Großes Pensum: 158 mal war die Bergwacht Mittenwald in diesem Winter im Einsatz.
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Großes Pensum: 158 mal war die Bergwacht Mittenwald in diesem Winter im Einsatz.

Winter-Bilanz der Bergwacht

Keine Toten im Gebirge

Mittenwald - Zum ersten Mal seit Jahren forderte die Wintersaison in Mittenwald kein Menschenleben. Vernünftiger werden manche aber nicht, wie Heinz Pfeffer, Bereitschaftsleiter der Bergwacht, weiß.

Es ist für Heinz Pfeffer eine erfreuliche Nachricht. Zum ersten Mal seit Jahren musste der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Mittenwald keine Toten im alpinen Gelände im Oberen Isartal bestätigen. „Noch vor wenigen Jahren waren es in manchen Saisons sieben Verunglückte.“ Pfeffer weiß aber: Nicht nur einmal war es bei manchen Einsätzen „reines Glück, dass nicht mehr passiert ist“.

Viele bleiben unbelehrbar. Bei manchen Aktionen sind sogar bekannte Gesichter dabei, „die man bereits im Vorjahr retten musste“. Auch einige Schneeschuh-Wanderer waren diesen Winter leichtsinnig. „Sie gingen viel zu spät los und querten sogar noch einen Lawinenkegel.“ Das dadurch ausgelöste Schneebrett verschüttete zum Glück niemanden. „Einige der Wanderer wollten aber dennoch weitergehen“, sagt Pfeffer.

Bergwacht bei G7 im Einsatz

Auffallend ist dabei, dass „die meisten aus dem Raum München kommen“. Insgesamt mussten die Retter 158 Einsätze in diesem Winter absolvieren, 60 davon mit dem Hubschrauber. „Ein kleiner Anstieg zu den Vorjahren“, teilt der Bergwachtchef weiter mit. Am häufigsten mussten Skifahrer (66 Einsätze) und Bergsteiger (43) aus einer misslichen Lage befreit werden. „Wegen Wanderern rückten wir 34 Mal aus.“ Die meisten Einsätze verursachten dabei die weniger geübten Skifahrer am Kranzberg, ins Dammkar ging es für die Bergretter nur fünf Mal. „Und das obwohl die Skiroute dort schon lange nicht mehr so viele Tage offen hatte wie heuer“, so der Leiter der 68-köpfigen Bereitschaft. ´

Natürlich geht der G7-Gipfel auch an der Bergwacht Mittenwald nicht vorbei. „Wir sind zehn Tage lang vom 29. Mai bis 9. Juni im Zwei-Schichtdienst an der Sandgrube nahe Schloss Elmau positioniert.“ Ein hartes Stück Arbeit für die ehrenamtlichen Lebensretter: „Es müssen mindestens 19 Mann pro Schicht anwesend sein.“ Damit das funktioniert, müssen vor allem die Arbeitgeber mitspielen. Diese bekommen vom Freistaat Bayern dafür „eine Lohnvorzahlung“. Sprich, die Firmen werden für den Dienstausfall ihrer Angestellten „entschädigt“.

Josef Hornsteiner

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