+
Im Karwendelgebirge ist es zu einem Felssturz gekommen - mindestens 100 Schafe sind gestorben.

Erste Erkenntnisse zur Ursache

Schaurige Entdeckung nach Bergrutsch: Über 180 Kadaver gefunden - „So etwas habe ich nie erlebt“

Ein heftiger Bergrutsch hat sich am Montag im Karwendelgebirge bei Mittenwald ereignet. Über 100 Bergschafe kamen dabei ums Leben. Die Bergung läuft.

Update vom 12. Juli, 16.53 Uhr: Nach dem tragischen Unglück in Mittenwald, bei dem 180 Schafe in den Tod gestürzt sind, ist nichts mehr wie zuvor, berichtet Merkur.de*.

Schaurige Entdeckung nach Bergrutsch: Über 180 Kadaver gefunden - „So etwas habe ich nie erlebt“

Update vom 3. Juli, 21.40 Uhr: Dass einzelne Tiere abstürzen, gebe es immer mal, sagte Peter Reindl, Chef der Mittenwalder Weidegenossenschaft. Aber: „So etwas habe ich nie erlebt.“ Wie viele Tiere genau getötet wurden, ist nicht ganz klar. „Wir haben nicht mehr genau gezählt.“ Welcher Besitzer Tiere verloren hat, sei ebenfalls unklar. „Erst im Herbst können wir das sagen, wenn wir den Abtrieb machen und sie alle ihren Besitzern zurückgeben.“ Sonst verbringen rund 450 Tiere den Sommer bei Mittenwald auf den Bergweiden. Die Überlebenden seien auf eine andere, weniger gefährliche Weidefläche getrieben worden.

Felssturz im Karwendelgebirge reißt Tiere in Tod - Ursache unklar

Update vom 2. Juli 2019, 17.28 Uhr: Währenddessen wird nach der Ursache für die Katastrophe gesucht. Landratsamt-Sprecherin Franziska Ostler teilte am Dienstag den aktuellen Stand des geologischen Dienstes mit: Demnach ist ein möglicher Grund für das Abrutschen der Erd- und Gesteinsmassen „das unglückliche Zusammentreffen von ausgetrocknetem Boden im betroffenen Gebiet und der Belastung durch das Gewicht der Tiere“. Dass das Erdbeben vom Freitag in Garmisch-Partenkirchen mit dem Unglück zusammenhängt, sei weniger wahrscheinlich. 

Schaurige Entdeckung nach riesigem Felssturz im Karwendel: Über 180 Kadaver gefunden

Update vom 2. Juli 2019, 15.55 Uhr: Nach dem tragischen Bergrutsch am Montagvormittag im Karwendelgebirge in Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) hat sich die Zahl der verunglückten Schafe auf 180 erhöht. Das teilte Peter Reindl, Vorsitzender der hiesigen Forst- und Weidegenossenschaft am Dienstag mit. 

Er und rund 20 Hirten, Weidegenossenschaftsmitglieder und freiwillige Helfer hatten die traurige Aufgabe, die 180 Kadaver aus dem unwegsamen Gelände zu bergen. Sie charterten am Dienstag einen privaten Hubschrauber, um die verunglückten Tiere an der Felsformation Predigtstuhl nahe der Mittenwalder Hochlandhütte ins Tal zu transportieren. 

180 Schafe nach Gerölllawine tot: Hubschrauber fliegt zehn Mal, um Kadaver zu bergen

Die Schafe wurden in Transportnetze gebettet. Rund 20 Stück pro Flug sind so ins Tal gebracht worden. „Insgesamt ist der Hubschrauber zehn mal geflogen“, sagt Reindl. 

Eine Versicherung gibt es keine. Nur wer als Schafhalter privat vorgesorgt hat, bekommt für seine verendeten Tiere eine Entschädigung. Der mehrstündige Hubschrauber-Einsatz wird durch einen für Abstürze vorgesehenen Fonds der Weidegenossenschaft finanziert. 

Video: Steinschlag extrem - Autofahrer wird von Felsbrocken überrascht

180 Schafe nach Gerölllawine tot: 1. Juli 2019 wird in schwarzer Erinnerung bleiben

„Wir erhielten sofort nach dem Unglück sehr viel Unterstützung von sämtlichen Institutionen und Verbände“, sagt Reindl dankbar. Für ihn und die Mittenwalder Tierhalter wird der 1. Juli 2019 in schwarzer Erinnerung bleiben. 

Gegen 10.45 Uhr löste sich am Predigtstuhl eine Gerölllawine. Sie riss die Schafe über 100 Meter in die Tiefe. Nur wenige Tiere überlebten diesen Rutsch. Sie überschlugen sich in der Steinlawine, wurden von Felsen erschlagen, sind verschüttet worden unter dem Geröll. 

