Schneespaß am Mittenwalder Luttensee-Lift ist aktuell gewährleistet. 2014 hat der Winter in der Alpenwelt Karwendel aber sehr oft zu wünschen übrig gelassen. foto: kornatz

Kleine Wolken überm Isartal

Oberes Isartal - Mit leichten Rückgängen bei den Fremdenverkehrszahlen schloss das Jahr 2014 in der Alpenwelt Karwendel ab. Ein Grund dafür ist die schlechte Wetterlage.

Das erste Geschäftsjahr der neugegründeten Alpenwelt-Karwendel-Tourismus-GmbH geht mit einem leichten Minus in die Isartaler Geschichte ein. Gegenüber 2013 (1 186 453) verzeichnet man 2014 (1 140 936) bei den Übernachtungen einen Rückgang von 3,8 Prozent (45 517 weniger). Die Gästeankünfte gingen von 218 565 (2013) um 2,8 Prozent auf 212 508 zurück. Einen wesentlichen Grund dafür sieht Sabrina Blandau im durchwachsenen Wetter - gerade in den Wintermonaten. „Uns hat der Schnee gefehlt“, verdeutlicht die Tourismuschefin. Zum Auftaktjahr der GmbH meint sie: „Es wäre leichter für uns, wenn wir andere Zahlen präsentieren könnten.“

Der Tourismus in den drei Partnergemeinden Mittenwald, Krün und Wallgau bleibt im weltweiten Buhlen um Urlauber also weiterhin ein Spiel mit vielen Unbekannten. Daher steht eine zentrale Frage für Blandau und Co. im Raum: „Welche Zielgruppen sprechen wir an?“ Familien, sogenannte „Best-Ager“ (Menschen jenseits der 50), oder soll der ausländische Markt noch intensiver beackert werden? Immerhin macht diese Klientel laut aktueller Statistik etwas über acht Prozent aus. Was ein kleines, aber stetig wachsendes Segment ist. Nicht zuletzt deshalb möchten die Verantwortlichen der Alpenwelt Karwendel in Klausur gehen. „2015 wollen wir nutzen, um uns ein Leitbild und eine Strategie zu geben“, kündigt Blandau an.

Trotzdem sollten die Zahlen 2014 nicht ganz schlecht geredet werden. Die Tourismuschefin empfiehlt in diesem Kontext einen Blick in die Fünfjahres-Statistik. So verzeichnete man gegenüber 2009 im abgelaufenen Jahr immerhin ein Plus von 7,9 Prozent bei den Gästeankünften und eine moderate Steigerung bei den Übernachtungen (plus 2,4 Prozent).

Dass 2015 wieder ein dezentes Wachstum verheißt, darauf deuten zumindest die verhältnismäßig schneereichen Monate Januar und Februar hin. Eine Prognose möchte Blandau angesichts der Ausnahmesituation im Juni (G7-Gipfel in Schloss Elmau) dennoch nicht wagen. „Man kann dieses Jahr einfach nicht mit anderen vergleichen. Deshalb ist es schwierig abzuschätzen, was die Gesamtzahlen betrifft.

Aktuell sind in der heißen Phase (4. bis 8. Juni) 70 Prozent der rund 8000 Isartaler Betten belegt. csc

Zahlen im Überblick:

Alpenwelt Karwendel: 1 140 936 Übernachtungen (2013: 1 185 453), minus 3,8 Prozent; Gästeankünfte 2014: 212 508 (218 565), minus 2,8 Prozent - Mittenwald: 530 226 Übernachtungen (548 026), minus 3,3 Prozent; Gästeankünfte 2014: 100 329 (101 839), minus 1,5 Prozent - Krün: 453 649 Übernachtungen (472 021); minus 3,9 Prozent; Gästeankünfte 2014: 86 331 (89 489), minus 3,5 Prozent - Wallgau: 157 061 Übernachtungen (165 406), minus 5,1 Prozent; Gästeankünfte 2014: 25 848 (27 237), minus 5,1 Prozent.

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