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Riesen-Provokation: Brauerei entsteht an Karwendelbahn - ohne Genehmigung und mitten in Naturschutzgebiet

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Von: Christof Schnürer

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Ein Hubschrauber nimmt in Mittenwald Ladung auf.
Mehrfach pendelt der Hubschrauber zwischen Tal und Bergstation. © Wolfgang Kunz

Es liegen weder Bauantrag noch Genehmigung für eine Brauerei-Anlage im Naturschutzgebiet vor. Trotzdem laufen die Vorbereitungen dafür bei der Karwendelbahn auf Hochtouren.

Mittenwald – Die Politik der vollendeten Tatsachen durch die Hauptaktionäre aus Heidenheim findet in Mittenwald munter ihre Fortsetzung. „Wir freuen uns, dass das Projekt ,Deutschlands höchste Brauerei nun begonnen hat“, lässt der umstrittene Vorstand der Karwendelbahn, Wolfgang W. Reich, via Presse-Mitteilung verlauten.

Karwendelbahn: Brauerei entsteht im Naturschutzgebiet - Ohne Rücksprache mit Behörden

Ein Vorhaben, das wie schon die nicht genehmigte Schnaps-Brennerei ohne Rücksprache mit den zuständigen Behörden in der Karwendelbahn-Bergstation im Naturschutzgebiet realisiert werden soll. Und Reich, der unter anderem mit der Marktgemeinde Mittenwald und dem federführenden Landratsamt im Dauerclinch liegt, lässt auch keinen Zweifel daran, dass er nicht mit diesen beiden Stellen sprechen wird.

Man vertrete die Auffassung, „dass keine Baugenehmigung für den Betrieb einer 5-Hektoliter-Brauereianlage notwendig ist“, heißt es gegenüber dem Tagblatt. Mehr noch: „Wie wir Ihnen bereits mitgeteilt haben, haben wir eine Brauereianlage erworben und werden diese auch entsprechend in die Tat umsetzen.“

Brauerei an Karwendelbahn: Weiterer Affront gegen Landratsamt

Ein weiterer Affront gegen das Landratsamt, das sogar über die jüngsten Helikopterflüge Bescheid wusste. „In der Tat hat die Marktgemeinde Mittenwald uns informiert gehabt“, teilt Pressesprecher Wolfgang Rotzsche mit. Doch Mitarbeiter war dem Vernehmen nach keiner vor Ort.

Auch im Rathaus konnte man am vergangenen Mittwoch nur verstärkten Hubschrauberlärm über Mittenwald feststellen. „Wir haben keine Kenntnis und sind auch nicht informiert worden“, bestätigt Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD). Ähnlich wie sein Vorgänger Adolf Hornsteiner (CSU) gehört er inzwischen bei der Heidenheimer Reich-Gruppe, die sich vor einigen Jahren bei der Karwendelbahn AG eingekauft hatte und seit dem einen Kleinkrieg gegen die Marktgemeinde (zweitgrößte Aktionärin) führt, zur unerwünschten Person.

Garmisch-Partenkirchen: Karwendelbahn liefert sich Kleinkrieg gegen Mittenwald

Doch ein Gondelverbot von Reich und Co. wurde zuletzt nicht nur gegen nahezu die komplette Rathausverwaltung, sondern auch gegen Mitarbeiter des Landratsamts ausgesprochen. Momentan ist es eh schwierig, zur Bergstation auf 2244 Metern Höhe zu gelangen. Denn aktuell ruht der Betrieb wegen der alljährlichen Herbstrevision – die beste Zeit also für Bauvorhaben.

Unabhängig davon bestätigt Behördensprecher Rotzsche im Zusammenhang mit der in der Gaststätte geplanten Brauanlage: „Ein Bauantrag liegt bislang weder dem Markt Mittenwald vor, noch dem Landratsamt.“ Doch ein Placet ist zwingend vonnöten. Hierzu erwähnt Rotzsche eine Anfrage der Karwendelbahn AG. Daraufhin sei dem Unternehmen schriftlich mitgeteilt worden, „dass die uns vorab vorgelegten Unterlagen (Grundriss) im Hinblick auf die Nutzung der Gaststätte in der Bergstation nicht mehr vom Bestandsschutz umfasst werden und deshalb bauaufsichtlich genehmigungspflichtig sind“.

Deutlicher geht’s also nimmer. Die Adressaten in Heidenheim indes haben dazu ihre eigene Sichtweise – nichts Neues. Erinnert sei beispielsweise an den illegalen Campingplatz im Schwarzenfeld oder das schwarz gebaute Mobile Home an der Karwendelbahn-Talstation.

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