Keine Dividende für Aktionäre: Karwendelbahn schüttet nicht ihr Füllhorn aus

Mittenwald - Die Mittenwalder Karwendelbahn schippert trotz rückläufiger Fahrgastzahlen in ruhigem Gewässer. Allerdings gibt's auch heuer keine Dividende.

17 835,69 Euro - so viel Plus erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2006/2007 die Karwendelbahn. Daher empfahl Georg Geiger, der Aufsichtsratsvorsitzende der 41 Jahre alten Aktiengesellschaft: "Der Bilanzgewinn wird auf neue Rechnung vorgetragen." Mit anderen Worten: Das Geld bleibt in der Kasse, die Aktionäre - kleine wie große - gehen leer aus.

Doch das Murren bei der Basis hielt sich während der Jahreshauptversammlung auf der Karwendelbahn-Bergstation in Grenzen. Lediglich Aktionär Schorsch Gruber, der sich selbst auch als "Kunde" bezeichnet, übte Kritik. Er monierte, dass zu wenig für die Skifahrer und Bergwanderer getan werde. So sollten etwa im Frühjahr auf dem Höhenweg frühzeitig von Karwendelbahn-Mitarbeitern die Sicherungs-Seile freigeschaufelt werden. Eine Anregung, die die Verantwortlichen der Aktiengesellschaft wohlwollend zur Kenntnis nahmen.

Allen voran der Kaufmännische Vorstand des Unternehmens, Alois Fichtl. Seit 1. Januar 2002 leitet er in Teilzeit gemeinsam mit Stefan Meider (Technischer Vorstand) den 16-köpfigen Betrieb. Der Vertrag des 62-jährigen Bank- und Versicherungskaufmanns läuft noch bis Ende 2009. Was dann passiert, weiß der 62-jährige Wallgauer nicht. Zumal es ein offenes Geheimnis ist, dass es der waschechte Isartaler nicht so kann mit dem Trio der Augsburger Konsortium AG. Diese hält über 43,6 Prozent der insgesamt 33.000 Aktien und drängte vor zwei Jahren mit geballter Macht in den "Mittenwalder" Aufsichtsrat.

Für die Mannen um Wertpapier-Experten Georg Geiger ist eine Steigerung der Rendite nahezu Pflicht. Verstärktes Augenmerk richten sie dabei auf die "Karwendelröhre", die ihnen eine gewaltige Steigerung der Fahrgastzahlen bescheren soll.

Im Bilanzjahr 2006/2007 waren es 17 468 (Winter) und 75 710 (Sommer), macht zusammen 93 178. Gegenüber 2005/2006 (99 136) bedeutet das ein Minus von annähernd 6000 Fahrten. Angesichts dieser ernüchternden Zahlen meinte Aktionär Maximilian Bauer: "Das einzige, was sich noch nach oben bewegt, ist die Seilbahn."

Dabei hat das Unternehmen in der Tat was zu bieten: So wird der Buchwert des Betriebs auf 2,4 Millionen Euro taxiert. Angesichts eines Guthabens von 814 000 Euro, diverser Bauten und moderner technischer Anlagen gehen aber Experten locker vom zehnfachen - realen - Wert aus. Zumal die Karwendelbahn nur geringfügige Verbindlichkeiten (98 000 Euro) aufweist. Am stärksten schlagen freilich die Personalkosten (rund 500 000 Euro) zu Buche. Aber dafür stehen 16 Männer und Frauen in Lohn und Brot. Übrigens: Die wenigsten wissen, dass die Karwendelbahn pro Jahr 15 000 Euro an den Freistaat überweisen muss. Denn Trasse und Bergstation liegen auf "bayerischem" Grund.

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