180 Schafe nach Gerölllawine tot: 400 waren insgesamt auf der Sommerweide

Ersten Meldungen zufolge war vorerst die Rede davon, es wären lediglich ein paar Schafe abgestürzt und der Rest lebend von der Herde getrennt worden. Es folgte schnell die Ernüchterung: Am Montagabend ging man dann bereits von mindestens 100 toten Tieren aus. Mittlerweile muss diese Zahl deutlich nach oben korrigiert werden. Über 180 sind dem brachialen Steingeröll zum Opfer gefallen. 

Insgesamt grasten bis zu diesem tragischen Montag rund 400 Bergschafe auf der Sommerweide im Karwendelgebirge. Sie wurden erst am Samstag nach oben getrieben in das Gebiet rund um den Predigtstuhl.

Riesiger Felssturz im Karwendelgebirge: Augenzeugen sehen über 100 Schafe in den Tod stürzen

Update vom 1. Juli, 18.27 Uhr: Als der Gemeindehirte ans Telefon geht, klingt er müde und niedergeschlagen. „Jetzt bitte nicht“, sagt Josef Hornsteiner. Er ist am Boden zerstört. Der Mittenwalder (Kreis Garmisch-Partenkirchen) musste am Montagvormittag so ziemlich das Schlimmste erleben, was einem leidenschaftlichen Herdenhüter passieren kann: Ein Felssturz am Predigtstuhl riss über 100 seiner Schafe in den Tod. Nur verständlich, dass dem „Zegl-Beppi“, wie er im Ort genannt wird, am Montag alles andere als zum Telefonieren zu Mute war. 

Dementsprechend wenig Infos gibt es bisher auch über den Zustand der Herde, die seit Samstag im Bereich des Predigtstuhls zwischen der Dammkar- und der Hochlandhütte im Karwendelgebirge bei Mittenwald zur Sommerweide getrieben wurde. Ersten Informationen zufolge ist ein großer Teil der Herde hinab gerissen und teilweise verschüttet worden. 

Massiver Felssturz im Karwendel: Hirten und Einsatzkräfte suchen nach versprengten Schafen

Rund 100 Schafe haben den Felssturz offenbar nicht überlebt, die restlichen Tiere sind ängstlich in unwegsames Gelände in sämtliche Richtungen davon gerannt. Schon gestern sind zahlreiche Hirten auf die Suche nach den etwa 30 bis 40 versprengten Tiere gegangen, die den Sturz zwar überlebt, aber in alle Richtungen verstreut wurden. 

Einer der ersten Augenzeugen des Unglücks, Stefan Müller, Wirt der Hochlandhütte, ist fassungslos. Er kann und will noch nicht mit Worten beschreiben, welch tragische Szenen sich da am späten Montagvormittag vor seinen Augen nur unweit der Berghütte abspielten. „Ich kann dazu noch nichts sagen, es ist noch zu frisch. Das Ereignis muss ich erst mal sacken lassen.“ Zu tief hat sich der Anblick ins Gedächtnis gebrannt, als sich gegen 10.45 Uhr am Montagvormittag ein Geröllfeld in der Felsformation nicht weit von seiner Berghütte löste.

Felssturz reißt 100 Schafe in den Tod: „Ein tragisches Ereignis von gewaltigem Ausmaß“ 

Für die Isartaler haben Bergschafe einen hohen Stellenwert. Die Liebe zum Tier teilen sich hunderte Bergschafzüchter in Mittenwald. Die meisten von ihnen haben selbst Schafe in der betroffenen Herde. Jeder will jetzt wissen, ob sein Tier wohlauf ist. 

„Unsere Landwirte sind eng mit ihren Tieren verbunden. Das Unglück am Predigtstuhl ist ein sehr tragisches Ereignis von gewaltigem Ausmaß“, sagt Landrat Anton Speer (Freie Wähler) am Montag, nachdem er von den Vorkommnissen im Karwendelgebirge erfahren hat. 

Der Anblick von hunderten Schafen nach einem Sturz in die Tiefe hinterließ auch bei den Rettern einen bleibenden Eindruck. Die Polizei versuchte sich nach der Alarmierung zuerst mit einem Hubschrauber einen Überblick über die unübersichtliche Situation zu verschaffen. „Wir mussten schnell überprüfen, ob keine Menschen zu Schaden kamen“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Hier konnte er aber Entwarnung geben: „Stand jetzt sind keine Personen verletzt worden.“ 

Felssturz reißt 100 Schafe in den Tod: Einsatz musste wegen Witterung vorerst abgebrochen werden

Die Bergwacht wollte mit einem Hubschrauber in das Gebiet vordringen, um unter anderem die Unglücksstelle zu sichern und Schafe zu bergen. Dabei machte das Wetter den Rettern zu schaffen. Durch den heftigen Regensturm zur Mittagszeit und am frühen Nachmittag konnte der Helikopter nicht starten. „Am Nachmittag musste der Einsatz vorerst abgebrochen werden“, sagt Klaus Knapp vom Katastrophenschutz des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen. 

