Der Klang der besinnlichen Zeit

Mittenwald - Die Mittenwalder Hausmusikgruppen bereiten sich auf die staade Zeit vor - und die ist alles andere als leise....

Mit dem ersten Adventswochenende beginnt die „staade“, vorweihnachtliche Zeit - nur dass es in manchen Wohnzimmern in Mittenwald nicht immer ganz so leise zugeht. Zahlreiche Musikgruppen und Familien proben dort derzeit für Engelämter, Adventskonzerte und Weihnachtsfeiern - und verleihen der staaden Zeit damit einen ganz eigenen Klang.

Die dunklen Koffer der Instrumente liegen auf dem Holzboden: Probenzeit im Hause Fütterer. Seit über 25 Jahren macht Cornelia Fütterer (44 Jahre) zusammen mit ihren beiden Schwestern Christine Sperer (40) und Martina Ostler (41) Musik. Als „Geschwister Noder“ hatten sie bereits zahlreiche Auftritte. „Unseren ersten gemeinsamen Auftritt hatten wir 1983 bei einer Weihnachtsfeier im Postkeller“, erinnert sich Sperer. Die Hände der damals 12-Jährigen zitterten, das Herz schlug ihr bis zum Hals. Sperer spielt Hackbrett, Schwester Cornelia Zither und Martina Ostler Bassgitarre, „für Frauen eigentlich ein ungewöhnliches Instrument.“

Seit jeher nimmt Musik eine große Rolle ein im Leben der drei. Der Vater selbst begeisterter Musikant, förderte die Talente seiner Töchter. Sie nahmen Unterricht, dann spielte die Familie zusammen. Meist sucht Fütterer die Stücke aus und gemeinsam wird dann entschieden, welche einstudiert werden. „Ein Stück muss ins Ohr gehen und schön zu spielen sein“, weiß die Mittenwalderin. So entstand über die Jahre ein vielfältiges Repertoire an Liedern.

Aber ohne den Rückhalt und die Hilfe der Eltern wäre dies nicht möglich gewesen. „Sie haben uns immer sehr unterstützt“, betont die älteste Tochter. Sie wurden von Auftritt zu Auftritt gefahren, die Mutter nähte Dirndl, „musste immer unsere Blusen bügeln und uns die Haare flechten“, erinnert sich Sperer, deren Kinder nun selbst wiederum Musik machen. So sieht es „eine Generation von der anderen“, erzählt Cornelia Fütterer, die zudem mit ihrem Ehemann Michael Zithermusik macht - ein Kreislauf, der sich in vielen Familien im Isartal widerspiegelt.

So wie auch bei Familie Brandner. Bernadette (16 Jahre) spielt Geige, Simon (18) Gitarre und Flügelhorn. Gemeinsam mit Marina Herbrechtsmeier, Simone Sailer, Andreas Sprenger und Christoph Knilling sind sie die „Sunnawind Musi“. Zugleich sind die beiden in anderen Gruppen aktiv. „Musik nimmt einen Großteil meiner Freizeit ein“, erzählt Simon. Seit zehn Jahren spielt er Gitarre, wurde damals von seinem Vater Josef, der das Instrument ebenfalls beherrscht, inspiriert. Irgendwann habe man sich dann mit anderen Jugendlichen zusammengetan. „Man fragt sich so durch, wer welches Instrument spielt und zur Besetzung passen würde“, weiß Bernadette. Ihr geht es beim Musikmachen nicht darum, perfekt zu sein, vielmehr „steht die Freude am Spiel im Vordergrund“.

Ähnlich ist es bei Cornelia Fütterer und ihren Schwestern. Für die drei ist es ein Zeichen von Gemütlichkeit, etwa bei einer Familienfeier zusammen zu sitzen und zu sagen, „jetzt machen wir noch einen auf“, erzählt Christine Sperer. So muss es sein, so gehört es zur staaden Zeit im Isartal.

Veronika Schandl

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