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Letzte Überreste sind derzeit noch von den Loipen in Krün zu sehen, wie beispielsweise am Holzlagerplatz vor dem Barmsee. Langlaufen ist im Oberen Isartal aber nicht möglich. Es fehlt einfach eine ordentliche Menge Schnee. foto: tomaschek

Keine Spur vom Langlauf-Paradies

Oberes Isartal - Was den Isartaler Vermietern fehlt, ist Schnee. Bleibt dieser weiter aus, sieht's schlecht aus mit einer ordentlichen Winterbilanz.

Kalte Temperaturen und viel Schnee: So soll der Weihnachtsurlaub in den Bergen aussehen. „In diesen Ferien wird eine weiße Landschaft erwartet“, weiß Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler. Das können aber weder er noch die Mittenwalder und Krüner den Gästen bieten. Diese sehen derzeit - in einer der tourismusstärksten Zeiten im ganzen Jahr - viel Grün. Zum Langlaufparadies fehlt ein gutes Stück. „In Krün geht gar nichts.“ So lautet der nüchterne Sachstand von Rathauschef Thomas Schwarzenberger. Selbst die beschneite Nachtloipe ist nicht befahrbar. Es ist einfach zu warm. Der „Isartal Cross“, ein spezieller Langlauf-Wettbewerb für den Nachwuchs, findet an diesem Sonntag deshalb auch nicht in Krün, sondern in Kaltenbrunn statt.

Da läuft es für die Nachbarn auf dem Seefelder Plateau deutlich besser. „Wir haben Winter, wir haben Schnee“, sagt Tourismusdirektor Markus Tschoner. 98 Kilometer Langlaufnetz stehen den Wintersportlern dort zur Verfügung. Doch auch „wenn es bislang gut gelaufen ist“, weiß Tschoner: „Jetzt brauchen wir noch Schnee.“

Darauf hoffen auch die Isartaler. Und zwar inständig. Denn viel Zeit bleibt nicht mehr. „Wir brauchen den Schnee ab dem Dreikönigstag“, sagt Wallgaus Bürgermeister. Denn dann kommen die sportlichen Gäste, die Mittenwald, Krün und Wallgau als Langlauf-Destination zu schätzen wissen. „Im Januar und Februar haben wir ein Problem, wenn der Schnee nicht bald kommt“, sagt Schwarzenberger. Dann verhagelt das Wetter die Tourismusstatistik. Denn vor allem Kurzentschlossene bleiben in dem Fall daheim oder entscheiden sich für schneesicherere Gebiete.

Doch das Feiertagsgeschäft hat der Schneemangel den Vermietern nicht verhagelt. Als „recht ordentlich“ bezeichnet Zahler die Auslastung der Betriebe in Wallgau. Auch Schwarzenberger hat den Eindruck, dass es touristisch bislang „nicht schlecht gelaufen ist“. Und er weiß auch, warum. „Die Weihnachtsgäste sind nicht unbedingt die Wintersportler.“ Vorrangig kommen Familien ins Obere Isartal, um dort Weihnachten und Silvester zu feiern. Auf sie wartet heuer zwar kein Schnee, aber wenigstens schönes Wetter. Ein wichtiger Faktor für einen gelungenen Urlaub. „Die Gäste waren nicht sehr deprimiert“, weiß Schwarzenberger aus vielen Gesprächen. Sie ließen die Skier daheim und gingen wandern oder rodeln. Auch Zahler hat festgestellt, dass die Winterwanderwege - der Panoramaweg und die Strecke zur Maxhütte - „richtig gut angenommen wurden“. Und in Krün konnten sich Familien mit Rodeln und Skifahren am Barmseelift vergnügen. Dort wird beschneit. Der Schlepper fährt. Außerdem „fielen die Feiertage günstig“, sagt Krüns Gemeindeoberhaupt. Für viele freie Tage brauchten die Gäste wenig Urlaub einreichen.

Noch hat der Schneemangel dem Isartaler Tourismus nicht geschadet. Aber eine Befürchtung bleibt: Dass keine weiße Weihnacht sich auf das Buchungsverhalten der nächsten Jahre auswirkt. Wallgaus Rathauschef weiß, dass „solch’ einschneidende Erlebnisse nachwirken können“. Und das tut dann weh. Deswegen hoffen die Isartaler, dass sich ihre Heimat nun möglichst schnell in das weiße Langlauf-Paradies verwandelt, das die Gäste so lieben. nine

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