Auf dem Gelände der Mittenwalder StoV siedelt sich keine Behörde an.
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Auf dem Gelände der Mittenwalder StoV siedelt sich keine Behörde an.

Absage aus dem Wirtschaftsministerium

Keine Behörde für Mittenwald

  • VonChristof Schnürer
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Nichts wird’s mit Mittenwald als Behördensitz: Die Sonderprüfstelle des Amtes für Maß und Gewicht siedelt der Freistaat nicht unterm Karwendel an, sondern im niederbayerischen Grafenau.

Mittenwald - Die Sonderprüfstelle des Amtes für Maß und Gewicht siedelt der Freistaat nicht in Mittenwald an, sondern im niederbayerischen Grafenau. Ein entsprechendes Schreiben des bayerischen Wirtschaftsministers erreichte kürzlich Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD). „Letztlich ist es wohl wegen der Altlasten nicht dazu gekommen.“

Der Rathauschef spricht vom geplatzten Kauf der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) der fraglichen Fläche auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (StoV). IMBY wickelt im Namen des Landes Grundstücksgeschäfte ab – im Falle Mittenwald mit der Bundesanstalt für Immobilienfragen (BImA). Diese wiederum soll im Namen des Bundes das verwaiste StoV-Gelände veräußern.

Das jüngste Beispiel mit der IMBY zeigt: Die Altlasten-Probleme sind nicht nur in den Verhandlungen mit der Marktgemeinde Mittenwald eine schwere Hypothek. Seit September 2016 besitzt die Kommune für das 4,6-Hektar-Areal in zentraler Lage die Erstzugriffsoption. Doch weder unter dem Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) noch unter dessen Nachfolger Corongiu konnte bislang eine Einigung erzielt werden.

In der Bürgerversammlung teilte der Rathauschef nun mit: „Ein bisschen was hat sich getan.“ Sein Vorschlag: Bevor die Marktgemeinde diese riesige Fläche an der Tiefkarstraße erwirbt, muss der Boden einwandfrei sein – 90 Prozent der Entsorgungskosten soll der Bund und zehn Prozent Mittenwald tragen. Corongiu glaubt inzwischen an etwas Tauwetter. „Ich habe den Eindruck, dass man zugänglicher geworden ist.“ Im Falle der bayerischen Sonderprüfstelle kommt diese Annäherung zu spät. Denn nicht nur bei der BImA, sondern auch bei der IMBY sitzen scheinbar kühle Kalkulatoren. „Die rechnen, dass die Beseitigungskosten weit über dem Grundstückswert liegen.“ Corongiu kann sich auch nur auf den Brief aus München beziehen und seine eigenen Schlussfolgerungen anstellen. „Denn letztlich sind wir nicht mehr involviert worden.“

Zur Erinnerung: Auf dem StoV-Gelände sollte im Zuge der vor Jahren angestoßenen Behördenverlagerung der Komplex des Amtes für Maß und Gewicht im Anschluss an den bestehenden Bundeswehrtrakt auf einer Fläche von 2750 Quadratmetern entstehen. Dort wollte man Labor-, Technik- und Verwaltungsräume für rund zehn Mitarbeiter unterbringen.

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