Auch am Abend mussten die Hubschrauber wegen Gewitterschauern am Boden bleiben. Geprüft werden soll auch, ob der Felsrutsch möglicherweise mit dem Erdbeben zusammenhängen könnte, das sich am Freitagmittag in der Region Garmisch-Partenkirchen ereignet hatte.

Felssturz im Karwendel: Geröll reißt 100 Schafe in den Tod

Originalmeldung vom 1. Juli 2019, 17.13 Uhr: Mittenwald - Bei einem Felssturz im Karwendelgebirge bei Mittenwald sind am Montagvormittag viele Bergschafe ums Leben gekommen. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Montagnachmittag gegenüber dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt mitteilt, ist der Bergrutsch in der Nähe des Predigtstuhls, einer Felsformation zwischen der Hochland- und der Dammkarhütte im Karwendelgebirge, passiert. 

Felssturz im Karwendel: Über 100 Schafe sollen tot sein

Laut ersten Informationen sollen bei dem Unglück aber keine Menschen zu Schaden gekommen sein. Wie viele Tiere dem Felssturz zum Opfer fielen, ist noch nicht ganz klar. Augenzeugen sprechen aber von über 100 Tieren. Momentan ist die Bergwacht Mittenwald mit Hubschraubern im Einsatz. 

Lesen Sie auch: Nach dem Rekord-Hitze-Monat Juni dreht sich das Wetter in Bayern drastisch am Montag. Der Deutsche Wetterdienst gibt eine drastische Warnung heraus.

Karwendel: Felssturz - Bergwacht sucht nach möglichen Verschütteten

Ein Polizeihubschrauber hat nach der Alarmierung zudem das Gebiet abgeflogen und nach möglichen Verschütteten gesucht, teilt ein Polizeisprecher mit. Nach jetzigem Stand sollen laut den Beamten aber keine Personen zu Schaden gekommen sein. Ein ausführlicher Bericht folgt.

joho/dpa

Keine Feier wird es geben, auch keine Prämierung. Nachdem 180 Bergschafe im Karwendelgebirge bei Mittenwald in den Tod gestürzt sind, wird vieles anders sein heuer.

Am Freitag hat eine andere Naturkatastrophe in der Region Garmisch-Partenkirchen für Entsetzen in der Bevölkerung gesorgt. Ein Erdbeben erschütterte das Gebiet um Garmisch-Partenkirchen.

Mehrere Menschen waren in Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim mit der Ernte von Kirschen beschäftigt. Doch es gab einen tragischen Zwischenfall.

Lesen Sie auch: Athen: Schweres Erdbeben erschüttert Griechenland - tausende Menschen rennen auf die Straßen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister? Landrat? Corongiu bleibt Antwort über Kandidatur noch schuldig
Er lässt sie alle zappeln: seine Genossen bei der SPD und die Landkreis-Bürger. Enrico Corongiu hat noch keine Entscheidung getroffen, wie er sich für die Kommunalwahlen …
Bürgermeister? Landrat? Corongiu bleibt Antwort über Kandidatur noch schuldig
Aus Murnauer Kunstnacht wird Künstler-Nacht
Der Termin ist zwar der Gleiche – und auch das Konzept klingt ähnlich. Dennoch wird Murnaus Kunstnacht heuer als Künstler-Nacht beworben. Die kleine Namensänderung ist …
Aus Murnauer Kunstnacht wird Künstler-Nacht
Schulen in Garmisch-Partenkirchen in „lebensbedrohlichem“ Zustand: CSB erhebt schwere Vorwürfe 
Den Zustand der Garmisch-Partenkirchner Grund- und Mittelschulen schildert CSB-Gemeinderätin Ursula Kössel in dramatischen Worten. Sie nennt ihn „lebensbedrohlich“ für …
Schulen in Garmisch-Partenkirchen in „lebensbedrohlichem“ Zustand: CSB erhebt schwere Vorwürfe 
Ohlstädter erlebt Drama auf Seenot-Rettungsschiff: Migranten verletzen sich selbst
Hinter Ralph Götting liegen dramatische, zermürbende Wochen. Der Ohlstädter hatte an Bord des Seenot-Rettungsschiffs „Alan Kurdi“ geholfen, 13 Menschen aus einem …
Ohlstädter erlebt Drama auf Seenot-Rettungsschiff: Migranten verletzen sich selbst

Kommentare