Klirrende Kälte, klingelnde Kassen

Mittenwald - Das Neujahrswetter macht den ausgefallenen Winter vom Vorjahr vergessen. An den Pisten und in den Loipen reiben sich die Mittenwalder Wintersportanbieter die Hände.

Trotz der mitunter frostigen Temperaturen laufen die sechs Lifte und der Kinderpark am Lutten- und Wildensee auf Hochtouren. "Angesichts des wenigen Schnees können wir zufrieden sein", meint Juniorchef Klaus Wurmer vom gleichnamigen 14-köpfigen Familienbetrieb.

Nach einem einwöchigen Intermezzo im November herrscht seit 18. Dezember auf den Kranzberg-Pisten Betrieb ­- mit großer Resonanz. In den vergangenen zwei Wochen verkaufte die Familie Wurmer zirka 12 000 Liftkarten. Waren es am Donnerstag 759 zahlende Gäste, so wedelten tags darauf über 800 die neun Kilometer langen Pisten hinunter.

Klaus Wurmer, der diesen Winter in die Kategorie "Durchschnittsjahr" einordnet, sorgt dabei mit seiner Mannschaft für beste Präparierung. Täglich rücken sie zwischen 16.30 und 20.30 Uhr mit ihren Pistenraupen aus, um das bisschen Schnee zu bearbeiten. Laut Wurmer sind's oben rund 40 Zentimeter, unten gerade mal 15.

Momentan ist an den Luttensee-Liften der Wind der größte Feind. Was vorallem bei der Beschneiung Folgen hat. Am Mittwochabend etwa konnten die Schneekanonen aufgrund stürmischer Verhältnisse trotz günstiger Temperaturen nicht angeworfen werden. "Da hätten wir den ganzen Schnee in den Wald geblasen", sagt Wurmer.

Stefan Meider hat's gestern auch die Stimmung verhagelt -­ oder besser gesagt: verblasen. Wegen des starken Sturms musste die Mittenwalder Karwendelbahn am Donnerstag ihren Betrieb komplett einstellen. "Da ging's beim besten Willen nicht mehr", meint der Technische Vorstand des Unternehmens.

Doch in den vergangenen drei Wochen war das im Karwendel eher die Ausnahme. Bis zu 300 Bergfahrten standen zuletzt pro Tag auf dem Programm. "Zu Spitzenzeiten waren es sogar an die 500", teilt Meider mit. Die Fahrgäste zieht's in der Regel zu Deutschlands längster Skiabfahrt, dem Dammkar, wo Schneehöhen von bis zu zwei Metern gemessen werden. Am Tag kämpfen sich dort bis zu 200 Freerider nach unten. Meiders Wunsch: "Hoffentlich bleibt der Winter so."

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare