Kasernen generalüberholt - 29 Millionen Euro für moderne Unterkünfte

Mittenwald - Für 29 Millionen Euro werden die Karwendel- und die Edelweißkaserne in Mittenwald in den kommenden Jahren saniert. Die ersten Arbeiten haben schon begonnen.

645 Millionen Euro hat Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung (CDU) für sein Sanierungsprogramm der Bundeswehrkasernen im Westen der Republik zur Verfügung gestellt. Dass dieses Geld nicht in irgendwelchen anderen Löchern versickert, sondern auch dort ankommt, wo es dringend benötigt wird, zeigt sich derzeit am Standort Mittenwald. Rund 29 Millionen Euro werden dort in die Modernisierung der Edelweiß- sowie Karwendelkaserne gesteckt. Die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren.

Zudem sollen in den kommenden Jahren weitere 900 000 Euro in den Truppen-Übungsplatz sowie knapp 1,4 Millionen Euro in Sonderprojekte, wie zum Beispiel einen Lärmschutz auf der Schießanlage, investiert werden. Der Standortälteste Jürgen Radermacher, der in dieser Funktion für alle Bundeswehr-Objekte in Mittenwald verantwortlich zeichnet, ist froh um jeden Euro: "Die Bausubstanz ist teilweise sehr schlecht, und unsere Unterkünfte reichen eigentlich auch nicht aus." Handlungsbedarf gibt es also an allen Ecken und Enden. Von den Maßnahmen erhofft sich der Oberstleutnant auch, "dass die Bundeswehr insgesamt durch ein neues wohnliches Angebot attraktiv für die Jugend bleibt".

Nicht nur viel Geld wird in die Modernisierung gepumpt, sondern es stecke auch eine Menge logistischer Aufwand dahinter, betont Radermacher bei einer Ortsbesichtigung mit Vertretern der für die Umbaumaßnahmen zuständigen Wehrbereichsverwaltung (WBV) Süd. "Die Arbeiten laufen parallel zum ganz normalen Betrieb ab", erklärt der Kommandeur der Gebirgs- und Winterkampfschule die Problematik: Die Zimmerkapazität sinkt noch mehr. "Deshalb müssen wir unsere Soldaten ständig in andere Gebäude verlegen", so Radermacher. Christoph Gruber von der WBV hatte diesbezüglich aber eine gute Nachricht: "In der Edelweißkaserne wird von Juli bis Dezember zwischen den ehemaligen Muli-Ställen ein neues Gebäude errichtet." Dafür stünden 970 000 Euro zur Verfügung ergänzt sein Kollege Hans-Jürgen Wieland.

Die ersten Vorarbeiten laufen bereits. Neben der Straßensanierung werden auch schon die ersten Fenster in den Gebäuden ausgetauscht. "So richtig los geht es dann im November ", erklärt Presseoffizier Christian Weber.

Zwei Monate früher starten die Arbeiten in der Edelweißkaserne: "Bei uns wird im August begonnen", weiß der zuständige Koordinator, Stabsfeldwebel Hubert Brennauer. Der Schwerpunkt liege vor allem auf der energetischen Sanierung der Bundeswehr-Komplexe. "Durch Wärmedämmung. können wir später viel Energie sparen."

Durch den bevortstehenden Auslandseinsatz des Gebirgsjägerbataillons 233 in Afghanistan (wir berichteten) kann in der Edelweißkaserne ­ errichtet in den 1930er Jahren ­ zügiger umgerüstet werden. Neben der Gebäudesanierung ist dort auch ein Neubau der Fahrzeug-Reinigungsanlage (1,2 Millionen Euro), die Sanierung der Wärmeversorgung (Edelweißkaserne 1,4 Millionen/Karwendelkaserne 1,1 Millionen) und ein Ausbau des IT-Netzes (5,8 Millionen) vorgesehen.

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