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Steht leer: das ehemalige Kinderheim am Schmalensee.

Aus der Nutzungsänderung wird nichts

Kinderheim am Schmalensee: Verfall verhindern

Fünf Anträge, fünf Absagen: Das war die Bilanz der Bauausschusssitzung in Mittenwald für zwei Familien und eine Immobilien-Firma. Sie wollen das verwaiste Kinderheim am Fischerweg vis à vis des Schmalensees für Wohnzwecke nutzen. Die Zustimmung wäre einem rechtswidrigem Beschluss gleichgekommen.

Mittenwald– Die Atmosphäre ist friedlich. Ruhig eingebettet in einer kleinen Nische am Schmalensee reihen sich mehrere Gebäude aneinander. Der äußere Zustand lässt schon vermuten, dass hier schon lange kein Leben mehr eingekehrt ist. Die Zeiten, als in den Häusern neben der Staatsstraße 2542 noch Kinder spielten und herumtobten, liegen weit zurück. Heutzutage wäre so ein Bauvorhaben im Außenbereich undenkbar. Das sah vor Jahrzehnten anders aus. Wie und wann das alles genau begonnen hat und wer damals welche Genehmigungen erteilt hatte, das konnte von den Mitgliedern im Bauausschuss des Mittenwalder Marktgemeinderats niemand sagen. Fest steht nur, dass während der NS-Zeit ein Reichsarbeitsdienst dort Stellung bezogen hatte. Nach dem Krieg entstand eine Flüchtlingsbaracke, ehe fünf Häuser zu Kinderheimen wurden.

Genau diese offizielle Nutzung als Kinderheim dürfte nun für zwei Familien und eine Immobilienfirma zum Problem werden. Sie reichten einen Antrag auf Nutzungsänderung des ehemaligen Kinderheims am Schmalensee ein. Schon vorab signalisierte die Verwaltung, dass der Antrag wohl in dieser Form wenig Aussicht auf Erfolg haben werde.

Marktbaumeister Ralf Bues erläuterte in der Sitzung das Problem: „Das Bauvorhaben befindet sich im Außenbereich“, sagte er. „Da dort weder Bebauungsplan noch Außenbereichssatzung vorhanden sind, richtet sich die Beurteilung somit nach Paragraph 35 des Baugesetzbuches.“ Das bedeutet konkret, dass „die bisherigen Genehmigungen alle im Zusammenhang mit der Nutzung als Kinderheim erteilt wurden“. Gemäß besagtem Paragraphen sei ein Vorhaben außerhalb der Ortsgrenzen allerdings nur dann zulässig, wenn unter anderem öffentliche Belange nicht entgegenstehen.

Das wäre nun aber im Falle einer Nutzungsänderung als Wohneinheit der Fall. Denn dann „ist die Verfestigung einer Splittersiedlung zu befürchten“ und das würde gegen Absatz drei des Paragraphen verstoßen. Dieser verhindert, dass außerhalb von Ortschaften unorganische Siedlungsstrukturen entstehen. „Wir wollen eine geordnete städtebauliche Entwicklung und keinen Wildwuchs“, rechtfertigte Bues die Ablehnung nach Rücksprache mit dem Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. Somit ist dieser Antrag auf Nutzungsänderung „nicht genehmigungsfähig“, wie Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) ergänzte. „Es wäre ein rechtswidriger Beschluss“.

Doch der Markt Mittenwald zeigt sich gesprächsbereit und lösungsorientiert. „Die Bauwerber sollen das Gespräch mit uns suchen“, appellierte der Rathauschef. Denn eines bezwecken weder die Antragsteller noch die Kommune: dass das ehemalige Kinderheim am Schmalensee zu einer Bauruine verfällt. „Wir wollen das Gebiet so weiterentwickeln, dass wieder ein Normalzustand hergestellt wird.“

Der Weg zu einer möglichen Nutzungsänderung wäre allerdings nicht ganz unkompliziert. „Es müssten viele Fragen geklärt werden“, schilderte Bues. „Die Erschließung zu den fünf Häusern wäre nur eine davon.“

Josef Hornsteiner

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