt. „So schnell zermürbt man mich nicht.“ In dem Schreiben, das nicht unterzeichnet ist, aber mutmaßlich entweder aus der Feder von Vorstand Patrick Kenntner oder aus der von Wolfgang W. Reich, Aufsichtsratsvorsitzender, starker Mann und Kopf des Unternehmens, stammt, wird Hornsteiner mehrmals der Lüge bezichtigt. Die dreisteste soll dabei sein: „Die Karwendelbahn fährt nur deshalb, weil sich die Gemeinde zur Wehr setzt.“

Um Hornsteiner zu zeigen, wo im Kampf um die Zukunft der Karwendelbahn der Hammer hängt und wer am längeren Hebel sitzt, hat das Unternehmen, an dem Reich und Co., Herren über ein undurchschaubares Firmengeflecht, über die Konsortium AG die Aktienmehrheit besitzen, dem Bürgermeister ein „Haus- und Betretungsverbot für sämtliche Grundstücke und Anlagen der Karwendelbahn AG“ erteilt. Weiter heißt es: „Mit diesem Hausverbot wird sichergestellt, dass zumindest eine Person in Mittenwald nicht mehr mit der Karwendelbahn AG fährt – und zwar der Bürgermeister.“ Zu dieser drastischen Maßnahme sehe man sich gezwungen, um die Karwendelbahn AG zu schützen. Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter ließen sich die öffentlichen Verleumdungen von Bürgermeister Hornsteiner nicht mehr länger gefallen.

Ebenfalls wird Hornsteiner in der Ad-hoc-Meldung vorgeworfen, er verschleudere sinnlos Steuergeld. „Mit welcher Begründung investiert ein Bürgermeister sechsstellige Beträge im unteren Bereich in Rechtsstreitigkeiten mit der Karwendelbahn AG?“, heißt es dort. Diese Verhalten sei verantwortungslos und nicht seriös. Hornsteiner sieht sich hingegen vom Treiben von Reich und Co. zu diesen Schritt gezwungen. So seien zum Beispiel Jahresabschlüsse „überfällig“. Dies und andere Dinge zeigen ihm, „das etwas bei der Karwendelbahn nicht stimmen kann“. Deshalb habe er sich entschieden, den Rechtsweg einzuschlagen. „Und der kostet nun mal Geld.“ Der Vorwurf, er agiere in dieser Angelegenheit am Gemeinderat vorbei, geht seiner Meinung nach ins Leere. Das Gremium sei über alles informiert. „Die Beschlüsse haben wir einstimmig getroffen.“

Das Hausverbot ist nicht die einzige Daumenschraube, die die Karwendelbahn ansetzt. Auch eine Unterlassungsklage beim Landgericht München soll eingereicht worden sein. Hornsteiner habe in der Bürgerversammlung die Mittenwalder Bevölkerung belogen, als er behauptete: „Es wurde kein Bauantrag für die Halle eingereicht und es wurden keine Sitzungsprotokolle erstellt.“ Das Unternehmen habe es satt, ständig durch falsche Behauptungen diskreditiert zu werden.

Von den neusten Attacken, die Hornsteiner „starker Tobak“ nennt, lässt er sich nicht ins Bockshorn jagen. Vor allem, weil er von einem Hausverbot offiziell nichts weiß. „Schriftlich ist bei mir nichts eingegangen. Ich kenne nur die Ad-hoc-Meldung.“ Erst, wenn er etwas Belastbares in der Hand halte, „werde ich reagieren“. Identisch verhält es sich mit der Unterlassungsklage. Sein Rechtsbeistand habe ihn nach Rücksprache versichert, dass beim Landgericht München nichts vorliegt.

Ärger mit der Karwendelbahn ist Hornsteiner gewohnt. Ihn kann (fast) nichts mehr schocken. Der Streit zwischen Reich und der Marktgemeinde, die eine Minderheitsbeteiligung an der Karwendelbahn hält, zieht sich seit Jahren hin. Die Intensität hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten allerdings extrem gesteigert. Man verkehrt nur per Anwalt oder trifft sich vor Gericht. Änderung nicht in Sicht.

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