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Hat keine Zukunft: Der Spielplatz im Schwarzenfeld wird geräumt. 

Dauerstreit trifft die kleinen Mittenwalder

Karwendelbahn contra Gemeinde: Jetzt zahlen Kinder die Zeche

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Es ist eine Folgeerscheinung der Fehde zwischen der Karwendelbahn AG und der Marktgemeinde Mittenwald: Die Kleinen im Ort müssen sich vom Spielplatz im Schwarzenfeld verabschieden. Er wird geräumt.

Mittenwald – Buben und Mädchen tollen dort gerne umher, schaukeln, rutschen. Der Spielplatz im Schwarzenfeld ist beliebt und angesichts der Lage im Wohngebiet gut frequentiert. Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) kann sich gar nicht mehr an Zeiten erinnern, als es diesen noch nicht gegeben hat. Doch bald schon gehört er der Vergangenheit an. Er wird geräumt. Von der Marktgemeinde Mittenwald. „Schweren Herzens.“

Seit März 1998 bestand der Pachtvertrag mit der Karwendelbahn, auf deren Grund der Spielplatz liegt. Vorher gab’s eine stillschweigende Vereinbarung, erzählt Hornsteiner. Bis man die Regelung dokumentierte. Jetzt existiert ein weiteres Schriftstück: die Kündigung des Pachtvertrags zum 31. Dezember 2016. Dass die Vergnügungsoase weichen muss, markiert ein weiteres Kapitel im Dauerstreit zwischen dem Markt und der Karwendelbahn. Die Leidtragenden aber, das sind die Kinder.

Das bedauert Hornsteiner außerordentlich. „Wir haben versucht, eine Vereinbarung zusammenzubringen, um den Status Quo zu halten“, betont er. Doch es kam zu keiner Einigung. Wie berichtet, trafen sich beide Seiten Anfang April zu einem Gütetermin vor dem Amtsgericht. Thema damals: Der Freisitz an einem Nebengebäude der Talstation, der ohne Genehmigung errichtet wurde und über das Nachbarareal ragt. Dieses gehört pikanterweise der Kommune. Schon im Vorfeld des Termins unterbreitete die Karwendelbahn ein Güte-Angebot: Würde der Markt den Überbau tolerieren, dürfe der Spielplatz für zwei Jahre weiter öffentlich genutzt werden. „Dem konnten wir nicht folgen“, kommentiert der Bürgermeister. Was folgte war die Aufforderung, die insgesamt 3288 Quadratmeter große Fläche zu räumen. Wie die Karwendelbahn das Areal künftig nutzen möchte? Dazu gab es von offizieller Seite einmal mehr keine Stellungnahme.

In den nächsten Tagen startet jedenfalls der Abbau der Geräte. Schriftlich versicherte der Markt dem Grundstückseigentümer, dass bis August alles erledigt ist. Voraussichtlich wird die Gemeinde aber schon bis Ende Juli mit den Arbeiten fertig sein. Dazu zählt nicht nur, den Spielbereich mit einer Fläche von 1850 Quadratmeter zu beseitigen, sondern auch die angrenzenden Container. Diese werden verlegt, auf gemeindlichen Grund. „Der gewohnte Sammelplatz verschiebt sich 150 Meter nach Norden“, sagt Hornsteiner. Kein großes Drama.

Mehr schmerzt der Verlust des Spielplatzes. „Das ist wirklich schade, es tut uns leid.“ Doch der Markt bemüht sich, eine Nachfolge-Lösung auf einer Ersatzfläche zu bewerkstelligen. Ein Plan, über den aber erst noch der Gemeinderat befinden muss. Große Anschaffungen wären jedenfalls nicht nötig. Die Spielgeräte vom Schwarzenfeld seien in gutem Zustand und können deshalb wieder verwendet werden. Nur eben an einem anderen Standort.

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