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Soll bleiben, was er ist: Der Marktgemeinderat hält wenig davon, wenn der Karwendelbahn-Parkplatz zugebaut wird. 

Gemeinderat Mittenwald legt Spielregeln fest

Karwendelbahn: Heidenheimer Hotel-Träume

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Auf dem Betriebsgelände der Karwendelbahn könnte vieles entstehen – Reihenhausanlage, Hotel mit Tiefgarage. Das zumindest teilen die Hauptaktionäre der Konsortium AG der Gemeinde Mittenwald mit. Für die Rathaus-Vorderen sind diese Planspiele ein Grund mehr, möglichst schnell baurechtliche Vorkehrungen zu treffen, um genau das verhindern.

Mittenwald – Als im Sommer 2016 der Mittenwalder Marktgemeinderat den Bebauungsplan Nummer 47 „Im Schwarzenfeld/Alpenkorpsstraße“ anschob, hörte man das Donnergrollen aus Heidenheim bis zum Karwendel. „Mittenwald wird ohne Bergbahn ins touristische Nirwana abstürzen“, ließen die Hauptaktionäre der Konsortium AG damals verlauten. „Mit der Aufstellung des Bebauungsplans hat der Gemeinderat, offensichtlich ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein, das Todesurteil für den Betrieb der Karwendelbahn AG gesprochen“, hieß es in der Stellungnahme weiter.

Seitdem sind über zwei Jahre ins Land gegangen. Die Gemeinde arbeitet weiter an ihrem Sondergebiet Berg- und Wintersport, die Konsortium AG um Investor Wolfgang W. Reich wettert dagegen. Das umstrittene Aufsichtsratsmitglied, der mit der Gemeinde (zweitgrößte Karwendelbahn-Aktionärin) seit einer gefühlten Ewigkeit im Dauerclinch liegt, schaute neulich sogar im Rathaus vorbei, als dieser Punkt wieder mal auf der Tagesordnung stand.

Mit Interesse verfolgte er auf den Zuschauerplätzen, als Marktbaumeister Ralf Bues den Tenor eines Schreibens der Karwendelbahn vom 16. August 2018 vortrug. Mal abgesehen von der gewohnten Wortwahl („Verhinderungsplanung“) offenbarten Reich und Co. auch, was ihnen auf dem Betriebsgelände rund um die Talstation so alles vorschwebt. Laut Bues ist von der Errichtung einer Reihenhausanlage und einer Doppelhaushälfte ebenso die Rede wie von der Realisierung neuer Toilettenanlagen am bestehenden Betriebsgebäude und eines weiteren Doppelhauses, der Fertigstellung der im Rohbau bereits bestehenden Lagerhalle sowie – und jetzt kommt’s – die Bebauung des Areals mit einem Hotel samt Tiefgarage.

Bei all diesen Planspielen sei die Frage erlaubt: Und wo sollen dann noch Gäste der Karwendelbahn parken, falls das alles in die Realität umgesetzt wird? Im Grunde haben Reich und Co. selbst die Begründung geliefert, warum die Verantwortlichen im Rathaus sich auf dem richtigen Weg wähnen. Die von der Karwendelbahn AG beabsichtigten Vorhaben im Planbereich bestätigten, dass die Landschaft im Umgriff des Betriebsgebäudes „zersiedelt wird und damit eine Entwicklung entgegen den allgemeinen Zielen der Landesentwicklung und Regionalplanung eintritt“, verdeutlichte Bues, der den Bebauungsplan deshalb für dringender denn je hält. Dadurch sei gewährleistet, „innerörtliche Grünbereiche und ihre Verbindung zur freien Landschaft zu erhalten sowie die bestehenden Schutzgebiete zu sichern“.

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